Verkehr

Erörterungstermin für L419-Ausbau erst 2020

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WUPPERTAL Straßen NRW arbeitet derzeit die Zahlen der ausgeweiteten Verkehrsprognose in den Planentwurf ein.

Von Katharina Rüth

Den Mitgliedern der Initiative „Ronsdorfer für die L 419“ kann es nicht schnell genug gehen: Sie wünschen sich so bald wie möglich eine ausgebaute Parkstraße (L419). Und waren deshalb bei NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). Ihren Wunsch, die Parkstraße auszubauen, bevor die Brückenbaustellen auf der A46 Ausweichverkehr nach Ronsdorf verursachen, konnte er nicht erfüllen. Aber sein Lob für ihr Engagement und seine Zusage: „Das Geld ist da“, stimmt sie positiv. Die Initiative „Keine Autobahn durch Ronsdorf“ plädiert dagegen dafür, nach einem Kompromiss zu suchen.

Um den Verkehrsfluss auf der vielbefahrenen Straße zu verbessern, ist ein vierspuriger Ausbau der Straße geplant und in einem zweiten Bauabschnitt ein direkter Anschluss an die Autobahn A1. Fürsprecher der Idee machen sich in der Bürgerinitiative „Ronsdorfer für die L419“ stark. In der Initiative „Keine Autobahn durch Ronsdorf“ wehren sich Anwohner und fordern einen Ausbau im Tunnel.

Das Planfeststellungsverfahren hat der Straßenbaubetrieb des Landes Straßen NRW im April 2017 auf den Weg gebracht. Die Pläne wurden Ende 2017 öffentlich ausgelegt, es konnten Einwendungen eingereicht werden. Einige davon machten Änderungen in der Planung erforderlich.

Dabei gehe es unter anderem um die Prognose für die Fahrzeugzahlen auf der ausgebauten Strecke, erklärt Andreas Früh, Projektleiter bei Straßen NRW. Bisher reichte die Prognose bis 2025 und sagte täglich 50 000 Fahrzeuge voraus. Erforderlich seien aber Zahlen bis 2030. Mit den neuen Zahlen müssten auch Lärmschutz und Schadstoff-Emmissionen neu berechnet werden. Daran arbeite Straßen NRW derzeit. 

Kein Tunnel, sondern getrennte Fahrspuren

Der überarbeitete Entwurf werde dann erneut ausgelegt, mit der Möglichkeit von Einwänden. Wenn Straßen NRW zu diesen Stellung genommen hat, steht der „Erörterungstermin“ an, bei dem Einwände und Stellungnahmen mündlich erläutert werden. „Ich gehe davon aus, dass der in der ersten Hälfte 2020 stattfindet“, sagt Andreas Früh.

Die Bezirksregierung wird nach Abwägen der Argumente gegebenenfalls einen Planfeststellungsbeschluss fassen. Wird der rechtskräftig, können die Planungen folgen, dann Ausschreibung und Vergabe.

Die Befürworter des Ausbaus hatten auf eine schnellere Bearbeitung gehofft. Nach ihrem Ministerbesuch teilten sie mit: „Es besteht die Hoffnung, dass bis Ende 2019 die Erörterungstermine durchgeführt werden können.“

Peter Stuhlreiter, Sprecher der Initiative „Keine Autobahn durch Ronsdorf“, war erfreut, dass einige ihrer Einwände zu einer Überarbeitung führten: „Das zeigt, dass sie gewichtig waren.“ Und glaubt, dass es noch eine Weile dauern wird, bis es weitergeht. Diese Zeit solle man nutzen, findet er, um das Projekt weiter zu diskutieren: „Wir haben uns ja auch bewegt“, sagt er. Sie forderten nicht mehr, die Straße komplett in einen Tunnel zu verlegen. „Wir wollen überörtlichen und innerstädtischen Verkehr trennen.“ Diese könnten zum Teil nebeneinander geführt werden, nur an engen Stellen im Tunnel.

Eins sei klar: Sie werden klagen, sollte die Bezirksregierung den Ausbau beschließen. Die Befürworter fürchten sich nicht unbedingt davor. Denn Minister Wüst habe ihnen gesagt, dass durch eine Gesetzesänderung eine Klage keine aufschiebende Wirkung mehr habe.

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