Feuerwehreinsatz

Feuer vernichtet Burger Wiesenkotten

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Rauchende Trümmer: Der Wiesenkotten ist gestern Morgen bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Feuerwehrkräfte hielten wegen zahlreicher Glutnester noch stundenlang Brandwache.

SOLINGEN Eigentümer denken bereits über einen Wiederaufbau des ehemaligen Ausflugslokals nach.

Von Stefan Prinz

Eines der ältesten Häuser Solingens gibt es nicht mehr: Am Freitagmorgen brach ein Feuer im Wiesenkotten aus, das seit 1715 idyllisch an der Wupper im Stadtteil Burg gelegen ist. Ein Bewohner des Hauses kam mit einem Schock ins Krankenhaus. Den Sachschaden schätzt die Feuerwehr auf rund 500 000 Euro. Die Brandursache ist nach Auskunft der Feuerwehr noch völlig unklar . Am Nachmittag nahmen Spezialisten der Kriminalpolizei ihre Arbeit am Brandort auf, um die Ursache des Feuers zu ermitteln. Die „Waldschänke Wiesenkotten“ wurde bis 2016 jahrzehntelang als Ausflugslokal betrieben.

Waldschänke Wiesenkotten ist abgebrannt

 © Tim Oelbermann
 © Tim Oelbermann
 © Tim Oelbermann
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
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 © Christian Beier
 © Christian Beier

Am späten Vormittag standen die Eigentümer Nicole Geldmacher und Luca De Lorenzis fassungslos vor den Trümmern des Gebäudes. Die beiden hatten das Traditionslokal erst vor zwei Jahren vom Vater von Nicole Geldmacher gekauft. In den nächsten Monaten sollte das Gebäude saniert und bereits im nächsten Jahr als Ausflugslokal mit traditionellem Charme wieder eröffnet werden: „All unsere Pläne sind jetzt kaputt“, sagte De Lorenzis traurig mit Blick auf die noch rauchenden Trümmer. 

Eigentümer sind grundsätzlich an Wiederaufbau interessiert

Für neue konkrete Pläne sei es noch zu früh. Das Paar zeigte sich aber grundsätzlich an einem Wiederaufbau des Ausflugslokals interessiert. Vorher seien aber noch viele Fragen zu klären. Dazu gehöre unter anderem, ob ein Wiederaufbau der Gaststätte in dem Naturschutzgebiet überhaupt genehmigt werde. Dann wollen die beiden Eigentümer erst einmal prüfen, welche Hilfen sie für einen Wiederaufbau erwarten könnten.

Für die Solinger Feuerwehr bedeutete der Hausbrand einen Einsatz mit hohen Schwierigkeitsgrad. Insgesamt 60 Einsatzkräfte waren innerhalb von Minuten vor Ort, nachdem ein Radfahrer gegen 6.30 Uhr das Feuer in dem abseits gelegenen Gebäude im Wald bemerkt hatte. Die Wege zum Brandort waren so schmal, dass die Einsatzfahrzeuge nicht wenden konnten. Den rund einen Kilometer langen Rückweg Richtung Unterburg mussten die Fahrer mit den gewaltigen Fahrzeugen im Rückwärtsgang bewältigen.

KOTTEN

BEDEUTUNG Die Bezeichnung Kotten geht zurück auf das Mittelalter und beschreibt eine Arbeitsstätte. Insbesondere in und um Solingen gab es zahlreich Schleifer-Kotten. Sie waren die Keimzelle der traditionsreichen Schneidwarenindustrie. Nach der Erfindung der Dampfmaschine verloren die Kotten entlang der Bachläufe an Bedeutung.

Die Feuerwehr war sogar noch Stunden im Einsatz, nachdem das offene Feuer gelöscht werden konnte. „Überall in dem zusammengestürzten Gebäude befinden sich noch Glutnester“, sagte Ralf Fleschenburg von der Freiwilligen Feuerwehr Burg.

Gerüchte über Öltank im Keller

Gerüchte über einen gefüllten Öltank im Keller des Hauses, der das Wasser der Wupper gefährdet, haben sich nicht bestätigt, versicherte Solingens Feuerwehrchef Dr. Ottmar Müller auf Nachfrage. Seine Kameraden hätten zudem auf den Einsatz von Löschschaum verzichtet, um das Wupperwasser nicht unnötig zu verschmutzen. Das Gebäude stand beim Eintreffen der Feuerwehr bereits komplett in Flammen und wäre in keinem Fall zu retten gewesen, so Müller.

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