Achter Jahrestag der Atomkatastrophe

Fotos der Ausstellung „Fukushima“ zeigen Opfer der Atomkraft

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Zwei japanische Polizisten mit Mundschutz stoppen ein Auto. Sie überwachen die Sperrzone, die kurz nach dem Unglück um das Kraftwerk Fukushima eingerichtet wurde. 

DÜSSELDORF In der Ausstellung „Fukushima – eine notwendige Erinnerung“ in Düsseldorf sind Bilder des Japaners Kenji Higuchi zu sehen.

Von Anja Paumen

Zum achten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima zeigt die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 80 in Düsseldorf, eine Fotoausstellung des japanischen Fotografen Kenji Higuchi. Die Fotos werden in Kooperation mit Sayonara Nukes Düsseldorf, der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund und der Vereinigung der Internationalen Ärzte zur Verhütung eines Atomkrieges Ortsgruppe Dortmund präsentiert.

„Sie sollen die Opfer der Atomkraft zeigen, von denen man nichts weiß“, sagt Kazuko Kanuma-Kölzer von Sayonara Nukes Düsseldorf. Ein schmuckloser Raum mit Stellwänden, darauf große farbige und Schwarz-Weiß-Fotos mit Alltagsszenen, Landschaftsaufnahmen oder Gesichter aus Japan. Eine Frau hält einen Bilderrahmen mit dem Bild eines Mannes umrahmt von einer schwarzen Schleife im Arm. Zwei japanische Polizisten mit Mundschutz stehen an einer Straße und stoppen ein Auto.

Auf den ersten Blick ist der Zusammenhang zur größten Nuklearkatastrophe in Japan, dem Supergau am 11. März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi, nicht sichtbar. Erst die Bildunterschriften klären auf. Die scheinbare Harmlosigkeit der Aufnahmen macht sie so bedrückend. Auf der gegenüberliegenden Wandseite stehen Informationen zur aktuellen Situation der Kernkraft in Japan. Ein Widerspruch drängt sich auf. Die Fotos der Verstrahlten und Vertriebenen auf der einen Seite und die nüchternen Details zum Betrieb der Kraftwerke auf der anderen Seite.

Der Fotograf selbst ist durch seine Arbeit strahlenkrank geworden

„Eigentlich bin ich stolz, Japanerin zu sein, aber für die Politik von Japan schäme ich mich“, gesteht Kazuko Kanuma-Kölzer. Sie kam als Kind vor 53 Jahren nach Deutschland. Den Verein Sayonara Nukes Düsseldorf hat sie mit anderen 2011 gegründet, um auf die Nachteile der Kernkraft aufmerksam zu machen und deren Nutzung auch in Nippon zu verbieten. Übersetzt heißt Sayonara Nukes „Auf Wiedersehen Atomwaffen“. Das sei im Sinne von „verschwinde!“ zu verstehen und gelte für die Nutzung der Atom- oder Kernkraft ganz allgemein.

SAYONARA-NUKES

PROTEST Am 9. März ruft Sayonara-Nukes zu einer Protestkundgebung gegen die Austragung der Spiele in Fukushima auf. Treffpunkt ist um 14 Uhr vor dem Gerhart-Hauptmann- Haus. Die Ausstellung ist bis zum 2. Mai zu sehen

Die Schäden für die Menschen durch die friedliche Nutzung der Kernkraft wie in Japan dokumentiert der Fotograf Kenji Higuchi seit den 1970er Jahren. In der Ausstellung sind auch seine frühen Fotos zu sehen: Arbeiter bei Wartungsarbeiten im Kernreaktor oder in einem See badende Japaner vor einem Kernkraftwerk. Das letztere Foto mit dem Titel „A Beautiful Day at Chrystal Beach“ gehört zu den bekanntesten von Kenji Higuchi. Er war Professor für Fotografie an mehreren Institutionen in Tokyo. Wie gefährlich ein Bad unweit eines Kernkraftwerkes ist, haben die Menschen nicht gewusst. Er selbst ist durch seine Fotoarbeiten strahlenkrank geworden.

Immer noch entweicht täglich Radioaktivität aus dem havarierten Kraftwerk in Fukushima. „Fast eine Million Kubikmeter radioaktiv verseuchtes Wasser lagert in Tanks auf dem Gelände“, erläutert Petra Alt von Sayonara-Nukes-Düsseldorf. Es sei daher unverantwortlich, dass einige Spielstätten der Olympischen Spiele 2020 in Japan ganz in der Nähe des Unglücksortes liegen. „Wer schickt freiwillig seine Sportler in dieses Gebiet?“, fragt Kazuko Kanuma-Kölzer entsetzt.

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