Klimawandel

Folgen der Dürre zeigen sich im Wald

Im vergangenen Jahr übten Retter die Waldbrandbekämpfung in Remscheid-Lüttringhausen. Bald könnte es in der Region öfter Feuer geben.
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Im vergangenen Jahr übten Retter die Waldbrandbekämpfung in Remscheid-Lüttringhausen. Bald könnte es in der Region öfter Feuer geben.
  • VonValeria Schulte-Niermann
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Der Juni war in Wuppertal besonders trocken. Förster gehen von mehr Bränden aus.

Von Christian Töller

Wuppertal. Der fehlende Regen und die damit verbundene Trockenheit machen den Bäumen in den Wäldern zu schaffen. Der Juni war im Wuppergebiet sehr trocken. Das haben die Messungen des Wupperverbandes ergeben. Demnach fielen 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter weniger als im langjährigen Mittel. An der Kläranlage Buchenhofen in Wuppertal fielen 62 Liter Regen, üblich sind dort 96 Liter.

An etwa der Hälfte der Tage im Juni hat es geregnet, allerdings überwiegend nur geringe Mengen. Die Regentage lagen dabei über den Monat verteilt. Der nasseste Tag war der 5. Juni, an diesem Tag fielen in Wuppertal an der Kläranlage Buchenhofen 14 Liter.

Die Situation ist besserals in den Vorjahren

Die Situation sei nicht vergleichbar mit den Trockenjahren 2018, 2019 und 2020, wie Christian Buschmann, Förster bei der Stadt Wuppertal, erklärt. „Momentan ist die Situation deutlich besser.“ So gibt es im Untergrund noch genügend Wasser. Allerdings zeigen sich bei vielen Bäumen die Folgen der drei Dürrejahre. So gibt es Defizite bei den Laubbäumen. Diese haben teilweise „einen ganz schlechten Belaubungszustand“, so Buschmann.

Durch die trockenen Jahre ist es zu Schäden an den Leitbahnen in den Bäumen gekommen. Über diese Leitbahnen wird das Wasser durch den Stamm von unten nach oben transportiert. In den trockenen Jahren wurde nun zu wenig Wasser nach oben transportiert. Durch Lufteinschlüsse sind die Leitbahnen dann kollabiert. „Dadurch kam es zu einem physiologischen Verlust bei der Transportkapazität“, erklärt Christian Buschmann.

Auch wenn die Trockenheit derzeit nicht so schädigend ist, kommt es doch durch die hohen Spitzentemperaturen zu Schäden an den Bäumen. Durch den starken Sonnenschein können die Zweigspitzen absterben. Eine hohe Gefahr bei der Trockenheit stellt zudem das Waldbrandrisiko dar. So gibt es beispielsweise durch abgebrochene Äste und Laub viel trockenes Brandmaterial. „Dann genügt schon ein Funken, dass ein Brand ausbricht“, sagt Christian Buschmann. Ausgelöst werden kann dieser Funke durch Fahrlässigkeit von Menschen, beispielsweise durch brennende Zigaretten. Der Waldbrand-Gefahrenindex liegt für Wuppertal in den nächsten Tagen bei den Stufen 2 oder 3 von insgesamt 5, eine geringe beziehungsweise mittlere Gefahr.

Die Bäume während der Trockenheit zu wässern, ist ausgeschlossen, unterstreicht Buschmann. „Dafür wären viel zu große Wassermengen notwendig.“ Durch den Klimawandel müsse man sich zudem auf große Veränderungen einstellen. „Wir werden uns von Altbuchen verabschieden müssen. Diese werden in den kommenden 20, 30 Jahren absterben.“ Die Altbäume würden zu viel Wasser verbrauchen. „Wir werden 140 oder 180 Jahre alte Bäume nicht mehr haben.“

Die Trockenheit wirkt sich auch auf die Wasserpegel aus. Viele Bäche haben derzeit einen sehr niedrigen Pegel. „Die Wupper dagegen wird durch die Talsperren unterstützt“, erklärt Susanne Fischer, Pressesprecherin des Wupperverbandes. Auf diese Weise kann der Pegel an der Messstelle Kluser Brücke bei 19 Zentimetern gehalten werden. Wichtige Bausteine im Management der Wupper seien vor allem die große Wupper-Talsperre und die Bever-Talsperre.

Bäche sollen für Tiere und Pflanzen genug Wasser führen

Die Hauptsperre der Wupper-Talsperre verfügt über ein Stauvolumen von 25 Millionen Kubikmetern und ist derzeit zu 65 Prozent gefüllt, da ein Teil des Wassers aufgrund der Trockenheit in die Wupper geleitet wird. Das Stauvolumen der Bever-Talsperre beträgt ungefähr 23 Millionen Kubikmeter, sie ist zu 86 Prozent gefüllt. Daneben gibt es weitere, kleinere Talsperren, durch die der Wasserpegel der Wupper konstant gehalten werden kann. „Wir machen das natürlich auch aus ökologischen Gründen“, sagt Susanne Fischer. „Dadurch sorgen wir für eine ausreichende Wasserführung, so dass Tiere und Pflanzen genügend Wasser vorfinden.“

Ein Thema ist auch das Abschöpfen von Wasser aus Flüssen und Bächen, um den eigenen Garten zu gießen. Grundsätzlich ist das „Schöpfen von Hand“, beispielsweise mit der Gießkanne, nach dem Wasserrecht gestattet, während für größere Entnahmen eine Genehmigung notwendig ist. Für das „Schöpfen von Hand“ gibt es trotz Trockenheit keine Einschränkung, wie Falk Höffken von der Unteren Wasserbehörde erklärt. „Allerdings sind solche Fälle bei uns sehr selten. Nur gelegentlich kommt dazu mal eine Anfrage.“

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