Drei Grundstücke sollen bebaut werden

Bahnhofsviertel soll sich weiterentwickeln

An der Baulücke Poststraße 35-37 und dahinter sollen Flächen für Wohnungen im Bahnhofsviertel neu genutzt werden. Foto: Stephan Köhlen
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An der Baulücke Poststraße 35-37 und dahinter sollen Flächen für Wohnungen im Bahnhofsviertel neu genutzt werden.

Bauentwicklungsgesellschaft plant weitere Wohnungen für ein Schlüsselprojekt in Hilden.

Von Christoph Schmidt

Hilden. Es geht um drei Grundstücke im Bereich der ehemaligen Schreinerei Szepanski (Poststraße 35-37). Die Bau- und Projektentwicklungsgesellschaft Jakob Durst GmbH & Cie. möchte dort ein Mehrfamilienhaus mit zehn öffentlich geförderten Wohnungen an der Poststraße errichten und zehn Reihenhäuser in zwei Zeilen dahinter. Geplant sind zwei Durchfahrten: Eine führt direkt in eine Tiefgarage mit etwa 23 Stellplätzen, eine zweite ist für Fußgänger, Radfahrer, die Feuerwehr und fünf Stellplätze für Nachbarn vorgesehen. Bis auf diese fünf Stellplätze soll der gesamte Blockinnenbereich autofrei gestaltet werden. Die Dächer der Häuser sollen begrünt, vor den Hauseingängen jeweils zwei Fahrradstellplätze angeordnet werden.

Die Verwaltung befürwortet den Antrag, weil sich das Vorhaben mit dem Plan der Stadt deckt und sogar noch mehr Wohnung vorsieht. Werde es umgesetzt, könnte es die Entwicklung des Bahnhofsviertels entscheidend voranbringen. Die Stadtverwaltung möchte schon seit mehr als zehn Jahren den Innenbereich zwischen Poststraße, Bahnhofsallee und Benrather Straße für Wohnen erschließen. Denn dafür müssten keine Freiflächen geopfert werden. Vielmehr könnten bereits versiegelte Flächen (Schuppen, Garagen, Gewerbe) aufgewertet und besser genutzt werden. Zudem könnte man dort auf wenig Platz bezahlbaren Wohnraum für relativ viele Bürger schaffen.

Die Stadtverwaltung hatte schon vor Jahren einen Entwurf für die Entwicklung des Areals vorgelegt. Er sah bis zu 100 Wohnungen im Innenbereich vor. Die Innenstadt ist von dort in zehn Minuten zu Fuß bequem zu erreichen. Das neue Quartier wäre zudem über den Hildener Bahnhof auch gut an das Bus- und S-Bahnnetz angebunden.

Bahnhofsviertel: Warum ist bislang nichts geschehen?

Warum ist bislang nichts geschehen? Es gibt viele Eigentümer. Und die verfolgen auch noch unterschiedliche Interessen. Jüngstes Beispiel: Die Firma Tecklenburg wollte ein Eckgrundstück an der Benrather Straße/Bahnhofsallee mit Wohnungen bebauen. Es wird aktuell zum Teil als Parkplatz für den Meditower genutzt. Plötzlich wollte der Grundstückseigentümer nicht mehr verkaufen. Die Durstbau verfügt nach eigenen Angaben über die nötigen Grundstücke.

Die Realisation einer zusammenhängenden Grünfläche wird damit unwahrscheinlich.

Stellungnahme der Verwaltung

Die Politik hat einstimmig beschlossen, einen Bebauungsplan für den Bereich aufzustellen. Ob gebaut wird und wie, entscheidet sich erst nach Abschluss des vorgeschriebenen Verfahrens, an dem neben den Trägern öffentlicher Belange auch die Bürger beteiligt werden müssen. Das könne dazu führen, dass die Planung gegebenenfalls überarbeitet werden müsse. Beispiel: Im Innenbereich ist im städtischen Rahmenplan eine Grünfläche mit Spielplatz vorgesehen. Im Antrag von Durstbau wird die öffentliche Grünfläche größtenteils auf Fremdgrundstücken (also außerhalb des eigenen Projektgrundstückes) dargestellt, die jedoch heute bereits teilweise baulich genutzt sind (unter anderem mit der Tiefgarage „Medi-Tower“ Bahnhofsallee 20). „Die Realisation einer zusammenhängenden Grünfläche wird damit unwahrscheinlich“, sagt dazu die Verwaltung. Schafft die Stadt Baurecht, will Durstbau auch die Planungs- und Erschließungskosten übernehmen.

Private Investoren wurden durch Investitionen ermutigt

Das Bahnhofsviertel (nördliche Unterstadt) war vor Jahren aus städtebaulicher Sicht eine der problematischsten Ecken Hildens: dicht besiedelt, viele Altbauten. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen, wenn man durch das Quartier zwischen Benrather Straße, Bahnhofsallee, Feld- und Poststraße geht. 2006 haben sich Bürger, Politiker und Verwaltung zusammengesetzt und gemeinsam ein Bündel von Verbesserungsvorschlägen erarbeitet. Sichtbares Zeichen der Veränderung war die Sanierung des maroden Bahnhofsgebäudes für 3,4 Millionen Euro im Jahr 2009. Der Bahnhofsplatz und die Bahnhofsallee wurden für rund eine Million Euro renoviert.

Diese Investitionen der öffentlichen Hand haben eine ganze Reihe von privaten Investoren ermutigt, ebenfalls in ihre Häuser im Bahnhofsviertel zu investieren. Beispiele sind etwa das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Feld-/Körnerstraße. Viele Jahre stand dort ein Abbruch-Haus.

Architekten-Ideen

Die Städte Hilden, Ratingen, Solingen und Wülfrath brachten als „Bergische Kooperation“ eine gemeinsame Aufgabe in den europäischen Architektur- und Städtebauwettbewerb Europan 2019 ein. Dabei ging es auch um das Bahnhofsviertel in Hilden. Die Entwürfe junger Architekten wurden mit zwei von drei ersten Preisen mit jeweils 12 000 Euro ausgezeichnet. Insgesamt waren 23 Projekte für deutsche Standorte beim Wettbewerb eingereicht worden.

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