Jahresempfang der IHK

Gemeinsames Bekenntnis zu Europa

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IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge begrüßte die Gäste auf Schloss Burg.

SOLINGEN Solingens OB Kurzbach und IHK-Präsident Meyer diskutierten über die weltpolitische Lage.

Von Kristin Dowe

In den wesentlichen Punkten in Anbetracht der wirtschaftspolitischen Lage weltweit in Zeiten von Trump, Putin und Erdogan und deren Auswirkungen auf das Bergische Land sprachen sie am Dienstagabend mit einer Stimme: Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und Thomas Meyer, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid. Letztere hatte zu ihrem Jahresempfang auf Schloss Burg geladen und zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft, darunter auch Solingens früherer Oberbürgermeister Franz Haug (CDU), waren der Einladung gefolgt.

Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Kurzbach konnte sich IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge in seinem Grußwort nicht verkneifen: „Deine Partei läuft ja gerade ein wenig in Richtung Splittergruppe“, frotzelte Wenge mit Blick auf die anhaltende Talfahrt der Sozialdemokraten in den Umfragewerten.

Radio-RSG-Chef Thorsten Kabitz moderierte die Veranstaltung und spannte in der Diskussion mit Meyer und Kurzbach einen weiten Bogen von der gesamtgesellschaftlichen Situation Europas, die drohenden Auswirkungen des Brexits auf die heimische Wirtschaft bis hin zum ewigen Ringen um die Kompromissbereitschaft der Politik beim hehren Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt für die Klingenstadt zu schaffen.

Fachkräftemangel macht der Wirtschaft Sorge

Eines der größten Probleme der Gegenwart für die Mitgliedsunternehmen der IHK sieht Thomas Meyer im drohenden Fachkräftemangel und plädiert für ein konsequentes Umdenken auf Seiten der Eltern, wenn es um die großen Zukunftsfragen ihrer Kinder gehe: „Alle Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste. Bei vielen herrscht noch die Meinung vor, dass ein Studium vor Arbeitslosigkeit schützt und bessere Einkommenschancen eröffnet. Das stimmt aber so nicht.“

Jahresempfang der IHK auf Schloss Burg

Jahresempfang der IHK © Christian Beier
Jahresempfang der IHK © Christian Beier
Jahresempfang der IHK © Christian Beier
Jahresempfang der IHK © Christian Beier
Jahresempfang der IHK © Christian Beier
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 © Christian Beier
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Längst sei eine klassische akademische Ausbildung heute keine Karrieregarantie mehr, während der Schritt in die Selbstständigkeit etwa in einem handwerklichen Beruf teilweise deutlich bessere Perspektiven für Berufseinsteiger biete. Auch würden viele junge Menschen die vielfältigen Möglichkeiten eines dualen Studiums, das Theorie und Praxis im Job verbindet, gar nicht kennen. „Wir müssen genauso anerkennen, wenn jemand seinen Meister in einem handwerklichen Beruf gemacht hat, als wenn er den Bachelor erworben hätte.“

Es diskutierten auf dem Podium IHK-Präsident Thomas Meyer, RSG-Chefredakteur Thorsten Kabitz und OB Tim Kurzbach (v. li.).

In der Diskussion um eine mögliche Erhöhung der Grundsteuer B in Solingen als Instrument auf dem Weg zur schwarzen Null im kommenden Haushaltsjahr bekräftigten Kurzbach und Meyer unisono, diesen Schritt unbedingt vermeiden zu wollen. Doch müsse irgendwo der Rotstift angesetzt werden, wenn man den Einsatz eines Sparkommissars in Solingen vermeiden wolle. „Was glauben Sie, was ein Sparkommissar als erstes machen würde“, fragte OB Kurzbach wohl eher rhetorisch in die Runde. „Er würde die Steuern erhöhen.“ Eine vernünftige Sparpolitik sei in Solingen nur mit Kompromissen zu machen, für die auch die Bürger erst mal die Bereitschaft aufbringen müssten.

Ernste Töne schlug Thomas Meyer schließlich in seinem Schlusswort an, das zu einem flammenden Plädoyer für den Zusammenhalt in Europa im Zuge des teils wieder grassierenden Antisemitismus geriet: „Wir leben seit über 70 Jahren in Europa in Frieden. Wir dürfen nicht zulassen, dass Juden wieder Angst haben, hier zu leben.“

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