Vorschlag

So soll Wuppertal eine schönere Innenstadt erhalten

So könnten die Fassaden von Poststraße und Alter Freiheit aussehen, wenn die Empfehlungen und Ideen umgesetzt werden. Entwurf: Rathke Architekten BDA
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So könnten die Fassaden von Poststraße und Alter Freiheit aussehen, wenn die Empfehlungen und Ideen umgesetzt werden. Entwurf: Rathke Architekten BDA

Mit einem Handbuch will die ISG in Wuppertal erreichen, dass Eigentümer zukünftig einheitlicher gestalten.

Von Anne Palka

Wuppertal. Bald möchte die Stadt mit Bauarbeiten beginnen, um Poststraße, Alte Freiheit und Kerstenplatz neu zu gestalten – doch am Straßenrand endet ihre Zuständigkeit. Für die Optik der Häuser sind die Eigentümer selbst verantwortlich. „Die Blickachsen sind blockiert und die Werbung schreit einen förmlich an“, sagt Architekt Markus Rathke.

Sein Büro wurde von der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Poststraße beauftragt, ein Gestaltungshandbuch zu entwickeln. Es ist eine Handreichung für alle Eigentümer, die ihr Haus sanieren möchten. Das Erscheinungsbild der Fußgängerzone, der wichtigen Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Neumarkt, soll stimmiger werden.

Schönheit ist eine Anziehungskraft, die nicht alle direkt wahrnehmen, die aber auf alle wirkt.

Johannes Busmann, Projektmanager ISG

Zunächst wurde die aktuelle Situation ausführlich analysiert. „Wenn man sich die Gebäude anguckt, erscheinen sie wie zerschnitten. Das Erdgeschoss und die Obergeschosse gehören eigentlich gar nicht mehr zusammen“, sagt Markus Rathke.

Laut Handbuch sollen sich die senkrechten Achsen wieder bis unten ziehen. Die Logos der Geschäfte sollten aus Einzelbuchstaben bestehen, dabei die Farben Weiß, Schwarz und Grautöne dominieren. Es ist beschrieben, dass Glas statt Kunststoff verwendet werden sollte, auch Schirme, Tische und Stühle für die Außengastronomie sind beschrieben. Ebenso der Umgang mit Leerstand. „Bei einer temporären Nutzung kann etwas Schönes zu sehen sein, beispielsweise Kunst. Alles, nur nicht einfach zukleben“, sagt Rathke.

In einem digitalen 3D-Modell, mit dem Bauherren und Architekten ihre Vorstellungen vorab im Umfeld anschauen können, sind Ist- und Kann-Situationen dargestellt.

Über den Auftrag des Gestaltungshandbuchs hinaus hat Markus Rathke Ideen gesammelt, die ein Alleinstellungsmerkmal Wuppertals werden könnten: einheitliche Vordächer, vollständig begrünte Fassaden oder kleine Brücken zwischen den Häusern, auf denen Gastronomie mit Ausblick möglich wäre.

Aufenthaltsqualität ist überlebenswichtig.

Markus Rathke, Architekt

Er betont, dass alles einen empfehlenden Charakter hat. „Wir können nicht davon ausgehen, dass alle anfangen, mit unglaublichem Aufwand die Fassaden umzubauen.“ Aus seiner Erfahrung mit Handelsimmobilien in ganz Deutschland wisse er, dass Handel in einem qualitätsvollen Umfeld besser gedeihen kann. Mit Blick auf das Wachstum des Online-Handels sagt Markus Rathke: „Aufenthaltsqualität ist überlebenswichtig.“

Nun sei es wichtig, die Vorschläge in eine offizielle städtische Satzung aufzunehmen, sagt Eleonore Putty, Vorsitzende der ISG: „Viele Eigentümer sind nicht gleichzeitig Ladeninhaber. Umso wichtiger ist, dass gesteuert wird, wenn etwas neu geschaffen wird. Eine Holding, die sonstwo sitzt, interessiert sich nicht wirklich dafür. Deshalb ist es für die Stadt ungeheuer wichtig, das Instrument zu nutzen.“

Es gibt zwar eine Gestaltungssatzung, mit der die Stadt gewisse Vorschriften macht, sie ist aber nicht flächendeckend und wird nicht durchgehend beachtet. Eine Aktualisierung hänge mit der städtischen Neugestaltung der Fußgängerzone zusammen, sagt Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler.

In dem Prozess solle sie gemeinsam mit der ISG und anderen Akteuren erarbeitet werden, „damit der schöne neue Status Quo erhalten bleibt.“„Schönheit ist eine Anziehungskraft, die nicht alle direkt wahrnehmen, die aber auf alle wirkt“, sagt Johannes Busmann, Projektmanager der ISG. „Sie ist die stärkste Kraft der Stadtentwicklung.“

Deshalb seien gemeinschaftliche Bemühungen um Schönheit in der Elberfelder Innenstadt wichtig, um Anziehung auf Passanten und Käufer auszuüben.

Neugestaltung

Die Stadt Wuppertal möchte Alte Freiheit, Poststraße und Kerstenplatz neu gestalten und ihnen die Optik des Döppersbergs geben. Der Rat wird am 14. Februar darüber abstimmen. Im Frühjahr soll der Bau beginnen und bis 2025 fertig sein. Er soll knapp 4,9 Millionen Euro kosten und wird gefördert.

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