Neue Gastro

Endspurt für den Trassen-Biergarten am Ottenbrucher Bahnhof

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Berislav Valentin freut sich auf die Eröffnung des Biergartens am Ottenbrucher Bahnhof. 

WUPPERTAL Berislav Valentin übernimmt in Wuppertal den Ottenbrucher Bahnhof. Während des Umbaus serviert er draußen bereits Getränke.

Von Manuel Praest

Wer auf der Nordbahntrasse unterwegs ist und den Ottenbrucher Bahnhof passiert, dem ist es schon aufgefallen: Es tut sich was. Nicht nur am Gebäude, das bekanntlich umgebaut wird. Die Fläche daneben ist eingezäunt. Berislav Valentin, der als Pächter den Bahnhof übernimmt, will dort in Kürze seinen Biergarten eröffnen. „Trassengarten Ottenbruch“ soll er heißen.

Ein Vorgeschmack auf die neue Gastro, die in gut einein- halb Jahren für die Gäste bereitstehen soll.

Auf 400 Quadratmetern gibt es Getränke und kleinere Gerichte

Der Thekenwagen, wo es bald Getränke und auch kleinere Gerichte geben soll, steht bereit. Der Vorbereitungsendspurt für den gut 400 Quadratmeter großen Biergarten läuft. Nur ein paar bürokratische Fragen seien noch zu klären. „Die Möbel sind auch schon bestellt“, erzählt der 49-Jährige, der in der Wuppertaler Gastroszene ein alter Bekannter ist. Im Schmitz Jägerhaus wurde er als Koch ausgebildet, machte sich aber früh selbstständig und eröffnete 1996 die Arche Noah in der Nordstadt. Danach waren die Villa Media und das Caribe weitere Stationen des gebürtigen Wuppertalers, ehe es ihn aus familiären Gründen 2010 nach München zog. So richtig warm mit der bayerischen Metropole wurde er aber nicht. Also ging es 2016 zurück ins Bergische, wo er als Freelancer arbeitete, zum Beispiel als Koch für Caterer. Recht schnell sprach ihn aber auch der Eigentümer des Ottenbrucher Bahnhofs an, ob er sich vorstellen könne, die Gastro dort zu übernehmen. Im Herbst 2017 war das „und ich habe schon ein paar Wochen überlegt“, erinnert sich Valentin heute. Gereizt haben ihn die Architektur und die Lage des Bahnhofs.

BAHNHOF OTTENBRUCH

HISTORIE Der Bahnhof wurde 1879 eröffnet. Seit Mitte der 1990er Jahre fahren ihn keine Züge mehr an.

GASTRONOMIE Von Anfang der 1990er Jahre, als der Bahnhof noch wirklich Bahnhof war und Züge der Rheinischen Strecke dort hielten, bis Ende 2017 hatte Jette Müller die Gastronomie betrieben. Bekannt war der Ort vor allem auch als Konzertstätte.

VERKAUF Die Verkaufsverhandlungen rund um den Ottenbrucher Bahnhof zogen sich lange hin. Die „Bundeseisenbahnvermögen“, eine Bahntochter, hatte ursprünglich einmal 120 000 Euro gefordert. Seit 2017 gehört das Denkmal jetzt einem Wuppertaler Investor.

„Direkt an der Trasse, das ist der Knaller“, so Valentin. Ausschlaggebend sei gewesen, „dass ich das hier praktisch mitaufbauen kann“. Als nette Kneipe, wo man gut essen kann, und als Veranstaltungsort will Valentin den Bahnhof etablieren. Gerade als Konzertort „hat der Ottenbruch einen Namen“, sagt der neue Pächter, der früher, als Jette Müller den Bahnhof führte, oft als Gast dort war. Kulinarisch schwebt ihm ein Mix aus Tradition und neuer deutscher Küche vor, von bergischen Spezialitäten bis zu ausgefallenen Nudelgerichten. Bis die aber serviert werden, dürfte noch einige Zeit vergehen. Der Umbau des Denkmals zieht sich. Deshalb wolle er vorab auf jeden Fall den Biergarten eröffnen. Und Ende des Jahres, hofft Valentin, wird er zumindest seine Wohnung im Bahnhof schon mal beziehen können. Dass die Gastronomie angenommen wird, davon geht er aus. Schon jetzt würden täglich Leute nachfragen. Auch beim Besuch unserer Zeitung machte ein Radler Halt, um sich nach dem aktuellen Stand zu erkundigen. Beim „Trassennachbarn“, der Utopiastadt, sieht man die Entwicklung ebenfalls positiv. Von Konkurrenz will David J. Becher nicht sprechen. „Was Gastronomie angeht, ist noch Luft nach oben an der Trasse“, sagt er. „Wir freuen uns.“ Auch Klaus Lang vom ADFC ist zufrieden über den Zuwachs und vor allem, dass der Biergarten schon in Kürze an den Start gehen soll.

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