Tierisch

Friseur-Huhn Else ist ein Wuppertaler Rock ’n’ Roll-Chick

Norbert Schmidt hält sein Friseurhuhn Else hoch. Für das Foto auch mal wortwörtlich. Foto: Anna Schwartz
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Norbert Schmidt hält sein Friseurhuhn Else hoch. Für das Foto auch mal wortwörtlich.

Wuppertal. Das anhängliche Tier fühlt sich an Norbert Schmidts Seite im Salon pudelwohl.

Von Martin Juhre

Schon von weitem sieht man die rot gestrichene Trockenhaube über der Tür zu Norbert Schmidts Friseursalon. Drinnen sieht es fast wie in einer Szenekneipe aus. Das Radio auf der Theke spielt meist Bill Haley und Co., zu Schmidts Spezialitäten gehören Rock ’n’ Roll-Frisuren und GI-Schnitte. Neben der Theke, auf einer runden Matte mit Toastkrümeln, liegt ein Ei. Das hat das Friseurhuhn Else gelegt. Schmidt holt Else von hinten, wo sie ihren Pausenraum hat. Routiniert balanciert sie auf seiner Hand, nippt an dem Wasserbecher, den er in der anderen hält. Wie viele Küken vor ihr, ist Else in Schmidts Schaufenster geschlüpft.

Meist in der Osterzeit platziert er dort Eier. „Das mache ich schon seit vielen Jahren“, sagt er. „Immer wieder kommen Kitas und Schulen, die in der Zeit dann ein Projekt machen: vom Ei zum Huhn.“ Die Küken werden später zu Schmidts Hühnervolk bei ihm zu Hause gesellt. So erging es auch Else. Erst dann stellte sich heraus: Else ist anders.

„Immer wenn ich in den Stall kam, kam Else angelaufen. Die fand die anderen Hühner gar nicht so interessant. Die wollte immer zu mir.“ Nicht lange, und Else hatte sich das Recht erarbeitet, ins Haus zu dürfen. „Da trinkt sie mit Hund und Katze aus einem Wassernapf. Wenn ich nach der Arbeit im Sessel sitze, kommt sie auf meine Schulter. Bleibe ich länger sitzen, schläft sie da ein.“ In den Urlaub mit dem Wohnmobil kommt sie auch mit.

Else flattert aufs Radio und beginnt mit einer Gefiederpflege. Schmidt: „Das ist ihr Lieblingsplatz. Ich glaube, sie mag die Vibrationen. Sie mag Musik. Sie hat ja schon im Ei den Rock ’n’ Roll hören können.“ Else ist ein Rock ’n’ Roll-Chick geworden. Wenn Schmidt in den hinteren Räumen Mundharmonika spielt, kommt sie auch an. „Dann setzt sie sich dazu und schläft ein.“

Eineinhalb Jahre ist sie alt. Zweimal hat sie schon gebrütet. „Sie ist eine gute Mutter“, sagt er. „Aber wenn die Küken groß sind, ist sie auch froh, wenn sie wegkommen. Das ist anders als bei Gänsen, die ein Leben lang zusammen bleiben.“ Um die Kunden kümmere sie sich kaum. Obwohl sie, auf Nachfrage einer Kundin auf den Schoß gesetzt, sich auch lange streicheln lässt. Schmidt: „Es gab jetzt schon etliche Kunden, die ein Huhn wie Else haben wollten.“ Aber ein Huhn wie Else, das sei nicht dabei gewesen.

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