Großer Andrang beim Bewerberdating

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Jana Grün ist gut vorbereitet zum 12. Bergischen Bewerberdating der Bergischen IHK gekommen. Foto: Michael Kremer

85 Firmen aus dem Städtedreieck boten jungen Besuchern mehr als 500 Ausbildungsplätze an.

Von Michael Kremer

Wuppertal. Alle Jugendlichen aus dem bergischen Städtedreieck, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, waren gestern zum zwölften Bergischen Bewerberdating eingeladen. In die Hauptgeschäftsstelle der Bergischen IHK in Wuppertal konnten sie unter mehr als 500 freien Ausbildungsplätzen das für sie passende Angebot finden.

„Mit 85 Betrieben haben wir eine Rekordbeteiligung.“, sagte Carmen Bartl-Zorn. Die Leiterin des IHK-Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung wertete dies als Zeichen dafür, wie groß der Bedarf an Nachwuchs in den Unternehmen ist. Selbst die IHK bilde da keine Ausnahme. Auch die Kammer habe noch nicht alle ihre Ausbildungsplätze besetzt.

Nicht nur das Interesse der Betriebe an dieser Veranstaltung ist groß. „Ich bin froh, dass sie auch von den Jugendlichen gut angenommen wird“, sagt Bartl-Zorn. Gut 250 Bewerber seien bereits in den ersten zwei Stunden gekommen, um sich bei den Firmen vorzustellen. Vielen von ihnen kann die IHK-Mitarbeiterin ein großes Lob aussprechen: „Sie sind top vorbereitet.“ Nicht wenige der Besucher tragen einen Stapel Bewerbungsmappen mit sicher herum.

Die 21 Jahre alte Jana Grün aus Solingen ist eine dieser gut vorbereiteten Besucherinnen. Sie hat ihr Soziologie-Studium in Wuppertal abgebrochen und möchte nun eine Ausbildung zur Industriekauffrau beginnen. Auch eine Stelle im Groß- und Außenhandel oder als Kauffrau für Versicherung und Finanzen kommt für sie in Betracht. Nach einem Blick in die Bewerbungsmappe der jungen Solingerin nennt Bartl-Zorn sie „eine Musterbewerberin“. Die Mappe lässt keine Wünsche offen, die Alternativen beim Berufswunsch erhöhen die Chancen ungemein.

„Es muss nicht unbedingt ein Einser-Abi sein. Wichtig ist, dass der Bewerber ins Team passt.“Sylke Lukas, Bergisches Land Tourismus Marketing

Das Bewerberdating ist nicht der erste Versuch der 21-Jährigen, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Von sich aus hat sie sich bereits bei einer Reihe von Firmen beworben. Von einigen steht eine Antwort noch aus. Als Jana Grün davon erzählt, muss Carmen Bartl-Zorn schlucken. „Ich kann nur an alle Firmen appellieren, schnell zu reagieren, wenn eine Bewerbung auf ihrem Schreibtisch landet – sonst sind die Bewerber weg.“ Das gilt vermutlich auch für Jana Grün. Für sie kommt auch eine Ausbildung in Wuppertal oder Remscheid infrage. Sie würde gerne in Solingen bleiben, sagt sie, „aber da gibt es nicht so viele Stellen“.

Bestätigt wird dies unter anderem dadurch, dass deutlich weniger Solinger als Remscheider oder Wuppertaler Firmen einen Vertreter zum Bewerberdating geschickt haben. Eine Ausnahme ist das Bergisches Land Tourismus Marketing mit Sitz in Solingen. Die für das Messe- und Eventmanagement zuständige Sylke Lukas vertritt „Die Bergischen Drei“ beim Bewerberdating. Sie kann eine Ausbildung zum Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit anbieten. Drei Bewerbungen hat sie nach den ersten anderthalb Stunden entgegengenommen. Weitere sind möglich, „die Bewerbungsfrist endet Ende der Woche“, sagt sie.

Für den offenen Ausbildungsplatz sucht sie Bewerber mit Abitur oder Fachabitur. Die Noten seien dabei nicht das alleinige Kriterium für eine Anstellung. „Es muss nicht unbedingt ein Einser-Abi sein“, sagt Lukas. Wichtig sei vor allem, dass der Bewerber ins Team passe. Das könne auch ein guter Realschüler sein. Wobei sich ein Problem stelle: „Wenn sie direkt von der Schule kommen, sind sie noch zu jung.“ Bei Einsätzen im Ausland könnte das Ärger mit dem Jugendschutz geben.

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