Eishalle: Chance auf neuen Standort steigt

Die Solinger Eissporthalle an der Brühler Straße gilt als baufällig. Stadt und Eissportvereine suchen nach Finanzierungsmöglichkeiten für einen Neubau. Foto: Christian Beier

Die Stadt Solingen führt Gespräche mit Eissportvereinen. Ein Grundstück ist gefunden und wird nun auf Machbarkeit geprüft.

Von Kristin Dowe

Solingen. Die Pläne für den Neubau einer Eishalle in Solingen nehmen zunehmend Gestalt an. Hatte die Stadt zuletzt bekanntgegeben, dass sie ein konkretes Grundstück für ein solches Projekt im Auge hat, fanden nun auch Gespräche mit Vertretern der Solinger Eissportszene, etwa dem Verein EC Bergisch Land und der Bürgerinitiative „Solingen braucht Eis“, statt. Letztere befindet sich noch immer in der Phase der Vereinsgründung, die bislang aufgrund formaler Hürden noch nicht vollzogen werden konnte, berichtet die Vorsitzende Frauke Rautenberg.

„Die Stadt ist uns gegenüber von Anfang an sehr ehrlich mit der Situation umgegangen“, lobt Rautenberg, die als vormalige Vorsitzende des EC Bergisch Land in der Eissportszene bestens vernetzt ist. „Herr Hoferichter hat uns klar signalisiert, dass die Stadt das Ziel hat, eine Eishalle in Solingen vorzuhalten, dafür aber selbst nicht die finanziellen Mittel aufbringen kann“, so Rautenberg über die Gespräche mit dem Solinger Stadtdirektor. Gemeinsam suche man nun nach Finanzierungsmöglichkeiten. Der favorisierte Standort für eine Eishalle, der nach Aussage der Stadt derzeit auf seine Machbarkeit geprüft werde und noch nicht kommuniziert werden könne, sei ihr bekannt. Sollten sich diese Pläne umsetzen lassen, könne man gut damit leben. „Mit dem Standort wären wir zufrieden.“

Als unwahrscheinlich weist Frauke Rautenberg Hoffnungen zurück, die baufällige Eishalle am Südpark sanieren zu können, um einen Neubau zu vermeiden. „Das halte ich für völlig utopisch.“ Denn Grundstück und Gebäude befinden sich im Besitz der Solinger Lebenshilfe, welche die Eishalle zurzeit noch betreibt, aber andere Pläne mit dem Areal in der Innenstadt signalisiert hatte. Es hieß, dass die Lebenshilfe dort eine neue Behindertenwerkstatt errichten wolle. Prof. Dr. Susanne Schwalen, Vorsitzende der Lebenshilfe, äußerte sich auf Anfrage nicht zu Details, bestätigte aber „Gespräche mit der Stadt bezüglich der Eishalle“. Bislang betrieb die Anders Leben gGmbH der Lebenshilfe die Eishalle inklusiv, beschäftigte dort also Menschen mit Behinderung. „Wir sehen es als unsere Verpflichtung an, dass zu gegebenem Zeitpunkt für die Mitarbeiter der Eishalle alternative Beschäftigungsmöglichkeiten gefunden werden“, ergänzt Schwalen.

Eissportvereine haben unterschiedliche Vorstellungen

Betonen der EC Bergisch Land und der künftige Verein „Solingen braucht Eis“ zwar ihren grundsätzlichen Willen, bei den Neubauplänen an einem Strang zu ziehen, gehen beide Gruppen für dieses Ziel unterschiedliche Wege. So hat „Solingen braucht Eis“ eine Online-Petition gestartet, über welche die Mitglieder ein Bürgerbegehren anstreben. Mehr als 3400 Einträge zählte die Unterschriftenliste für ein Bürgerbegehren gestern Nachmittag. Dabei sieht Rautenberg die Petition eher als politisches Signal denn als Druckmittel: „Wir möchten damit nicht in Opposition zur Stadt gehen, sondern wir suchen den Schulterschluss.“

Mehrere Tonnen Ammoniak müssten entsorgt werden

Gleiches nimmt auch Wolfgang Lingen, Vorsitzender des EC Bergisch Land, für seinen Verein in Anspruch, doch gebe es dort noch vermehrt Stimmen, die an Sanierungsplänen der jetzigen Eishalle festhalten – auch er sei dem Gedanken nicht abgeneigt: „Natürlich müsste man eine große Summe investieren. Unterm Strich wäre das aber wohl immer noch kostengünstiger als ein Neubau.“ Auch rechne er nicht mit einem zeitnahen Bauantrag der Lebenshilfe für eine Behindertenwerkstatt. „Die Lebenshilfe müsste die alte Halle dann abreißen und hätte zudem viel Sondermüll wie zum Beispiel mehrere Tonnen Ammoniak zu entsorgen. Das ist sicherlich alles nicht einfach“, so Lingen. Die Chemikalie wird für die Kühlung der Anlage benötigt.

Unklar ist zurzeit auch die Rolle von Projektentwickler Manfred Wolf, der sich mit seinem Unternehmen Padok Ice Rinks für einen Neubau ins Gespräch gebracht hatte. „Aktuell sucht Padok Ice Rinks nach potenziellen Investoren und Finanzierungsmöglichkeiten“, teilt Solingens Rathaussprecher Thomas Kraft dazu mit.

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