Kein schönes Erlebnis

Erlebnisbad Hildorado: Vater kritisiert Buchungssystem

Das Erlebnisbad Hildorado werden der Vater und seine Familie in Zukunft meiden, schreibt der Mann nach dem Erlebnis.
+
Das Erlebnisbad Hildorado werden der Vater und seine Familie in Zukunft meiden, schreibt der Mann nach dem Erlebnis.

Ein Vater wollte vor Ort Karten für das Erlebnisbad kaufen. Online waren noch viele Tickets verfügbar, vor Ort wurde im gesagt, das Kontingent sei erschöpft.

Von Tobias Dupke

Hilden. Eigentlich wollte der junge Vater mit seiner Tochter am Sonntag einen schönen Tag im Hildorado verbringen, doch am Ende schreibt er eine Beschwerdemail an die Stadtwerke und kündigt an, das Hildener Hallenbad in Zukunft zu meiden: „Ich war bislang immer gern in Ihrem Schwimmbad. Tolle Badelandschaft, faire Preise, gepflegtes Ambiente. Leider werde ich mit meiner Familie von zukünftigen Besuchen absehen und auf umliegende Bäder ausweichen.“

Was war passiert? „Ich kam um 14.50 Uhr mit meiner vierjährigen Tochter am Hildorado an. Ich hatte im Vorfeld die Auslastung geprüft; +100 E-Tickets ließen auf eine mäßige Auslastung schließen. Ich habe nicht online vorbestellt, sondern wollte vor Ort bezahlen.“ Doch das hatten offenbar mehrere Hildener vor: „Vor dem Eingang standen circa 15 Personen. Der Innenbereich vor der Kasse war leer.“ Die wartenden Gäste hätten vor der Doppeltür stehen bleiben müssen. „Alle zehn Minuten wurden einige wenige vom Security-Mitarbeiter hereingelassen, der nicht müde wurde, zu erwähnen, dass man gleich rein könne, wenn man online gebucht hat.“

Etwa eine halbe Stunde nach Ankunft durften der junge Vater und seine Tochter den Kassenbereich betreten: „Zu dieser Zeit waren immer noch +100 E-Tickets online verfügbar.“ Doch als er dann an der Reihe war, teilte die Mitarbeiterin an der Kasse mit, dass sie nun keine Spindschlüssel mehr habe, schreibt der Mann. „Der Clou: Vor sich hatte sie eine Box mit zahlreichen blauen Armbändern und Transpondern, die ich von meinen vorherigen Besuchen kenne. Auf meine Frage hin, was denn mit diesen blauen Spindschlüsseln sei, sagte sie mir, dass diese für die Online-Kunden reserviert seien und ich auf ein grünes oder gelbes Band warten müsse – es sei ja potenziell möglich, dass dieses Kontingent jetzt online verkauft wird.“

Im Gegenzug sei er gefragt worden, warum er nicht online kaufen würde – denn dann käme er ja sofort rein. „Man könne mir deshalb auch kein blaues Schlüsselband geben, da diese ja für die Online-Kunden reserviert seien. Ich checkte die Verfügbarkeit der E-Tickets: 100+.“ Später sei er noch aus dem Vorraum nach draußen verwiesen worden.

„Warum ich nicht einfach online gekauft habe? Das hätte ich durchaus tun können. Ich bin aber kein besser gestellter Mensch als jemand, der kein Smartphone, kein mobiles Internet, kein Paypal und keine Kreditkarte hat und ,einfach so‘ schwimmen gehen will, in dem er mit Bargeld zahlt“, schreibt er weiter. Die Stadtwerke als Betreiber des Schwimmbades erweckten den Eindruck, als seien sie an „Offlinekunden“ nicht mehr interessiert.

Kontingente für Online- und Vor-Ort-Kunden werden getrennt

Die Stadtwerke bestätigen, dass die Kartenkontingente für Online-Kunden und Vor-Ort-Kunden getrennt sind. „Das liegt an den getrennten Buchungssystemen“, erklärt Unternehmenssprecherin Sabine Müller. Die Stadtwerke hätten bisher nur vereinzelte Anfragen erhalten, warum an einzelnen Tagen keine Barzahlung vor Ort mehr möglich war. „Auf der Webseite sowie im Online-Shop wird klar gesagt, dass es an besucherstarken Tagen zu Engpässen beim Barzahler-Kontingent kommen kann, aber mit einem gebuchten Online-Ticket der Eintritt garantiert ist.“ Am Sonntag sei das Hildorado mit 1128 Badegästen sehr gut besucht gewesen.

Eine Benachteiligung von Menschen ohne Internetzugang sehen die Stadtwerke nicht, „da die Möglichkeit der Barzahlung grundsätzlich gegeben ist. Dass zu Stoßzeiten die Spinde komplett belegt sind, hat es auch schon in Zeiten ganz ohne Online-Buchung gegeben“, berichtet Dirk Bremermann, Leiter der Hildener Bäder. Ein Vergleich zu anderen Städten zeige zudem: „Die Online-Buchung hat sich stark durchgesetzt. Die deutliche Mehrheit der Kunden nutzt sie.“ In Hilden seien das rund drei Viertel.

Dem Vorwurf, „Offlinekunden“ ausschließen zu wollen, entgegnet Sabine Müller: „Wir freuen uns über jeden Gast im Hildorado.“ In Zukunft soll das System übrigens angepasst werden. „In diesem Jahr haben wir noch zwei verschiedene Kassensysteme parallel. Das ist eine Übergangszeit, in der es auch mal ruckelt. Im nächsten Jahr wird es nur noch ein System geben, das die Zugangsverwaltung flexibler macht“, erklärt Dirk Bremermann.

Ob es dann nur noch ein Ticketkontingent geben wird oder die Kontingente flexibler verschoben werden können, stehe jedoch noch nicht fest. Zu Beginn der Corona-Öffnungszeiten der Hildener Schwimmbäder hatten die Stadtwerke komplett auf Online-Buchungen gesetzt und damit einige Menschen verärgert. Vor allem Senioren, die keinen Internetzugang besaßen, fühlten sich ausgeschlossen. Deshalb gibt es nun die Lösung: Online-Buchung und Barzahlung vor Ort.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

17-Jährige Solingerin leidet seit Corona-Impfung unter Autoimmunkrankheit
17-Jährige Solingerin leidet seit Corona-Impfung unter Autoimmunkrankheit
17-Jährige Solingerin leidet seit Corona-Impfung unter Autoimmunkrankheit
Studentenvertreter warnt vor dramatischer Lage
Studentenvertreter warnt vor dramatischer Lage
Studentenvertreter warnt vor dramatischer Lage
Dahlhausen: Ampel und längere Sperrung
Dahlhausen: Ampel und längere Sperrung
Dahlhausen: Ampel und längere Sperrung
Feuerwehr rettet Bewohner aus brennendem Mehrfamilienhaus
Feuerwehr rettet Bewohner aus brennendem Mehrfamilienhaus
Feuerwehr rettet Bewohner aus brennendem Mehrfamilienhaus

Kommentare