Kriminalität

„Falsche Polizisten“ erbeuten 350.000 Euro

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DÜSSELDORF Prozess vor dem Landgericht Düsseldorf beginnt.

Von Dieter Sieckmeyer

Der Trick funktioniert trotz aller Warnungen der Kripo immer wieder. Die Täter rufen Senioren an, oft mit der Notrufnummer 110 im Display und geben sich als Polizisten aus. Danach fordern sie die Opfer auf, wegen des angeblichen Schutzes vor Einbrechern alle Wertsachen bei der Polizei abzugeben. Die werden dann wenig später von den Verbrechern abgeholt und tauchen danach meist nie wieder auf. Zwei Männer, die sehr erfolgreich mit der Masche gewesen sein sollen, müssen sich ab Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Sie sollen mehr als 350 000 Euro erbeutet haben.

Für fünf Taten muss sich das 27 und 33 Jahre alte Duo auf der Anklagebank verantworten. Im Januar vergangenen Jahres hatten sie nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Aachen einen großen Coup gelandet. Dabei waren ihnen 35 000 Euro Bargeld, Schmuck im Wert von 48 100 Euro und Gold im Wert von mehr als 16 000 Euro übergeben worden. Nur vier Tage später sollen die beiden wieder zugeschlagen haben, diesmal in Lindlar. Die Beute: Schmuck im Wert von 150 000 Euro, ein Sparbuch und 2000 Euro Bargeld. In einem weiteren Fall nahmen die Gauner im März 70 000 Euro Bargeld mit.

Die Arbeit sollen sich die Täter aufgeteilt haben. Der 27-Jährige soll die Opfer und die Tatorte ausgespäht haben. Auffälligkeiten, wie die Zeiten für die Anlieferung von Paketen, wurden sorgfältig notiert. Mit solchen Angaben konnten die Telefonate mit den Senioren glaubwürdiger wirken. Der 33-Jährige soll vor allem für die Logistik gesorgt und seinen Komplizen auch angeworben haben. Der Prozess ist zunächst auf vier Tage angesetzt.

Die Polizei weist darauf hin, dass sie niemals Geld oder Wertsachen von Bürgern einlagern. Es werden auch niemals Anrufe mit der „110“ getätigt. Wer die Nummer auf seinem Display sieht, sollte sich sofort mit der Polizei in Verbindung setzen.

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