Altstadt-Idylle hat auch Schattenseiten

Hildener Altstadt soll barrierefrei werden

Das Kopfsteinpflaster in der Hildener Innenstadt ist mit Rollator nur schwieirig befahrbar. Foto: Stephan Köhlen
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Das Kopfsteinpflaster in der Hildener Innenstadt ist mit Rollator nur schwieirig befahrbar.

Hilden. Das Kopfsteinpflaster stört Gehbehinderten - ein neuer Gehweg soll Abhilfe schaffen.

Von Christoph Schmidt

Die Schwanenstraße, die Marktstraße und die Eisengasse gehören mit ihren hübschen, denkmalgeschützten Fachwerkhäusern und dem alten Kopfsteinpflaster zu den Resten der 1000 Jahre alten Hildener Altstadt im Schatten der Reformationskirche. Hier finden Besucher jede Menge Fotomotive.

Die Altstadt-Idylle hat jedoch auch Schattenseiten – vor allem für Menschen, die in ihrer Mobilität und in ihrer Sehkraft eingeschränkt sind. Rollstuhlfahrern, Senioren mit Rollatoren oder alten Menschen, die auf eine Gehhilfe angewiesen sind, fällt das Befahren und Begehen des holprigen Kopfsteinpflasters schwer.

Deshalb hat der Behindertenbeirat bereits im Mai 2014 beantragt, einen barrierefreien Gehweg durch die Altstadt anzulegen. Auch weil die Schwanenstraße eine viel genutzte Verbindung von der Berliner Straße bis zur Fußgängerzone Mittelstraße ist.

In Hilden leben zwischen 5500 bis 8500 Einwohner, die ein Handicap haben. Die Politik hatte lange mit einer Entscheidung gezögert, weil bekannt ist, dass über kurz oder lang die Itterbrücke an der Schwanenstráße erneuert werden muss. Die Verwaltung plädierte aus Kostengründen dafür, zunächst den Brückenneubau abzuwarten und erst dann den barrierefreien Gehweg anzulegen. Andernfalls müsste der neue Gehweg teilweise erneut verlegt werden. Mehrkosten geschätzt rund 54 000 Euro.

Weil aber immer noch nicht absehbar ist, wann denn nun die Itterbrücke erneuert wird, wollte die Politik nicht bis zum St. Nimmerleinstag warten und beschloss den Bau des barrierefreien Gehweges noch in diesem Jahr – ungeachtet der möglichen Mehrkosten. Auf Wunsch der SPD wird zunächst eine Musterfläche angelegt, die sich die Stadtverordneten dann noch einmal anschauen wollen. Baudezernent Peter Stuhlträger stimmte die Ratsmitglieder aber schon einmal darauf ein, dass der barrierefreie Weg optisch sehr auffällig sein wird. Das sei nicht anders zu machen, weil Sehbehinderte einen starken Kontrast bräuchten, um sich zu orientieren. Sowohl der Behindertenbeirat als auch die Untere Denkmalbehörde hätten der Planung zugestimmt.

Der neue Gehweg ist zwischen 1 und 1,60 Meter breit. Er bekommt eine glatte Oberfläche, die in ihrer Rauheit dem üblichen Belag in der Fußgängerzone entspricht. Als Einfassung der roten Pflasterfläche ist ein damit in Kontrast stehender weißer Betonpflasterstein mit Noppen vorgesehen. Diese Materialien gewährleisteten eine taktile und kontrastreiche Führung innerhalb des barrierefreien Streifens. An Querungsstellen werden weiße taktile Leitelemente (Aufmerksamkeitsfelder) angeordnet.

Stadt befürchtet viele Unwägbarkeiten

Der Bau des barrierefreien Gehwegs in der Altstadt sei nicht unproblematisch, betont die Verwaltung. Durch die Arbeiten könne das alte Kopfsteinpflaster in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch das Wurzelwerk der Straßenbäume könnte Schaden nehmen. Zudem bestehe das Risiko von archäologischen Funden während des Ausbaus. Mitunter muss dann die Baustelle für Tage, Wochen oder gar Monate still gelegt werden, bis die Archäologen mit einer Notgrabung die Funde dokumentiert und/oder gesichert haben. Diese „Randbedingungen“ könnten zu Mehrkosten führen, die sich derzeit nicht genau beziffern lassen.

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