Nach Hochwasser

Wasserverband tritt der massiven Kritik entgegen

Das Wasser stand in Gruiten so hoch wie nie zuvor. Schuldzuweisungen ließen nicht lange auf sich warten. Foto: Lothar Weller
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Das Wasser stand in Gruiten so hoch wie nie zuvor. Schuldzuweisungen ließen nicht lange auf sich warten.

Überflutung in Gruiten

Haan. „Niemand war unvorbereitet. Wir wussten, dass uns sehr starker Regen erreichen wird, doch damit, was dann kam, konnte keiner rechnen“, sagt Engin Alparslan, Geschäftsführer des Bergisch-Rheinischen Wasserverbandes (BRW) mit Sitz in Gruiten. „Wir hatten über großen Teilen unseres Verbandsgebiets langanhaltenden Niederschlag, von 42 Hochwasserrückhaltebecken waren 39 überfüllt. Die gute Infrastruktur, die der BRW bereits heute vorhält, war mit den Wassermassen schlichtweg überfordert.“

Es war Kritik am BRW aufgekommen, bis hin zu dem Vorwurf, dass der Verband die Menschen „einfach absaufen“ lasse. Dass dem nicht so war, bestätigten auch der Umweltaktivist Hans-Joachim Friebe aus Gruiten und Landwirt Karl Bröcker, der einen Betrieb an der Grenze zu Vohwinkel betreibt. „Oberhalb unserer Felder ist das Wasser wie in einem Sturzbach aus dem Wald geschossen“, berichtet Bröcker. Das liege an der besonderen Tektonik des Geländes, denn unterhalb des Mutterbodens sei eine Schieferröttelschicht, an der sich das Sickerwasser sammelt und so den Sturzbach ausgelöst hat. Ähnlich sehe es am Rückhaltebecken in Vohwinkel aus.

Die Gesamttopographie müsse stärker ins Blickfeld rücken, denn schließlich kämen in und um Gruiten insgesamt sieben Bäche zusammen – plus Düssel. „Wenn die Felder schon abgeerntet gewesen wären bei dem Starkregen, hätte es das Dorf noch schlimmer getroffen“, meint Bröcker. agr

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