Hauptbahnhof Wuppertal ist stark verdreckt

Taubenkot und Rattenplage

Von Andreas Boller

Wuppertal Bürgermeister Rainer Spiecker (CDU) ist entsetzt über den Zustand der Bahnsteige im Wuppertaler Hauptbahnhof. Unter den Bahnsteigdächern und an der Rückseite bauen Tauben Nester und hinterlassen überall Kot, der sich an manchen zu wahren Bergen aufgetürmt hat. Die Fahrgäste der Bahn müssen ständig auf der Hut sein, um nicht in frische Exkremente zu treten, aber es lohnt sich generell auch der Blick nach oben, wo die Vögel ungestört ihren Geschäften nachgehen.

Das Problem im Hauptbahnhof ist seit Jahren bekannt, allerdings ist aktuell zur Taubenplage noch ein Rattenproblem hinzugekommen, wovon Köderboxen zeugen, die an den Bahnsteigen aber auch in der Nachbarschaft aufgestellt sind. Spiecker weist auf die Diskrepanz zwischen dem Zustand des Bahnhofsvorplatzes und der Mall im Gegensatz zu den Bahnsteigen hin. „Unten hui und oben pfui, kann man da sagen. Während der Außenbereich von der Stadt regelmäßig kontrolliert und gesäubert wird, und die Bahn die Mall im unteren Bereich in Ordnung hält, sind die hygienischen Bedingungen oben auf den Bahnsteigen katastrophal.“ Und weiter: „Es sieht hier nicht mehr so schlimm aus wie früher, aber bei den Tauben handelt es sich um ein schwieriges Thema, das langfristige Lösungen erfordert. Da ist es mit Kehren nicht getan. Vielleicht sollte die Bahn hier endlich wieder einmal eine Grundreinigung vor allem am Gebäude und am Treppenaufgang vornehmen. Es müssten aber auch bauliche Veränderungen vorgenommen werden, um es den Tauben ungemütlicher zu machen.“

Taubenfütterung hat zur Rattenplage beigetragen

Stefan Deffner, Pressesprecher NRW Deutsche Bahn AG, verweist darauf, dass die Bahn schon seit Jahren die verschiedensten Versuche unternehme, um die Tauben loszuwerden. Dass sich die Tauben so massiv im Hauptbahnhof eingenistet hätten, habe aber einen entscheidenden Grund: „Es wird gefüttert, und zwar regelmäßig und in großen Mengen.“ Spiecker berichtet über Beobachtungen, nach denen das Futter von der Südstadt aus säckeweise ausgeschüttet werde. Das Vorgehen der vermeintlichen Taubenfreunde sieht die Bahn auch als Grund dafür, dass sich Ratten im Bahnhof und im Umfeld angesiedelt haben. „In einem gemeinsamen Projekt gehen die Stadt, Bahn und die Anwohner aus der Nachbarschaft jetzt gegen die Ausbreitung einer Rattenplage vor“, sagt Deffner.

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