Eishalle: Saisonstart steht auf der Kippe

Ob sich die Türen der Eishalle an der Birker Straße im September öffnen, das ist völlig unklar. Stadt und Lebenshilfe. Betreiber der Halle, ringen um die Finanzierung einer Reparatur der Eismaschine. Die Halle selbst soll 2022 geschlossen werden. Foto: Tim Oelbermann
+
Ob sich die Türen der Eishalle an der Birker Straße im September öffnen, das ist völlig unklar. Stadt und Lebenshilfe. Betreiber der Halle, ringen um die Finanzierung einer Reparatur der Eismaschine. Die Halle selbst soll 2022 geschlossen werden. Foto: Tim Oelbermann

Lebenshilfe und Stadt Solingen suchen nach einer Lösung, um eine defekte Eismaschine zu reparieren

Von Philipp Müller

Solingen Auf der Internetseite der Solinger Eishalle an der Birkerstraße steht als Termin für den Saisonbeginn der 19. September. Ob das kommt, ist jedoch mehr als fraglich. Andreas Engeln, der Geschäftsführer der „anders leben Eissporthalle Solingen gGmbH“, einer Tochtergesellschaft der Lebenshilfe Solingen, erklärt: „Ein Kühlmittelverdichter der Eismaschine ist defekt.“ Er rechnet mit Reparaturkosten von rund 60 000 Euro. Wegen der Schließung der Halle durch die Corona-Pandemie sei dieser Betrag aber nicht in der Kasse und die Lebenshilfe dürfe da mit ihren zweckgebundenen Mitteln für die Betreuung Behinderter auch nicht aushelfen.

Wegen der fehlenden Einnahmen seit März sei die Situation der Eishalle „nicht ganz einfach“, räumt Egeln ein. Daher sei die Lebenshilfe auch mit der Stadt im konstruktiven Gespräch. Selbst wenn gemeinsam mit der Verwaltung eine Lösung für die Reparatur der Eismaschine gefunden werden sollte, sei die Angelegenheit noch nicht in trockenen Tüchern.

Die Eisdisco werde es mit bis zu 800 Besuchern durch die Abstands- und Hygieneregeln nicht geben können. Ob überhaupt der Schlittschuhverleih öffnen könne, sei ebenfalls mehr als fraglich, da aufwendige Desinfektionsmaßnahmen die Wirtschaftlichkeit in Frage stellen würden.

„Wir wollen die Eishalle nicht durch die Hintertür schließen.“

Andreas Engeln, Lebenshilfe

Aber eins betont Engeln: „Wir wollen die Eishalle nicht durch die Hintertür schließen.“ Die Lebenshilfe stehe zu ihrer Aussage, noch zwei bis drei Jahre den Betrieb an der Birkerstraße aufrecht erhalten zu wollen. Danach soll die Halle einer neuen Werkstatt für Behinderte weichen. Die Stadt sei von der Lebenshilfe über die Problematik in der Eishalle informiert worden, erklärt Sprecherin Sabine Rische. Jetzt gehe es darum, eine Lösung zu finden. Dabei unterstützte die Stadt die Lebenshilfe. „Ziel ist es, dass die Eishalle so rechtzeitig wie möglich in die Saison starten kann“, sagt Rische.

Lutz Nippes, Vorsitzender des Solinger Turnerbunds (STB), ist über die unklare Situation verärgert. Die Eislaufabteilung habe 120 Mitglieder. „Die Trainingspläne ab Mitte September stehen eigentlich schon“, sagt er. Er fürchtet um den Fortbestand der Abteilung. Gebe es nicht bald feste Termine, wann wieder Eis an der Birkerstraße vorhanden sei, rechnet er mit Abmeldungen der STB-Mitglieder. Für die Eishalle vermisst er auch Signale von Stadt und Lebenshilfe, wie der STB bei der Finanzierung der Reparatur der Eismaschine helfen könne. Es gebe sicher Töpfe beim Land, die man anzapfen könne. Er sei zur konstruktiven Zusammenarbeit bereit wenn die Entscheider auf den STB zukommen.

Neuer Standort für Eishalle scheint bereits gefunden

Weil die alte Eissporthalle, aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr renoviert werden kann, suchen Vereine und Stadt nach einer Lösung für einen Neubau. Deshalb hatte sich in diesem Jahr der Verein „Solingen braucht Eis“ gegründet. Er versuche gerade, sich die Gemeinnützigkeit anerkennen zu lassen, berichtete zuletzt die Vorsitzende Frauke Rautenberg. Hinter den Kulissen redet der Verein parallel mit der Stadt, besonders mit Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos). Zwar ist wohl ein möglicher Standort für eine neue Halle gefunden, doch kann dieser noch nicht öffentlich benannt werden.

Damit setzen Verein und Stadt ihre Ankündigung aus dem Frühjahr um, sich über den Sommer auf ein weiteres Vorgehen zu verständigen. Aber zwei Hürden gilt es zu nehmen: Noch gibt es weder Baurecht für das neue Gelände, noch einen Investor.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kramer stellt Stars der Sammlung vor
Kramer stellt Stars der Sammlung vor
Kramer stellt Stars der Sammlung vor
Japanische Woche startet am 11. Oktober
Japanische Woche startet am 11. Oktober
Japanische Woche startet am 11. Oktober
Krach um das Rotationstheater
Krach um das Rotationstheater
Großer Trödel erst wieder 2021
Großer Trödel erst wieder 2021
Großer Trödel erst wieder 2021

Kommentare