Achtlose Müllentsorgung

In der Wupper findet sich sogar Diebesgut

Zugemüllte Bereiche der Wupper sind immer wieder ein Ärgernis. Fotos (2): Stefan Fries
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Zugemüllte Bereiche der Wupper sind immer wieder ein Ärgernis.

Wuppertal. Der Wupperverband appelliert an die Bevölkerung.

Von Bastian Küllenberg

Mitten auf einem Gehweg wurde ein Metallschrank abgestellt.

Schaut man in die Wupper, so erkennt man zahlreiche Dinge im Flussbett, die dort nicht hineingehören: Baustellenschilder, Absperrgitter oder Einkaufswagen verschmutzen den Fluss. „Es finden sich immer wieder Gegenstände in der Wupper, bei denen man sich fragt, wie sie dahingekommen sind“, sagt Ilona Weyer, stellvertretende Pressesprecherin des Wupperverbandes. Man müsse vermuten, dass diese mutwillig hineingeworfen werden, so Weyer.

Der Wupperverband ist für den vorsorglichen Hochwasserschutz zuständig. In diesem Rahmen kümmert sich der Betrieb Gewässer des Verbandes darum, dass große Gegenstände, die den Abfluss verhindern können, aus der Wupper geholt werden. Erst in dieser Woche wurden Baustellenschilder in Wuppertal im Bereich Ohligsmühle aus der Wupper entfernt. Neben Baustellenschildern und Einkaufswagen habe man auch schon Fahrräder oder Motorroller in der Wupper gefunden, so Weyer. Da eine Überwachung des gesamten Flussgebietes nicht umsetzbar sei, appelliert Weyer an die Bürger: „Jeder Einzelne ist gefordert, die Wupper sauber zu halten.“

Für die Säuberung des innerstädtischen Wupperufers in Wuppertal ist ein Wupperputzteam im Einsatz. Carsten Melech, Teamleiter Straßenreinigung und Winterdienst beim Eigenbetrieb Straßenreinigung Wuppertal (ESW), befindet sich im täglichen Kontakt zum Wupperputzteam.

Das Team sei jeden Tag im Uferbereich unterwegs. Hot-Spots der Verunreinigung wie der Bereich Rosenau in Oberbarmen oder das Islandufer in Elberfeld würden mehrmals in der Woche vom Wupperputzteam gereinigt. Oft sei es Plastik, das angeschwemmt werde oder im Bewuchs am Ufer hängenbleibe, so Melech.

„Jeder Einzelne ist gefordert, die Wupper sauber zu halten.“

Ilona Weyer vom Wupperverband appelliert

Doch man habe auch schon Diebesgut wie Portemonnaies oder einen Tresor und sogar Waffen am Wupperufer gefunden. In diesen Fällen werde die Polizei informiert, sagt Melech. Während der Corona-Pandemie habe man eine Zunahme von wild entsorgten To-Go-Verpackungen feststellen können – und das nicht nur in oder an der Wupper. Melech hofft, dass dies wieder zurückgehe, wenn die Corona-Krise überstanden ist.

„Wir sind an einer sauberen Wupper interessiert“, sagt Andreas Spiegelhauer, Pressesprecher der AWG Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH. Vor der Pandemie fand einmal im Jahr der Wupperputz statt, eine große Aufräumaktion mit Unterstützung der Stadt Wuppertal, des Wupperverbandes, der ESW und der AWG. Am Aktionstag beteiligten sich Schulen, Kindergärten, Vereine, Kirchengemeinden, Bürgervereine und –initiativen, aber auch Familien und Einzelpersonen daran, die Wupperufer zu säubern.

Verpackungsmüll wird zu immer größerem Problem

Dabei werden für die Aufräumtrupps am Wupperufer Müllsäcke und Handschuhe bereitgestellt. Coronabedingt musste der „Wupperputz“ zuletzt zwei Mal abgesagt werden. Ob er im kommenden Jahr stattfinden kann, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, so Spiegelhauer. Zuletzt fand die Aktion 2019 statt, mit einer Rekordzahl von 2300 angemeldeten Teilnehmern, die die Wupperufer der Großstadt mit ihren 360 000 Einwohnern herausputzten.

Aktionen wie diese allein genügen aber nicht, wissen Experten. „Sie können nie so viel putzen, wie Leute Dinge wegschmeißen“, sagt Dajana Meier, Vorsitzende vom Verein Neue Ufer. Ein Hauptproblem sei Verpackungsmüll jeglicher Art, der während der Pandemie noch einmal zugenommen habe. Als mögliche Maßnahmen, den Müll in und an der Wupper einzudämmen, schlägt Meier in einem „sehr hohen“ Pfand für Einwegverpackungen oder die Erhöhung von Bußgeldern für das Wegwerfen von Müll vor.

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