OB-Kandidat

CDU geht das Wagnis Schneidewind ein

Sie werden gemeinsam in den Wahlkampf gehen: Matthias Nocke (CDU, links) und Prof. Dr. Uwe Schneidewind. Foto: Andreas Fischer
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Sie werden gemeinsam in den Wahlkampf gehen: Matthias Nocke (CDU, links) und Prof. Dr. Uwe Schneidewind.

WUPPERTAL Präsident des Wuppertal Instituts hat viele CDU-Mitglieder überzeugen können. Jetzt soll er gemeinsamer OB-Kandidat werden.

Von Andreas Boller

Die Parteispitze der CDU Wuppertal wird ihren Mitgliedern Uwe Schneidewind als gemeinsamen Kandidaten von CDU und Grünen für die Oberbürgermeisterwahl 2020 vorschlagen. Zu diesem Ergebnis kamen der geschäftsführende Kreisvorstand und die Kreiskonferenz nach einer zweistündigen Sitzung am Wochenende, in der eine unverbindliche Mitgliederbefragung ausgewertet wurde.

In der vergangenen Woche hatte sich Uwe Schneidewind in der Stadthalle als potenzieller OB-Kandidat auf Einladung der CDU rund 220 Zuhörern vorgestellt. 112 CDU-Mitglieder gaben nach der Veranstaltung ihre Einschätzung darüber ab, ob Schneidewind als gemeinsamer OB-Kandidat von CDU und Grünen infrage komme. Der Aussage, Uwe Schneidewind hat das Zeug zum Oberbürgermeister, stimmten 75 Prozent zu. 69 Prozent waren davon überzeugt, dass Schneidewind Wuppertal mit Hilfe der CDU voranbringen kann. Während bei allen Fragen ein Anteil von 15 bis 30 Prozent sich nicht festlegte, hatten ablehnende Bewertungen jeweils nur einen Anteil zwischen zehn und 20 Prozent.

Wissenschaftler überzeugt auch als Persönlichkeit

„50 Prozent hat er davon überzeugt, dass er politische Positionen der CDU überzeugend und glaubwürdig vertreten kann. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem wir noch nicht an einem gemeinsamen Wahlkampf-Programm gearbeitet haben“, sagte der Wuppertaler CDU-Kreisvorsitzende Matthias Nocke. Schneidewind sei eine Persönlichkeit, die aufgrund ihrer Persönlichkeitsmerkmale und ihrer fachlichen Qualifikation die Stadt voranbringen werde.

„Uns ist bewusst, dass es sich um ein Wagnis, ein Experiment handelt“, sagte Nocke. Erstmals seit der britischen Besatzungszeit gehe Wuppertal nicht mit einem CDU-Mitglied in den Oberbürgermeister-Wahlkampf. Rolf Köster lobte Schneidewind für seinen überzeugenden Auftritt in der Stadthalle: „Er hat sich als Realpolitiker gezeigt und kam menschlich sehr überzeugend rüber. Er ist aus dem Rahmen ausgebrochen, den wir selbst vermutet haben.“

Offiziell müssen Mitglieder von CDU und Grünen ihn noch nominieren

Über die Nominierung von Uwe Schneidewind entscheidet eine Mitgliederversammlung im kommenden Jahr. Auch die Grünen werden ihre Mitglieder darüber abstimmen lassen, ob ein gemeinsamer Kandidat aufgestellt wird.

Die CDU-Spitze weist darauf hin, dass sie als Partei im Kommunalwahlkampf eigene Positionen vertreten werde, der OB-Wahlkampf aber auf eine gemeinsame Basis gestellt werden soll.

„Ich habe ein ehrliches Interesse an meiner Person gespürt.“
Uwe Schneidewind

HINTERGRUND

PERSONEN Uwe Schneidewind ist seit 2010 Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Von 2004 bis 2008 war er Präsident der Uni Oldenburg. Er wird als gemeinsamer Kandidat von CDU und Grünen ins Rennen gehen. Amtsinhaber ist Andreas Mucke (SPD). Er war 2015 als Nachfolger von Peter Jung (CDU) gewählt worden.

Uwe Schneidewind hatte geplant, an der von der CDU kurzfristig einberufenen Pressekonferenz teilzunehmen, war aber auf der Rückreise von Berlin mit der Bahn in Hamm gestrandet. „Ich bin positiv angetan von dem Ergebnis der Befragung. Das ist ein großer Vertrauensbeweis. Ich habe an diesem Abend in der Stadthalle ein ehrliches Interesse an meiner Person gespürt“, sagte Schneidewind. Die kommenden Wochen bis zur Mitgliederversammlung will er nutzen, um weitere CDU-Mitglieder von sich zu überzeugen und Zweifel an seiner Kandidatur auszuräumen. So hat Uwe Schneidewind zum Beispiel seine Teilnahme am gemeinsamen Neujahrsempfang der Jungen Union und der Senioren Union am 16. Januar bereits zugesagt. „Ich gehe davon aus, dass auch andere Parteien noch auf mich zukommen werden, um mich kennenzulernen.“ Auch bei seiner Vorstellung bei der grünen Basis habe er eine positive Grundstimmung erlebt.

Konstruktive Ideen statt fauler Kompromisse

Es müsse beiden Parteien bewusst sein, dass das Ziel der gemeinsamen Kandidatur nicht faule Kompromisse sein dürften, sondern konstruktive Ideen. Überzeugungsarbeit werde erforderlich sein, worauf der CDU-Stadtverordnete Erhard Buntrock hinwies: „Es hat intensive Diskussionen vor der Empfehlung an die Mitglieder gegeben. Es kommt nun darauf an, die Euphorie für den Kandidaten Schneidewind in die Partei hineinzutragen.“

Der Termin für die Kommunalwahl 2020 steht bereits fest: Am 13. September werden die Oberbürgermeister, Bürgermeister und Stadträte für die nächste Legislaturperiode gewählt.

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