Sammelleidenschaft

Mit einer farbenprächtigen Eule aus São Paulo fing alles an

Esther Nowoczin präsentiert hier nur einen kleinen Teil ihrer Eulen-Sammlung, die rund 4000 Exemplare umfasst. Foto: Andreas Fischer
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Esther Nowoczin präsentiert hier nur einen kleinen Teil ihrer Eulen-Sammlung, die rund 4000 Exemplare umfasst.

Esther Nowoczin hat rund 4000 Eulen gesammelt – viele hat sie auf ihren Reisen erworben.

Von Andreas Boller

Wuppertal. In der Wohnung von Esther und Harald Nowoczin an der Ottenbrucher Straße haben sich vor gut 40 Jahren die Eulen eingenistet. Eulen aus aller Herren Länder – von Albanien bis Zypern. Bei dem kleinsten Exemplar handelt sich um eine Eule in Form eines Fingerhutes, ein weiteres Prachtstück der Sammlung steht im Keller und ist zwei Meter groß.

Rund 4000 Exemplare hat Esther Nowoczin im Laufe der Jahre gesammelt – und auf keines möchte sie verzichten, obwohl es kaum noch Platz für Zuwachs in Regalen und an den Wänden gibt. Das liegt unter anderem auch daran, dass der frühere Stadtverordnete und ASV-Vorsitzende Harald Nowoczin ebenfalls ein leidenschaftlicher Sammler ist. Er sammelt Kunstgemälde, die sich mit den Eulen den Platz teilen müssen. Und so handelt es sich bei der Aufteilung der vorhandenen Aus- und Aufstellungsflächen wohl um einen von dem Ehepaar sorgsam ausgehandelten Kompromiss.

Eulen und Kunst, das muss ja auch kein Gegensatz sein. „Ein besonders schönes Exemplar meiner Sammlung stammt aus dem Museumsshop des MoMa in New York“, sagt Esther Nowoczin, für die bei der Auswahl folgender Grundsatz gilt: „Nicht der Wert oder die Größe sind entscheidend. Sie müssen mir gefallen.“

So war das auch bei einer Reise nach Brasilien 1980 in São Paulo, als die Sammlung mit dem Kauf eines farbenprächtigen Exemplars ihren Anfang nahm. Mit der Sammlung wuchs die Aufmerksamkeit: „Irgendwann fängt man an, überall Eulen zu sehen. Die Eule ist ja ein Symbol für Weisheit, sie ist aber auch ein Raubtier. In Afrika gilt die Eule als Todesvogel“, erklärt Esther Nowoczin. Zu jeder ihrer Eulen kann sie eine Geschichte erzählen. In afrikanischen Ländern sei sie bei der Suche nur selten fündig geworden und mit der Frage nach Eulen oft zunächst auf Misstrauen gestoßen. Doch ganz ohne Eulen kommen auch die Afrikaner nicht aus. Und so ist eine Eule aus Kenia, die aus einer Kokosnuss hergestellt worden ist, am Fuße des Ölbergs gelandet.

Von keiner ihrer Eulen möchte sich Esther Nowoczin trennen

„Wir haben bis auf Australien gemeinsam die ganze Welt bereist und überall natürlich Ausschau gehalten. Das ist auch ein Grund, weshalb insgesamt nur zwei Eulen doppelt sind.“ In der Sammlung befinden sich Eulen aus Stein, Ton oder Seife. Eulen sind ein beliebter Dekorationsgegenstand in Schaufenstern von Optikern, sie verzieren Servietten, Uhren, Windlichter oder Regenschirme.

Esther Nowoczin erinnert sich daran, dass vor einigen Jahren im Zuge der Harry-Potter-Filme eine regelrechte Eulen-Welle ausgelöst wurde, die aber wieder abgeebbt sei. Im Internet werden inzwischen komplette Sammlungen mit hunderten Exemplaren zum Kauf oder Tausch angeboten.

In dieser Beziehung sieht sich Esther Nowoczin allerdings als untypische Sammlerin. „Ich tausche nicht mit anderen Sammlern und habe auch keinen Kontakt zu ihnen, denn ich könnte mich von keiner meiner Eulen trennen. 60 Prozent der Sammlung habe ich selbst erworben, bei etwa 40 Prozent handelt es sich um Geschenke.“ Dass zu Geburtstagen oder anderen Gelegenheiten bei den Nowoczins immer wieder neue Eulen als Geschenk ins Haus flattern, liegt daran, dass ihr Hobby im Laufe der Jahre unter Freunden und Verwandten kein Geheimnis geblieben ist. „Was schenkt man einer Eulen-Sammlerin denn sonst“, so Esther Nowoczin.

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