Entscheid: Runenweg bleibt Runenweg

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Die Straße Runenweg wird nicht umbenannt. Foto: Gerhard Bartsch

Erbe der Nazizeit, aber keine Umbenennung.

Wuppertal. Der Runenweg heißt weiterhin Runenweg: Die Bezirksvertretung Elberfeld hat eine Umbenennung in ihrer jüngsten Sitzung abgelehnt. Die gut 70 Anwohner der Straße an der Hardt hatten sich bereits bei einer von der Stadt organisierten Befragung mehrheitlich für die Beibehaltung des Namens ausgesprochen.

Eine Gruppe der Bewohner war zur Sitzung erschienen und nahm die Entscheidung mit Freude zur Kenntnis. Die Gemeinde St. Marien hatte den Stein ins Rollen gebracht und recherchiert, dass die Stadtverwaltung 1935 nebst NSDAP-Kreisleitung und Polizeipräsidium die damalige Ulmenstraße in Runenweg umbenannt hatte. Nach dem Krieg erhielten viele Straßen wieder ihren ursprünglichen Namen — nur der Runenweg blieb Runenweg. Deshalb, so der Vorschlag, solle er mit Maria Husemann-Weg einen neuen Namen erhalten und an eine Caritas-Mitarbeiterin erinnern, die sich aktiv dem NS-Regime widersetzt hatte.

Maria Husemann zu ehren, dagegen spreche nichts, machten Grüne und CDU deutlich. Aber: Zum einen könne man nicht einfach über das Ergebnis der Anwohner-Befragung hinweggehen. Zum anderen sei der Begriff „Rune“ an sich nicht anstößig. Man müsse vielleicht in Zukunft eine andere, neue Straße nach Husemann benennen. Der SPD-Vertreter wies darauf hin, dass die Kommission zur Kultur des Erinnerns sich für den neuen Namen ausgesprochen habe. Man dürfe nicht vergessen, dass es damals „eine bewusste Umbenennung der Nazis war“. Mehrheitsmeinung aber war schlussendlich, dass der Name nicht so belastet sei, dass er eine Umbenennung mit all ihren Folgen für die Anwohner rechtfertigen würde. est

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