Kriminalität

Einbrüche: Lange Haft für Angeklagten

Eine Bewährungsstrafe ist ausgeschlossen.

Von Dirk Lotze

Haan/Wuppertal. Einen 32 Jahre alten Angeklagten aus Haan hat das Landgericht Wuppertal wegen Wohnungseinbrüchen bei Senioren zu langer Haft verurteilt. Für jede einzelne von sechs Taten verhängten die Richter noch nicht rechtskräftig zwischen zwei und drei Jahren Gefängnis. Jede einzelne Tat übertrifft den Antrag der Staatsanwaltschaft. Wegen hoher Strafen aus früheren Prozessen hat der Mann eine Verurteilung von insgesamt 13 Jahren und drei Monaten vor sich, wenn der Bundesgerichtshof die Entscheidung bestätigt. Bewährung ist ausgeschlossen.

Der Vorsitzende Richter erklärte in der mündlichen Begründung: „Strafschärfend haben sich die Folgen für die Opfer ausgewirkt. Sie fühlen sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher.“

Laut Urteil verübte der Gelegenheitsarbeiter und Familienvater sechs schwere Einbrüche um den Jahreswechsel 2015/16, davon drei in Haan – nur wenige hundert Meter von seiner Wohnung entfernt. Die Beute: Schmuck für mehrere 10 000 Euro, Geld und weitere Wertsachen. Der Angeklagte hatte im Prozess geschwiegen. Belastet wurde er durch einen mutmaßlichen Komplizen. Der hatte den Haaner in seinem Geständnis im Sommer 2017 als Mittäter benannt.

Im aktuellen Prozess widerrief der bereits Verurteilte diese Angaben: Er und der Haaner hätten sich in mehreren Prozessen gegenseitig belastet; er wolle das nun durchbrechen. Er hoffe, dass der Angeklagte nun ebenfalls frühere Aussagen zurücknehme. Die Richter wiesen diese Version zurück: „Das erscheint uns nicht mehr nachvollziehbar.“

Angeklagter bleibt vorerst in einer geschlossenen Entziehungsanstalt

Gegen den Angeklagten (32) sprächen weitere Indizien: Er sei in Willich mit dem Belastungszeugen gemeinsam bei einem Einbruch ertappt worden. Später am selben Tag habe es eine Tat in Haan gegeben. Bei anderer Gelegenheit habe ihn die Polizei mit drei Verdächtigen in einem Auto kontrolliert: „Im Auto befand sich Einbruchswerkzeug.“ Die Richter bescheinigten dem Angeklagten kriminelle Energie: „Drei Wochen nach einer Verurteilung wegen Einbruchs hatte er nichts Besseres zu tun, als wieder loszuziehen.“

Legt der Angeklagte Revision ein, müssen Bundesrichter das Urteil prüfen. Der 32-Jährige bleibt vorerst in einer geschlossenen Entziehungsanstalt, weil er drogensüchtig sein soll. Wird die Gefängnisstrafe rechtskräftig, kommt nach der Therapie weiterer Strafvollzug auf ihn zu. Zur Hälfte der Haftzeit muss er mit seiner Abschiebung rechnen, weil er Albaner ist.

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