Zoo

Schimpanse Epulu ist nun Mitglied der Senioren-WG

Epulu (l.) mit Lulu im Zoo Heidelberg. Foto: Zoo Heidelberg
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Epulu (l.) mit Lulu im Zoo Heidelberg.

Der Wuppertaler Schimpansen-Senior Epulu hat im Zoo Heidelberg seine neue Heimat gefunden.

Von Miriam Karout

Wuppertal. Vor fast zwei Jahren trennte sich der Grüne Zoo Wuppertal von dem Schimpansen-Senior Epulu. Der in Wuppertal geborene und mit der Hand aufgezogene fast 53-Jährige hat in Heidelberg seine neue Heimat gefunden. Hier hat er sich sehr gut eingelebt und ist nun ein fester Bestandteil der Schimpansengruppe, die zuvor aus vier Weibchen bestand, berichtet Sandra Reichler, Kuratorin für Säugetiere, Artenschutz und Forschung am Zoo Heidelberg.

„Es hat ein bisschen gedauert, die älteren Herrschaften zusammenzubringen. Die brauchen länger als Schimpansen ohnehin schon brauchen, weil sie sehr ausgeprägte Charaktereigenschaften haben“, erklärt Reichler. Schimpansen-Männchen bilden Koalitionen gegen die anderen Tiere, die sie nicht in der Gruppe haben wollen. Bei jüngeren Tieren bringe man die Neuankömmlinge einfach zusammen, dann krache es schon mal, aber das verkraften sie.

Mit fast 53 Jahren in einem stolzen Alter

Epulu und seine neue Senioren-WG wollte man aber vor Stress schützen. Mit fast 53 Jahren ist Epulu in einem sehr stolzen Alter, meint Reichler, aber nur wenige Jahre älter als die vier Weibchen in seiner Gruppe. Seit Herbst vergangenen Jahres sind die fünf Schimpansen nun 24 Stunden zusammen. Einige Auseinandersetzungen gebe es schon, dann schreie so manch einer oder sie jagten sich durch das Gehege. Normalerweise seien Männchen durchaus dominanter als Schimpansen-Weibchen, erklärt Reichler, aber bei Epulu und seinen neuen Mitbewohnerinnen ist dem nicht so.

Epulu sei sehr sensibel, gehe Konflikten lieber aus dem Weg. Zudem sei er ein Stubenhocker. Bei Krach in der WG sei er auch immer der Erste, der sich in eine Ecke verkriecht und weint. Seine neue beste Freundin Susi kümmere sich dann immer um ihn. Susi ist die Streitschlichterin der Gruppe, eine ganz soziale, die immer wolle, dass sich alle lieb haben.

Heidi sei die Ranghöchste der Gruppe. Obwohl Epulu ein Männchen ist, habe er kein Interesse gezeigt, diese Position zu übernehmen. Heidi sei am Anfang skeptisch gewesen, aber habe sich dann schnell mit Epulu abgefunden, weil sie die Chefin bleiben konnte, beschreibt Reichler.

Epulu ist das erste Männchen in der Damen-WG seit einigen Jahren. Die drei männlichen Schimpansen, die mal zur Gruppe gehörten, seien leider schon gestorben. Epulu, der in Wuppertal nur eine Artgenossin an seiner Seite hatte, war es gar nicht gewöhnt, von so vielen Damen umgeben zu sein. Deswegen irritiere es ihn auch oft, wenn Weibchen Lulu seine Aufmerksamkeit sucht, wenn sie heiß ist. „Er hatte weniger Erfahrungen, weil er ja nur mit einem Weibchen zusammenlebte“, sagt Reichler. „Aber es ist toll, wie ein alter Schimpanse das auch noch lernen und damit zurecht kommen kann.“

Generell sei Epulu ein Fan der Beschäftigungsaktivitäten im Zoo. Wenn etwa Röhren ausgeteilt werden, aus denen die Tiere Leckereien geschickt befreien müssen, sammele er immer so viele er halten kann in seinen vier Füßen.

Tiere waren zunächst irritiert über Besucher

Seit Montag ist auch der Zoo Heidelberg wieder für Besucher mit Termin geöffnet. „Man hat gemerkt, dass die Tiere irritiert waren, als sie nach so langer Zeit wieder Menschen gesehen haben“, so Reichler. Wenige Tage später schon merke man ihnen aber nichts mehr an. Da die Häuser geschlossen sind, bekommen die Besucher die Schimpansen-Senioren ohnehin nur zu sehen, wenn sie draußen sind und das sei oft vom Wetter abhängig.

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