Talentschmiede

Großer Umbruch in der Junior Uni

Ernst-Andreas Ziegler mit seinem Hund vor seiner Uni. Foto:
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Ernst-Andreas Ziegler mit seinem Hund vor seiner Uni.

Ernst-Andreas Ziegler: Der Erfinder, Gründer, Macher und Motor verlässt Talentschmiede.

Von Lothar Leuschen

Wuppertal. Ernst-Andreas Ziegler (83 Jahre) verlässt die Geschäftsführung der von ihm gegründeten Junior Uni. Damit geht eine Ära zu Ende, die ein vermutlich weltweit einzigartiges Bildungsangebot hervorgebracht hat.

Die Junior Uni ist mittlerweile Vorbild für Einrichtungen in vielen Städten Nordrhein-Westfalens und hat jetzt auch in Daun in Rheinland-Pfalz Wurzeln geschlagen. Die Universität für Studierende ab vier Jahren ist eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte, geschrieben und in Szene gesetzt von Ernst-Andreas Ziegler. Auf seine Initiative geht die Idee zurück, hochwertige Bildung mit Spannung, Spiel und Spaß auch jenen Kindern zu gewähren, die aus den sogenannten bildungsfernen Schichten stammen. Das Ziel war und ist, dass kein Talent in Wuppertal unentdeckt bleiben möge.

„Wer mir eine Freude machen will, der möge die Junior Uni unterstützen.“

Ernst-Andreas Ziegler, Gründer der Junior Uni

Die 2008 ausgebrachte Saat ist aufgegangen. Heute vergibt die Junior Uni mehr als 8000 Kursplätze im Jahr. Vergleichbares gibt es noch nirgendwo. Rund 150 Dozenten führen die zumeist sehr kleinen Studenten an alle Fächer heran, die es an Universitäten üblicherweise gibt. Das Angebot erreicht eine Qualität, die sich inzwischen bis in die USA herumgesprochen hat. Auch von dort aus verfolgen junge Studentinnen und Studenten digital die Kurse der Wuppertaler Junior Uni. Die Kursteilnehmer kommen längst nicht mehr nur aus Wuppertal und dem Bergischen Land.

„Ich habe mich schon länger mit dem Gedanken getragen, die Leitung der Junior Uni in jüngere Hände zu geben“, sagt Ziegler. In Ariane Staab und Annika Spathmann sowie im Prokuristen Stefan Hellhake hat er nun das Team zusammen, von dem er sicher ist, dass es den Weg der Uni weitergehen kann.

Die Herausforderung ist freilich eine große. Denn Ziegler war und ist Macher, Motor und Rückgrat der Uni. Dass sich dieses Bildungsangebot von vornherein immer ohne auch nur einen Cent aus den Kassen von Staat und Stadt finanziert, geht auch auf den erklärten Wunsch Zieglers nach Unabhängigkeit zurück. Der Erfolg gibt ihm recht. Das 2013 eröffnete und ebenfalls ausschließlich privat finanzierte Gebäude sieht auch nach nun acht Jahren Betrieb noch aus wie fast neu. Es ist für fünf Millionen Euro entstanden und wurde von den Wuppertaler Architekten Hans Christoph Goedeking und Josef Johannes Niedworok realisiert.

Der Kreis jener, die das Wuppertaler Modell regelmäßig fördern, wird größer und reicht mittlerweile weit über das Bergische Land hinaus. „Wer mir persönlich eine Freude machen will, der möge die Junior Uni finanziell und ideell unterstützen“, sagt Ziegler.

Welchen Rang die Uni sich mittlerweile erarbeitet hat, zeigt auch die Gästeliste. Neben der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel haben unter anderem die ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und Armin Laschet (alle CDU) dem fröhlich bunten Gebäude am Loh ihre Besuche abgestattet. Zuletzt zeigte sich der SPD-Fraktionschef im Landtag, Thomas Kutschaty, vom Konzept der Uni äußerst beeindruckt.

Umso tiefer ist der Einschnitt, den der Rückzug Ernst-Andreas Zieglers aus der Geschäftsführung der Junior Uni bedeuten könnte – gäbe es da nicht den Beirat, der Ziegler zu seinem neuen Mitglied gewählt hat. Der Erfinder, Gründer, Macher und Motor der Junior Uni bleibt seinem größten Lebenswerk und einem der strahlendsten Aushängeschilder Wuppertals verbunden.

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