Neues Buch

Friedrich Engels: Das rot-schwarze Chamäleon aus Barmen

So präsentiert sich das neue Buch über Friedrich Engels. Foto: WZ
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So präsentiert sich das neue Buch über Friedrich Engels.

Bergische Universität blickt mit einem neuen Buch auf Friedrich Engels und auf das Leben zu seiner Zeit.

Von Miriam Karout

Wuppertal. Anlässlich seines 200. Geburtstags hat die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Bergischen Universität ein besonderes Buch zum Barmer Textilunternehmer Friedrich Engels herausgebracht. Auf mehr als 400 Seiten bieten zwölf Autoren eine Aufbereitung von kontextualisiertem Wissen über den allgegenwärtig bekannten Autodidakten.

„Es sollte etwas Neues sein. Nicht nur im Zuge des Engels-Jahrs“, erklärt Hans Frambach, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft – Schumpeter School of Business and Economics – an der Bergischen Universität Wuppertal. „Das heißt, dass man nicht nur über Engels schreibt, sondern auch darstellt, wie es zur damaligen Zeit war und seine Gedanken und sein Handeln aus dem Kontext erklärt.“

„Das ist ein bisschen unsere DNA.“
Stephan A. Vogelskamp, Bergische Gesellschaft

So könne man den „historisch reflektierten Gegenwartstransfer“ erzeugen, den die Herausgeber, unter ihnen Norbert Koubek, im Vorwort des Buches als Ziel nennen. Einblicke in das 19. Jahrhundert, aus dem Friedrich Engels entsprungen ist, gewähren 149 farbige sowie 90 schwarz-weiße Abbildungen. Diese sind von Herausgeber und Historiker Eberhard Illner (bis 2018 Leiter des Historischen Zentrums in Wuppertal) feinsäuberlich zusammengetragen worden. Dazu sei er einige Wochen nach Frankreich, Großbritannien und in die USA gereist, um Museen zu besuchen und Bildrechte für den herausstechenden Band zu erwerben.

„An bildlicher Ausstattung rund um Engels ist es das Beste, was man kriegen kann“, beteuert Frambach. Viele Bilder seien zum ersten Mal abgedruckt worden. Andere kenne man schon.

Besonders sind aber nicht nur die Aufmachung und Abbildungen – sondern auch der Inhalt. Denn die Beiträge sind ausschließlich von Fachleuten – und nicht Engels-Experten – geschrieben. So gibt es beispielsweise einen detailgenauen Text zu Engels‘ Interesse am Seekrieg und an der Seetaktik von Technikhistoriker Kurt Möser (KIT Karlsruhe).

Als ehemaliger Student von Herausgeber Norbert Koubek ist auch Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer der Bergischen Gesellschaft, begeistert von dem neuen Werk. „Es bietet einen komprimierten und detaillierten Blick“, so Vogelskamp. „Es ist mit viel Liebe zum Detail produziert und ein hochwertiger Band.“ Zudem liefern die Texte in Abstimmung mit den Bildern einen Eindruck der Zeit.

Hans Frambach und Heinz D. Kurz liefern jeweils einen historischen Beitrag zum ökonomischen Denken des 19. Jahrhunderts, aus denen hervorgeht, dass der junge Textilunternehmer aus Barmen trotz wohlhabenden Familienhintergrunds ein für seine Zeit außerordentlich kritisches Denken an den Tag legt. In Frambachs Text wird der Vergleich, den Engels zwischen seiner Heimat, dem Bergischen Land und der industriellen Stadt Manchester macht, veranschaulicht.

Der neue Band zeige, welche Bedeutung dieser Wirtschaftsraum verbunden mit dem Leben von Friedrich Engels habe, erklärt Vogelskamp. Auch in diesem Bezug handelt dieses Buch mehr von Engels selbst, als von seinen Schriften, die erst nach seinem Tod zu „kohärenten Werken“ geeint wurden. Es ermöglicht, den persönlichen Wandel Engels der letzten Jahre, die er in Wuppertal verbrachte, hautnah mitzuerleben. Das Buch zeige so, dass das Thema soziale Bewegung fast im genetischen Code der Bergischen Wirtschaft steht, zieht Vogelskamp den Bogen zwischen Engels’ Wuppertal und dem heutigen. „Das ist ein bisschen unsere DNA – das Unternehmertum im Bergischen Land und das damit verbundene soziale Leben“, sagt Vogelskamp.

Buch

In dem jüngst erschienenen Buch analysieren zwölf Experten die Biografie und die Schriften Friedrich Engels und laden zu einer Neubewertung des Verhältnisses zwischen Marx und Engels ein. Erhältlich ist es unter:

wbg-wissenverbindet.de

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