Nach Gewalttat

Vereine am Elbsee fordern Kontrollen

Thomas Schmidt ist Gelände- und Seewart beim Kanuclub am Elbsee – ihm missfällt die Lage schon länger. Foto: Stephan Köhlen
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Thomas Schmidt ist Gelände- und Seewart beim Kanuclub am Elbsee – ihm missfällt die Lage schon länger.

Hilden/Düsseldorf. Der See zwischen Düsseldorf und Hilden ist Treffpunkt junger Leute.

Von Tobias Dupke

Mit lebensgefährlichen Verletzungen ist ein 26 Jahre alter Mann am vergangenen Wochenende ins Krankenhaus eingeliefert worden. Laut Polizeibericht vom Donnerstag schwebt er nach wie vor in Lebensgefahr. Zuvor war das Opfer der Gewalttat mit einer Gruppe junger Leute am Elbsee in Streit geraten.

Das ist der bisherige Höhepunkt einer Vielzahl von Vorfällen am Elbsee, die Anwohner und Vereine seit Jahren begleiten. Sie fordern mehr Kontrollen durch das Ordnungsamt. Denn die Lage am Elbsee spitzt sich immer weiter zu. An warmen Tagen strömen Hunderte Menschen an den See, sonnen sich, gehen schwimmen, grillen, einige betrinken sich, geraten immer wieder auch in Streit.

Vor allem bei jungen Leuten ist das Düsseldorfer Gewässer – das seit der Gebietsreform nicht mehr zu Hilden gehört, jedoch weiterhin vor allem von Hildenern als Naherholungsgebiet genutzt wird – beliebt. Am Wochenende breiten schon morgens die ersten Besucher ihre Decken am Ufer aus und bleiben meist bis in die Nacht. Die wenigsten halten sich dabei an die Regeln.

Für den Elbsee ist das Düsseldorfer Ordnungsamt zuständig - das lässt sich dort nur selten blicken

Erwischt wird kaum jemand, denn für den Elbsee ist das Düsseldorfer Ordnungsamt zuständig - und die Mitarbeiter haben in der Altstadt und an anderen neuralgischen Punkten in der Landeshauptstadt schon viel zu tun, so dass der weite Weg an den Elbsee bisher eher selten angetreten wird.

Die nach ihrer Ansicht mangelnde Präsenz des Ordnungsdienstes in den vergangenen Jahren hat die Situation immer weiter eskalieren lassen, da sind sich einige Mitglieder der Wassersportvereine am Elbsee sicher. „Die Stadt hat jahrelang nur zugeschaut“, sagt Thomas Schmidt. Er ist Gelände- und Seewart des Kanuclubs Hilden. Schmidt ist seit 2013 mehrmals wöchentlich am und auf dem See, beobachtet die Situation mit großer Sorge. Auch schon früher gab es Menschen, die im Elbsee schwimmen waren und dort bis in die Nacht gefeiert haben. „Der Elbsee ist attraktiv. In den vergangenen Jahren sind es immer mehr Besucher geworden, das Verhalten wurde immer schlimmer.“

Überall läuft laute Musik, die Menschen schmeißen Steine in den See - und treffen dabei die Kanuten- , überall wird gegrillt, abends sogar Feuer gemacht. „Nicht nur im Bereich des Landschaftsschutzgebietes, sondern auch im Naturschutzgebiet“, sagt Schmidt. Erst am Wochenende habe er gesehen, wie mehrere Menschen mit einem Boot auf die Vogelschutz-Insel in der Mitte des Sees gefahren sind: „Mit einem Hund. Dort leben viele Bodenbrüter!“

Auf Fehlverhalten stehen hohe Geldstrafen

Vor einiger Zeit sei er angegangen worden, weil er an einigen Frauen vorbeigefahren sei, die sich oben ohne bräunen wollten. Als sei er ein Spanner. „Wir als Paddler sprechen die Menschen auch an, vor allem, wenn sie selbst mit einem Kajak unterwegs sind“, erklärt der Seewart. „Das könnte sonst auf uns zurückfallen.“ 80 Prozent seien einsichtig und würden zumindest nicht in die Schutzzonen paddeln. Der Rest ist renitent, beschimpft die Wassersportler mitunter.

Fehlverhalten kann teuer werden: Die Stadt verlangt bis zu 400 Euro Bußgeld für das Betreten der Flächen abseits der Wege. Wer ein Feuer macht, riskiert ein Bußgeld bis 2500 Euro. Die Corona-Pandemie habe das Problem verstärkt. Seit Frühjahr 2020 registriert die Stadt immer mehr Besucher am Elbsee. Bei heißen Temperaturen suchten Besucher auch Abkühlung im Elbsee, obwohl dort das Baden verboten ist.

Ordnungsdienst

Stadt: Die Stadt Düsseldorf sieht die Probleme am Elbsee – der Ordnungs- und Servicedienst (OSD) hatte bisher jedoch an anderen Orten genug zu tun. Doch dort hat es sich entspannt, so dass der OSD nun auch wieder in die Außenbezirke vordringt. „Der Ordnungs- und Servicedienst wird wieder häufiger in den Grüngebieten der Stadt kontrollieren. Die Mitarbeiter können jedoch nicht überall gleichzeitig präsent sein“, erklärt Stadtsprecher Volker Paulat.

Kontrolle: „Die Stadtverwaltung erwartet, dass mit einer Erhöhung der Kontrollintervalle und anschließender Ahndung der Verstöße die Situation in den Griff zu bekommen ist eine Sperrung des Elbsees für den Publikumsverkehr kommt für die Stadt nicht in Frage.

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