Deichbau

Hochwasserschutz erfordert Baumfällungen

Dieser Bereich ist in Hilden in der Hochwasser-Schutzkarte inzwischen als Deich eingezeichnet. Auf einem Deich dürfen keine Bäume stehen. Foto: tobi
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Dieser Bereich ist in Hilden in der Hochwasser-Schutzkarte inzwischen als Deich eingezeichnet. Auf einem Deich dürfen keine Bäume stehen.

Hilden. In Hilden ist ein Bereich um die Itter als Schutzanlage ausgewiesen worden.

Von Tobias Dupke

Wie viele Bäume im Uferbereich der Itter stehen, kann niemand genau sagen – aber es sind Hunderte. Im Sommer spenden sie den Spaziergängern und Radfahrern, die an sonnigen Tagen zu Tausenden zwischen dem Hildener Finanzamt und der Horster Allee Erholung suchen, kühlen Schatten. Außerdem prägen sie dort im Bereich Karnap die verträumte Landschaft. Dieses Bild ist nun in Gefahr. Denn die Bäume eines Teilstücks des Itter-Uferbereichs könnten schon bald gerodet werden.

Wir werden nicht zusehen, wenn Bäume gerodet werden sollen.

Daniela Hitzemann, Kreissprecherin

Die bis zu 1,50 Meter hohe Böschung ist seit kurzem in Teilabschnitten als Hochwasser-Schutzanlage ausgewiesen. „Wenn das als Hochwasserschutz gilt, müssen wir die Bäume roden“, sagt Engin Alparslan, Geschäftsführer des Bergisch-Rheinischen Wasserverbandes (BRW). Einige Uferbereiche gelten demnach als Deich, erklärt der BRW-Chef. „Und auf einem Deich darf kein Baum stehen.“ Die Bäume würden mit ihren Wurzeln zwar den Boden festigen. „Wenn aber ein Baum umstürzt, entsteht ein riesiges Loch.“ Und das soll vermieden werden.

„Bei den hier als Deich bezeichneten Wällen handelt es sich nicht um technisch für den Hochwasserschutz angelegte Bauwerke, sondern um Erdaufschüttungen, die im Zuge der Verlegung der Itter vor vielen Jahrzehnten entstanden sind. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Fortschreibung der Hochwassergefahrenkarten (HWGK) die Schutzwirkung dieser Erdwälle erstmals im Jahre 2019 dargestellt“, erklärt Beatrix van Vlodrop, Sprecherin der Bezirksregierung.

Wie mit den Erdwällen weiter verfahren und ob und wie der Hochwasserschutz dauerhaft gewährleistet werden solle, „ist zwischen der Stadt Hilden, dem Bergisch-Rheinischen Wasserverband und der zuständigen Aufsichtsbehörde abzustimmen“, erklärt die Sprecherin weiter.

Die Itter zieht sich hinter dem Stadtpark rund zwei Kilometer bis zur Horster Allee. Nach der Eisenbahnbrücke der Güterstrecke kurz hinter dem Finanzamt ist die Landschaft vor allem durch landwirtschaftliche Flächen auf der einen und Kleingärten sowie teilweise Gewerbe auf der anderen Seite geprägt. Der Deich ist nur auf der rechten Seite der Itter eingezeichnet. Ob im Fall der Fälle auch nur auf dieser Seite gerodet werden muss, ist unklar.

Hinter der Horster Allee, auf Düsseldorfer Gebiet, zieht sich die „Hochwasser-Schutzeinrichtung“ auf beiden Seiten weiter bis zur Hildener Straße. „Es wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, sagt Kreissprecherin Daniela Hitzemann beschwichtigend. Noch sei nicht klar, ob Bäume gefällt werden müssten. Bei einem Termin am 8. November, an dem der Kreis und der BRW teilnehmen, soll geklärt werden, wie es weitergeht. „Wir werden nicht einfach zusehen, wenn Hunderte Bäume gerodet werden sollen. Wir versuchen sie zu retten“, sagt Hitzemann.

Sollte der Uferwall tatsächlich als Deich gelten, müssten die Vorgaben umgesetzt werden – und auf Deichen dürfen keine Bäume stehen.

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