Sanierung

Handwerker geben jetzt in der Stadthalle den Ton an

Mit dem Hubsteiger können auch entlegensten Ecken in der hohen Stadthalle erreicht werden.
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Mit dem Hubsteiger können auch entlegensten Ecken in der hohen Stadthalle erreicht werden.

Hämmern, Wischen, Schrauben: Arbeiter bessern historische Stadthalle Wuppertal aus.

Von Monika Werner-Staude

Wuppertal. Sommerferien, das kennen sie hier nicht. Vielleicht eine reduzierte Taktung – auch wenn gerade erst ein großes Boxshow-Event gemanagt werden musste und am letzten Juli-Wochenende das Bundesjugendzupforchester mit seinen an die 40 Nachwuchsmusikerinnen und -musikern anrückte. Dennoch werden die spielfreien Wochen des Sinfonieorchesters Wuppertal traditionell dazu genutzt, um die historische Stadthalle auf dem Johannisberg auf Vordermann zu bringen. Business as usual auch im Sommer 2022 also – Lockdowns und Sicherheitsmaßnahmen sind Vergangenheit. Und sollen es möglichst auch bleiben.

Business as usual heißt derzeit vor allem Saubermachen. Und zwar dort, wo Mensch im Normalfall nicht aus eigenen Kräften hinkommt. Schließlich sind die Wände des Gebäudes bis zu 17 Meter hoch. Weshalb ein Hubsteiger aufgestellt wird, von dem aus dann einige Tage lang die Birnen in den unter der Decke angebrachten Lampen gewechselt, im Großen Saal und der Gartenhalle diesmal auf LED umgestellt werden. Auch wird nun der Staub von den Decken entfernt. Unabhängig davon werden Stühle und Tische gereinigt, abgezogen, repariert, einzelne Teile gewechselt. Und es wird Inventur gemacht (wobei die Pandemie weniger Verschleiß und Schwund brachte). Die Liste ist lang, die Christian Kontowski, der Betriebsleiter und Prokurist des Hauses, aufzählt.

Mahler- und Hindemith-Saal werden zur Werkstatt

Um die Reparaturen kümmert sich derweil Ingo Teigelmeister, seines Zeichens Gebäudetechniker und einer von drei Nachhaltigkeitsmanagern der Stadthalle. Da werden die Platten von 245 Konferenztischen aufwendig fit gemacht. Wofür der Mahler- und der Hindemith-Saal zur Werkstatt umfunktioniert wurden. Da wird im Auftrag des Gebäudemanagements der Vorplatz aufgerissen, um Rohre neu zu verlegen, damit kein Wasser mehr in den Keller läuft. Die Bühne wird geprüft und gewartet, die Lüftungsanlage im Dach erhält neue Brandschutzklappen, einige Bodenfliesen werden gewechselt. Außerdem müssen einige Holzvertäfelungen in den oberen Sälen neu beschichtet werden. Ein längerer Prozess – die beauftragte Spezialfirma musste erst einmal den richtigen Belag ermitteln.

Größere Arbeiten müssen warten – dafür fehlt Stadt Geld

Größere Arbeiten wie die Sanierung der bröckelnden Fassade müssen dagegen weiter warten. Die schwierige Haushaltslage der Stadt bewirkte eine weitere Verschiebung, diesmal in 2023. Auch wenn das weitere Preissteigerungen einschließt. Die fragilen Figuren sind eingenetzt, ein Sachverständiger klopft jedes Frühjahr lockere Steine ab.

Nicht terminiert ist außerdem die Dachsanierung und Bestückung mit Solarzellen. Die fehlende Planungssicherheit in den Lockdowns der Pandemie verhinderte zudem, dass größere Arbeiten, wie die Parketterneuerung, angegangen werden konnten. Zwar habe die reduzierte Nutzung auch das Verschleißtempo gebremst, erzählt Teigelmeister, „aber irgendwann müssen wir da ran“.

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