Henkels-Fabrik

In ehemaliger Textilfabrik entsteht jetzt Wohnraum

Die Renaissance AG will die ehemalige Henkels-Fabrik auf Vordermann bringen. Foto: Stefan Fries
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Die Renaissance AG will die ehemalige Henkels-Fabrik auf Vordermann bringen.

Wuppertal. Projektentwickler will einen zweistelligen Millionenbetrag in Wuppertaler Henkels-Fabrik investieren.

Von Martin Lindner

Der Standort der ehemaligen Henkels-Fabrik an der Langerfelder Straße 129 in Langerfeld soll sich nach den Plänen der Renaissance Immobilien & Beteiligungen AG zu neuem Wohnraum: Der Projektentwickler aus Wuppertal/Krefeld hat die Anlage vor zwei Monaten von der Gesellschaft Vero Invest gekauft und will dort nun einen zweistelligen Millionenbetrag investieren, um zu sanieren und umzugestalten, teilte Christian Baierl, Vorstand der Renaissance AG, mit. Ihm schwebt ein Mix aus Mietwohnungen, Büros, Coworking und Cafés „mit einem einzigartigen Flair“ vor. Rund 8000 Quadratmeter Fläche umfasst das Areal, das seit 1985 unter Denkmalschutz steht. Baierl dazu: „Es ist ein extrem spannendes Gelände mit einer über 120 Jahre alten Fabrik.“

Die Krux bei der Sache: Die Fabrik befindet sich (noch) in einem Gewerbegebiet, was die Schaffung von Wohnraum ausschließt. Damit am Standort ein urbanes Wohngebiet entstehen kann, müsse der Stadtrat den Bebauungsplan ändern. Man stehe daher mit dem Bauamt und der Stadtverwaltung im Dialog. „Wir kämpfen hier in Wuppertal darum, dass diese Henkels-Gebäude erhalten bleiben. Die Substanz verschlechtert sich jeden Monat, da sie leer stehen“, sagt Baierl. Der Vorstand der Renaissance AG zeigt sich optimistisch, dass das Vorhaben gelingt und das Wohnprojekt – nachdem sich viele Jahre lang nichts auf dem Areal getan hat – Form annehmen kann. „Es ist so ein wunderschönes Gebäude, ein wahrhaft architektonischer Schatz“, schwärmt Baierl. Ein weiterer Leerstand verbessere die Situation nicht.

„Wenn sie das mit Fingerspitzengefühl machen, kommt da was Tolles bei raus.“

Margret Hahn vom Bürgerverein Langerfeld

Bezirksbürgermeister Andreas Bialas (SPD) hat von dieser Redaktion über den Verkauf des Fabrikareals an die Renaissance AG erfahren. Er erwarte vom Investor, seine Pläne und Vorstellungen für den Standort zeitnah auf den Tisch zu legen. „Die Frage, die wir stellen müssen, ist: Wollen wir das? Haben wir anderweitige Gewerbeflächen?“ Bialas betonte, dass Wuppertal doch dringend Gewerbeflächen brauche, ebenso wie hochwertigen aber auch bezahlbaren Wohnraum. Die Lösung könne seiner Ansicht nach nicht sein, Gewerbeflächen umzuwandeln, sondern neue Flächen auszuweisen und dementsprechend zu planen. Er sieht es grundsätzlich als positiv an, dass neuer Wohnraum in Langerfeld entstehen soll, erwartet aber als Kompensation eine neue Fläche fürs Gewerbe.

Margret Hahn, Vorsitzende des Bürgervereins Langerfeld, freut sich darauf, dass die Gebäude der ehemaligen Henkels-Fabrik nun auf Vordermann gebracht und zu Wohngebäuden umgebaut werden. „Das finde ich super“, sagt sie euphorisch. Die Renaissance AG sei auch spezialisiert auf die Sanierung ehemaliger Fabrikgebäude, wie sie weiß. „Wenn sie das mit Fingerspitzengefühl machen, kommt da was Tolles bei raus“, ist sie überzeugt. Sie hofft, dass die Fassaden der Fabrikanlage bestehen bleiben, sich aber im Inneren modernes Wohnen entfaltet.

Das erste Gebäude der Fabrikanlage wurde laut Pressemitteilung der Renaissance AG 1896 erbaut. Es ist dreigeschossig, hat eine gelbe Klinkerfassade und eine markante Doppeldurchfahrt mit Korbbögen und Mittelpfeiler.

Das zweite Gebäude ist dreigeschossig und schließt an das Frontgebäude an. Die Straßenseite des Gebäudes besteht aus einer Putzfassade, die Hofseite aus einer Klinkerfassade.

An beiden Fassaden sind im Mauerwerk noch die schmiedeeisernen Splintköpfe der Zuganker zu sehen. Im Anschluss an dieses Gebäude steht das dritte Gebäude. Es ist zweigeschossig, ebenfalls mit einer Klinkerfassade versehen, straßenseitig hat es zwei Treppentürmchen, in die gusseiserne Wendeltreppen eingebaut sind.

Hintergrund

Zahlen: Jahrelang lag die Zahl der akuten Schrott- und Problemimmobilien in Wuppertal bei gut 100. Zuletzt konnte die Stadt aber stolz vermelden, dass 76 mehr oder weniger sanierungsbedürftige Bauten gesunken war. Etwa, weil Eigentümer endlich etwas unternahmen - oder die Häuser abgerissen wurden.

Prüfungen: Doch die Liste der Stadt könnte Zuwachs bekommen: 160 „Verdachtsfälle“ gab es im Mai, die nach und nach untersucht werden müssen.

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