Was man auf der Grillmesse lernen konnte

+
TV-Grillexperte Andreas Rummel zeigte sein Können vor Publikum und ließ die Zuschauer anschließend auch probieren. Foto: Andrea Schmitz

Die Messe „Grill & BBQ“ brachte am Wochenende wichtige Erkenntnisse über Zirben, Schokolade und Nachhaltigkeit.

Von Claudia Hötzendorfer

Düsseldorf. Grillen ist Männersache. Zugegeben, es ist ein Klischee. Das allerdings am Wochenende auf der Messe „Grill & BBQ“ in Düsseldorf nicht so ganz von der Hand zu weisen war. Denn die Herren waren tatsächlich in der Überzahl, sowohl unter den Anbietern als auch bei den Besuchern.

Ein Hauch von Geräuchertem und brutzelndem Grillgut hing in der Luft. Wer Appetit mitgebracht hatte, konnte sich durch ein feines Fleischsortiment probieren, dazu Steak-Pommes naschen und als Nachtisch noch eine Bubble-Waffel verzehren. Von Grills in allen Größen und Formen über Zubehör bis hin zu Gewürzen, Saucen und Hochprozentigem gab es so ziemlich alles, was des Grill-Enthusiasten Herz begehrt. Zu entdecken und lernen gab es auch so einiges auf der „Grill & BBQ“:

Zum Beispiel, dass. . .

. . . man Zirben vielseitig verwenden kann. Zirben? Noch nie gehört? „Das ist eine Kiefernart, die erst ab einer Höhe von rund 1300 Metern wächst. In Tirol wird sie wie Rosmarin verwendet“, erklärt Christine Assfalg. Die gelernte Schreinerin hat das kleine Unternehmen ihrer Familie um ein spannendes Sortiment erweitert. Sie stellt aus dem Harz, den Zapfen, Nadeln und Samen der Zirben unter anderem „Hönig“ her. „Mit Ö, weil ich dabei die Arbeit der Bienen übernehme“, sagte Christine Assfalg. Neben Räucherchips, die Fleisch ein ganz besonderes Aroma geben, bietet sie in ihrem kleinen Hofladen in Ravensburg auch selbst gemachte herzhafte „Männermarmelade“ aus Rindertrockenfleisch und Zirben-Öl an, die man als Brotaufstrich, zum Dippen oder zum Marinieren nehmen kann. „Einfach zum Beispiel Hähnchenschenkel damit bestreichen, einziehen lassen und eventuell noch mit etwas Pfeffer würzen“ – so lautet ihr Genussvorschlag.

. . . ein Grill nachhaltig sein und in einen Rucksack passen kann. Christian Battel hatte die Nase voll. Der passionierte Angler aus Lank-Latum wollte nicht mehr in der Natur ein offenes Feuer machen. Ein Jahr lang tüftelte er, dann war der Prototyp eines portablen leichten Grills marktreif. Er passt in jeden Rucksack und kann mit Gas betrieben werden. „Der Grill wird von unten her nicht heiß. So hinterlässt man später auch keine verbrannten Stellen im Gras“, erklärt Battel. Das verwendete Material (Edelstahl) ist langlebig und der Preis mit rund 159 Euro erschwinglich. „Ich wollte, dass ihn sich auch Studenten leisten können, die kein großes Budget haben“, sagt Christian Battel, der fest davon überzeugt ist, dass er damit auch eine Alternative zu Einweggrills gefunden hat.

. . . Schokolade Grundlage für sehr leckere Dips und Marinaden sein kann. Sie sollte aber einen Kakaoanteil von mindestens 78 Prozent haben. „Grillpralinen“ hat ein kleines Familien-Start-up aus Waldbronn Kreationen genannt, die auf der Grundlage von feinster Schokolade und in der asiatischen Variante auch den Schalen der Kakaobohne entstanden sind. Der Geschmack ist überraschend fein und nicht halb so süß, wie man meinen könnte. Sechs Geschmacksrichtungen haben Joachim Hirscher und seine beiden Söhne bislang im Sortiment, die sich nicht nur zum Dippen, sondern auch hervorragend zum Marinieren verwenden lassen, darunter auch eine scharfe Chili-Grillpraline. „Man muss einfach mal den Mut haben, etwas auszuprobieren“, sagt Joachim Hirscher. Klassisch würzen und marinieren kann ja schließlich jeder.

. . . drei Dinge ausreichen, um ein Grill-Profi zu werden. „1. Eine möglichst hohe Temperatur des Grills, 2. hochwertiges Fleisch vom Metzger oder Fleischer seines Vertrauens und 3. Leidenschaft“, zählt Mark Schindler auf. Er muss es wissen, denn er ist nicht nur Grill-Fachhändler. Man kann bei ihm in Heerdt vor allem auch Kurse belegen, um ein echter Profi oder sagen wir zumindest ein Routinier am Grill zu werden, der mehr zustande bringt als verkohlte Würstchen. Das 15 Kurse umfassende Angebot reicht dabei vom Workshop für Einsteiger bis hin zu speziellen Themen wie Steak, Burger und BBQ. „Ruhe ist auch ein wichtiger Faktor, damit es gelingt“, sagt Mark Schindler. „Wer leidenschaftlich bei der Sache ist, der hat da bald den Bogen raus.“

TRENDTHEMA GRILLEN

NEUERÖFFNUNG Grillabteilungen zählen mittlerweile in fast allen Baumärkten zum festen Sortiment. In Lennep eröffnet nun bald ein ganzes Geschäft rund ums Grillen – der Grillardor an der Ecke Ring-/Lüttringhauser Straße. Der Rohbau steht bereits in unmittelbarer Nähe der Autobahn-Abfahrt Lüttringhausen. Die Eröffnung ist für den Frühsommer avisiert; in Stellenausschreibungen ist der Dienstbeginn auf den 1. Mai datiert.

ANGEBOT „Auf über 2000 m² kann das Thema Grillen mit allen Sinnen erlebt werden“, versprechen die Macher. Neben dem Einzelhandel gehöre auch der mit 1000 Quadratmeter größte Weber Original-Store in Deutschland zum künftigen Angebot. Gastronomie sowie ein Kursangebot ergänzen das Verkaufsangebot auf dem Gelände der einstigen Remscheider Straßenmeisterei. Vorstand der Grillardor-Aktiengesellschaft ist Frederik Kappenstein.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unfälle auf A1 und A46 nach Hagelschauer
Unfälle auf A1 und A46 nach Hagelschauer
Schrottimmobilie möglicherweise durch Sturm eingestürzt
Schrottimmobilie möglicherweise durch Sturm eingestürzt
Wuppertaler Bühnen: Im Sommer droht Insolvenz
Wuppertaler Bühnen: Im Sommer droht Insolvenz
Rheinbahn verteilt Spucktüten
Rheinbahn verteilt Spucktüten

Kommentare