Enkeltrick

Internationale Ermittlungen gegen Trickbetrüger - Durchsuchungen auch in Solingen

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Einem internationalen Ermittlerteam ist ein Schlag gegen mutmaßliche Trickbetrüger gelungen.
  • Verena Willing
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An den Ermittlungen waren unter anderem Polizisten mehrerer Landeskriminalämter, aus der Schweiz und aus Polen sowie Europol beteiligt. Es kam zu Festnahmen.

Solingen/ Berlin. Immer häufiger werden gerade ältere Menschen Opfer von Betrügern. Beim sogenannten Enkeltrick konfrontieren Betrüger die Senioren am Telefon mit diversen Schocknachrichten. Mal geht es um Unfälle, mal um schwere Krankheiten. Das Ziel der Betrüger ist jedoch immer das gleiche: Sie wollen an das Ersparte ihrer Opfer gelangen. Nun ist es einem internationalen Ermittlerteam nach mehrwöchigen Ermittlungen gelungen, eine mutmaßliche Betrügerbande zu entlarven. Dabei kam es auch zu Festnahmen. Das teilt die Berliner Staatsanwaltschaft mit.

Der Bande wird vorgeworfen, in mindestens 17 Fällen durch den sogenannten Enkeltrick hohe Bargeldbeträge erbeutet zu haben. Die Rede ist von einem Schaden in Höhe von mindestens 120.000 Euro. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gab es auch Durchsuchungen in Solingen und Düsseldorf. Dabei stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sowie Prepaid-Karten sicher.

Enkeltrick: Spezialeinsatzkräfte schlagen in Polen zu

An den mehrwöchigen Ermittlungen waren neben der Berliner Saatsanwaltschaft auch das Landeskriminalamt Berlin, die Regionalpolizei, die Regionalstaatsanwaltschaft Lodz, die Kriminalpolizei Neuss, die Polizeidirektionen Hannover und Konstanz, die Kantonspolizei Zürich, die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und Europol beteiligt.

Polnische Spezialeinsatzkräfte nahmen bereits am vergangenen Dienstag zwei tatverdächtige Männer im Alter von 41 und 47 Jahren sowie eine 44-Jährige in einer Wohnung in Lodz (Polen) fest, während parallel eine Betrugstat in Garbsen in Niedersachsen stattfand. Bei dieser Tat gaukelten Betrüger einem 90-jährigen nichts ahnenden Mann am Telefon vor, dass der Sohn des Seniors lebensbedrohlich an Corona erkrankt sei und ausschließlich ein Medikament aus der Schweiz mit einem Preis von 27.500 Euro das Leben des Sohnes retten könne. Noch während des laufenden Telefonats drangen die polnischen Spezialeinsatzkräfte in die Wohnung in Lodz ein. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial, darunter Laptops, Mobiltelefone und Schmuck sowie einen höheren Geldbetrag sicher. Nahezu zeitgleich nahmen Polizeikräfte des Polizeipräsidiums Konstanz zwei weitere tatverdächtige Bandenmitglieder im Alter von 21 und 71 Jahren aufgrund vorliegender Haftbefehle am Grenzübergang Thayngen/ Bietingen in Baden-Württemberg fest.

Durch die intensive Zusammenarbeit aller beteiligten Dienststellen war es möglich, in Deutschland über einen mehrmonatigen Zeitraum einen Schaden in Höhe von über 240.000 Euro zu verhindern. Nach derzeitigem Ermittlungsstand können der Tätergruppierung in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Niedersachsen bisher 17 Taten mit einem eingetretenen Schaden in Höhe von knapp 120.000 Euro zugeordnet werden. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel sowie die weiteren Ermittlungen dauern an und könnten zur Aufklärung zahlreicher weiterer in Deutschland und anderen europäischen Ländern begangener Enkeltricktaten führen.

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