Satellitentelefon

Hochwasser: Kommunikation soll verbessert werden

Ein Bild vom 14. Juli 2021: Die Rettungskräfte waren zu jeder Zeit im Einsatz. Symbolfoto: Michael Schütz
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Ein Bild vom 14. Juli 2021: Die Rettungskräfte waren zu jeder Zeit im Einsatz.

Feuerwehr überlegt, ein Satellitentelefon für den Ernstfall anzuschaffen.

Von Peter Clement

Haan. Es war einer der eindrücklichsten Momente als Haans Feuerwehrchef Carsten Schlipköter im Dezember schilderte, wie sich seine Einsatzkräfte bei der Jahrhundert-Überschwemmung im historischen Dorf im Juli 2021 mit der Einsatzleitstelle in Verbindung setzen mussten: „Wir mussten teilweise in die Häuser der betroffenen Bürger hinein und dort deren Festnetz-Anschluss benutzen“, berichtete Schlipköter damals. Andere Kommunikation habe nicht funktioniert, Teile der Ortschaft seien vom Mobilfunk völlig abgeschnitten gewesen.

Offenbar zieht die Feuerwehr im Kreis Mettmann jetzt erste Konsequenzen aus dem Desaster und prüft die Anschaffung eines Satellitentelefons. Man erwäge, mit der Neubeschaffung des Einsatzleitfahrzeuges in diesem Jahr ein solches Gerät zu erwerben, sagte Kreisbrandmeister Torsten Schams unlängst im Ausschuss für Feuerschutz und Ordnungsangelegenheiten. Die Anschaffung sei aber nur so zu verstehen, dass sie in einer besonderen Lage die Kommunikationsmöglichkeiten zusätzlich absichern könne, fügte er hinzu. Die Beschaffung von Satellitentelefonen sei ausdrücklich nicht für die Einsatzfahrzeuge vorgesehen und auch eher unüblich. Die WLH hatte politisch angeregt, die Anschaffung von solchen Geräten zu prüfen. Schams stellte klar: „Ein Satellitentelefon ist die Ultima Ratio, wenn nichts anderes mehr geht.“

Mobilfunkanbieter werden auf Mängel hingewiesen

Wie sonst lässt sich die Kommunikation im Bedarfsfall sicherstellen? Die Haaner Stadtverwaltung hat nach eigenen Angaben Kontakt mit einigen den Mobilfunknetzbetreibern aufgenommen und auf die „teils mangelhafte Netzabdeckung und die Notwendigkeit der Verbesserung“ hingewiesen. Zudem sei das Gigabitbüro des Bundes in Berlin eingeschaltet worden, um dem Anliegen „weiteren Nachdruck zu verleihen“. Mobilfunkversorgung sei jedoch Aufgabe der Netzbetreiber. Die Telekom hat in Bezug auf die Netzabdeckung angegeben, dass in Gruiten-Dorf im Außenbereich 4G/LTE verfügbar sei. Damit sei der Empfang der Warnapp „NINA“ außerhalb der Gebäude über das Telekomnetz möglich. In den Gebäuden könne er über WLAN-Netze sichergestellt werden.

Aus welchem Grund am 14. Juli 2021 die Kommunikation der Feuerwehrleute zu ihrer Kreisleitstelle teilweise nicht möglich war, konnte auch jetzt nicht endgültig geklärt werden. Vermutlich seien in dieser Katastrophensituation etwa die Kapazität der Kreisleitstelle schlicht überlastet gewesen, hieß es.

Der Einsatz von Lautsprechern auf den Fahrzeugen, wie von verschiedenen Seiten angeregt worden war, ist der Feuerwehr zufolge auch nicht ganz unproblematisch. In Haan verfüge man zwar über detaillierte Warnkonzepte für Lautsprecherfahrzeuge, hieß es, deren Einsatz erfordere aber grundsätzlich einen gewissen zeitlichen Vorlauf. Und der sei im Fall des Hochwasserereignisses Gruiten-Dorf absolut nicht gegeben gewesen.

Alarm-Plan

Der Kreis Mettmann hat mit dem BRW Gespräche geführt. Ziel sei die Erstellung eines Alarm- und Gefahrenabwehrplans gemäß § 29 des Gesetzes über Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG), hieß es.

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