Engels-Ausstellung ist ein Erfolg

Das Jubiläumsjahr für Wuppertals berühmten Sohn beginnt, das Programm steht. Die Projektleiterin Julia Kohake geht.

Von Monika Werner-Staude

Wuppertal. Klar habe es am Anfang Vorstellungen gegeben, dass aber so viele mitmachen würden – damit hatte Julia Kohake nicht gerechnet. Und so wurden die Vorbereitungen für das Friedrich Engels-Jubiläumsjahr aufwendiger, das Programm weit größer. Mehr als 100 Veranstaltungen ist es nun stark, Erweiterungen sind immer noch möglich.

Am Donnerstag, dem 199. Geburtstag des großen Barmer Sohnes, starten die ersten in der Stadtbibliothek. Und Projektgeschäftsführerin Julia Kohake hat ihren letzten Arbeitstag. Das Projekt aber geht weiter. Kulturdezernent Matthias Nocke will dem Kulturausschuss in der nächsten Woche ihren Nachfolger vorstellen.

Julia Kohake ist ein Kind Niedersachsens, wuchs im Kreis Vechta auf, studierte in Münster Politik. Nach Wuppertal kam die heute 27-Jährige 2017 über ein Praktikum im Bereich Bürgerbeteiligung. Nach einer Elternzeitvertretung begann im Februar 2018 das Abenteuer Engels. Dass sie das nun vorzeitig beendet, liegt schlichtweg daran, dass es Kohake in Richtung Heimat zieht – und sie beim Münster Marketing eine unbefristete Stelle antreten kann.

Aus dem Schatten von Karl Marx herausgetreten

Friedrich Engels kannte Julia Kohake natürlich schon vor ihrem Wuppertal-Projekt, wenngleich er (auch im Studium) stets im Schatten von Karl Marx stand. Fürs Engels-Jahr las sie sich ein, entdeckte, dass er Marx überhaupt erst möglich gemacht hatte. Heute, sagt sie, könne sie nicht mehr nachvollziehen, dass stets Marx im Vordergrund stehe. Engels selbst und alles, was er gemacht habe, sei einfach super spannend.

Spannend verlief auch die Organisation des Engels-Jahres, das sie für die Stadt organisierte, während die Kuratoren Rainer Lucas und Hans-Dieter Westhoff inhaltlich arbeiteten. Besonders erfreulich entwickelte sich dabei der Ausstellungsgedanke, der dank finanzieller Förderung und immensen Einsatzes des Teams vom Historischen Zentrum unter seinem Leiter Lars Bluma aus mehreren kleinen zu einer großen Schau wuchs.

Schwieriger gestaltete sich dagegen der Umgang mit der Ideenflut, die deutlich größer war als erwartet. Und so können dank Finanzierung durch Land und Stadtsparkasse 30 kleinere Projekte gefördert werden. Nachdem 80 bis 90 Anträge eingegangen waren und schweren Herzens gefiltert werden musste.

Wenn Julia Kohake jetzt geht, tut sie das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es sei schon schade, nach der vielen Arbeit nicht mehr dabei zu sein. Aber es gibt auch Tröstendes neben der Perspektive Münster und dem Wissen um die geregelte Nachfolge. Da sind die Erinnerungen an die Wohnung an der Nordbahntrasse, an eine Stadt, in der sie immer wieder Neues entdecken konnte, an Luisenviertel und Zoo, an Kollegen und Freunde, die sie besuchen will, und ans Radfahren, das trotz aller Anstiege recht gut geklappt habe. Und natürlich wird Kohake auch im nächsten Jahr das eine oder andere Mal vorbeischauen.

Sie wünscht dem Programm und seinen Beteiligten, dass es von den Menschen angenommen wird, so dass man am 28. November 2020, dem 200. Geburtstag Engels’, sagen könne, dass es gut gelaufen sei.

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