Gastronomie

Peter König ist traurig, wenn er die Altstadt sieht

Füchschen-Chef Peter König ist gelernter Koch und Brauer. Mit ihm begann Mitte der 1990er Jahre die Modernisierung von Brauerei und Brauhaus. Foto: Stephan Eppinger
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Füchschen-Chef Peter König ist gelernter Koch und Brauer. Mit ihm begann Mitte der 1990er Jahre die Modernisierung von Brauerei und Brauhaus.

Der Chef der Düsseldorfer Hausbrauerei im Füchschen spricht über die Herausforderungen der Pandemie

Von Stephan Eppinger

Herr König, wie erleben Sie aktuell die Situation in der Pandemie?

Peter König: Die Situation ist weiter sehr dynamisch. Man weiß nicht, was kommt, und wie sich die Regeln verändern werden. In dieser Woche ist Düsseldorf in eine neue Risikostufe gekommen und wir müssen im Innenbereich wieder kontrollieren, ob Gäste geimpft, genesen oder getestet sind. Noch unsicherer fällt der Blick in Richtung Herbst aus. Da weiß man nicht, ob alles weiterlaufen kann oder ob wir wieder schließen müssen, weil ein neuer Shutdown kommt. Wir verzweifeln nicht, aber wir blicken realistisch in die nähere Zukunft. Wir haben auch weiterhin die Hoffnung, dass es weitergeht und dass wir vom Weihnachtsgeschäft zumindest ein bisschen partizipieren können. Wichtig ist aber auf jeden Fall, sich impfen zu lassen, sonst bekommen wir keine Herdenimmunität und die Pandemie geht weiter.

Was halten Sie davon, nur Geimpfte und Genesene noch in Restaurants, Kneipen und Brauhäuser zu lassen?

König: Davon halte ich überhaupt nichts. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geht gar nicht. Man sollte stattdessen mehr für Impfungen werben.

Wie ist die Lage aktuell im Füchschen?

König: Wir sind im Moment sehr zufrieden, auch wenn es nur wenige Touristen in der Altstadt gibt und die Messe- und Kongressbesucher noch fehlen. Aber unsere Stammgäste halten uns die Treue und kommen regelmäßig ins Füchschen, um ihr Alt, Pils und ihr Essen im Brauhaus zu genießen. Als Hausbrauerei ist das Füchschen eine Institution in Düsseldorf und mit dem regionalen Bier hat man es in der Krise bei den Leuten etwas leichter.

Wie haben Sie den Lockdown erlebt?

König: Für uns war das ein echter Alptraum. Wir haben alles auf Eis gelegt und abgewartet. Nur die Brauerei ging über den Flaschenverkauf weiter. Man konnte eigentlich nur in den Tag hineinleben und hoffen, dass der Lockdown bald vorbei ist. Das war auch psychisch für alle eine echte Herausforderung. So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben. Ich meide noch immer Rundgänge in der Altstadt, weil so vieles noch geschlossen hat. Das tut echt weh.

„Eine Empfehlung von mir in den heißen Tagen ist Altbiereis.“

Peter König

Wie schwer ist es jetzt, Personal zu finden?

König: Bei den Kellnern haben wir keine größeren Probleme, da wir unser Team auch in der Krise halten konnten. Aber mit Mitarbeitern in den anderen Bereichen im Füchschen ist es schwieriger. Da suchen wir aktuell auch noch Leute.

Inwiefern haben Ihnen die staatlichen Hilfen Unterstützung gebracht?

König: Die staatliche Unterstützung wie das Kurzarbeitergeld hat uns durchaus weitergeholfen. Bei anderen Hilfen war es ärgerlicher, weil es sehr lange gedauert hat, bis das Geld bei uns angekommen ist. Teilweise warten wir noch immer darauf. Da braucht es einen sehr langen Atem, wer den nicht besitzt, für den ist schnell Feierabend.

Wie fällt der Blick auf den Herbst und Winter sowie Karneval und Weihnachtszeit aus?

König: Das ist aktuell nur sehr schwer vorauszusagen. Man weiß nicht, ob man öffnen darf, und welche Beschränkungen es für die Gastronomie geben wird. Da macht uns das ewige Hin und Her immer mehr zu schaffen. Auf den Karneval blicke ich noch gar nicht. Mit den neuen Varianten und der stagnierenden Impfbereitschaft fragt man sich, ob dieser überhaupt stattfinden kann. Das tut weh, wenn man selbst Karnevalist ist, aber der Karneval ist auch nicht das Wichtigste im Leben. Das muss man sich eingestehen. Wir wären schon glücklich, wenn das Weihnachtsgeschäft irgendwie zurückkehren würde.

Was macht das Füchschen jetzt im Sommer aus?

König: Grundsätzlich geht es bei uns als Brauhaus und Brauerei immer um den gelungenen Spagat zwischen Moderne und Tradition. Jetzt im Sommer kann man bei gutem Essen und einem leckeren Alt oder Pils die Zeit genießen. Eine Empfehlung von mir in den heißen Tagen wäre unser Altbiereis.

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