Projekt

Eigenanteil von Circular Valley ist gesichert

Der Gaskessel in Heckinghausen ist die Zentrale von Circular Valley und soll die Strahlkraft des Projektes verdeutlichen. Archivfoto: Andreas Fischer
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Der Gaskessel in Heckinghausen ist die Zentrale von Circular Valley und soll die Strahlkraft des Projektes verdeutlichen.

Wuppertal. Das neue Mega-Projekt der Wuppertalbewegung nimmt organisatorisch und finanziell Fahrt auf.

Von Andreas Boller

Gehe zurück zu deinen Wurzeln und schließe den Kreislauf – das ist eine der zentralen Aussagen des Projektes Circular Valley, mit dem die Wuppertalbewegung die Bergische Region zu einem weltweit beachteten Zentrum der Kreislaufwirtschaft machen will. An einem Geburtsort der Industriellen Revolution soll erneut Geschichte geschrieben werden, diesmal mit dem Ansatz, ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Ziele zu vereinen. Und das wird, so die Experten, nur dann möglich sein, wenn in allen drei Bereichen die Ressourcen nicht ohne Rücksicht auf Verluste verbraucht, sondern Kreisläufe geschaffen werden.

Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Wuppertalbewegung, hat für das Projekt zahlreiche Mitstreiter auf verschiedenen Ebenen gefunden. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Vereins auf ihrer Jahreshauptversammlung für einen Antrag aus, der die Vereinssatzung um das Projekt Circular Valley ergänzt. Prof. Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation und Digitalisierung, hat die Schirmherrschaft übernommen. Der frühere Wuppertaler OB Andreas Mucke soll Gründungsgeschäftsführer der Circular Valley GmbH werden.

Das Netzwerk reicht bereits weit über Wuppertal hinaus. Neben Unternehmen aus Wuppertal wie der Bayer AG, der Barmer GEK, der Gebr. Becker GmbH, Knipex, Stadtsparkasse, Stadtwerke oder der Vorwerk & Co. KG haben bereits die BASF, die Steinbeis Holding oder die BayWa ihre Unterstützung bekundet. „Die Finanzierung des Eigenanteils von Circular Valley ist durch die Unterstützung zahlreicher Firmen gesichert“, sagt Carsten Gerhardt. Das Circular Valley werde weit über die Grenzen der Region wahrgenommen.

„Es geht um den Erhalt unseres Planeten, aber auch um zukunftsfähige Arbeitsplätze.“

Andreas Mucke

Das Projekt hat eine weitere Hürde genommen. „Vom Land NRW und der Bezirksregierung wurde die von uns eingereichte Förderskizze für gut geheißen“, so Gerhardt. Nun kann ein weit aufwendiger zu erstellender Förderantrag folgen.

Bewerbungen aus Deutschland, Mexiko und dem Libanon

Solange für Circular Valley noch kein bewilligter Förderantrag vorliegt, laufen alle Vorbereitungen auf ehrenamtlicher Basis. Das gilt auch für die Einrichtung des Circular Economy Accelerators, der bei der Vorwerk & Co. KG im Werk Laaken eingerichtet wird. Dort sollen neugegründete Firmen, die für eine befristete Zeit in Wuppertal zu Gast sind, intensiv von Experten aus der Wirtschaft und Wissenschaft betreut werden. Die jungen Unternehmen werden dabei unterstützt, Ideen oder Produkte auf den Prüfstand zu stellen und zu entwickeln. „Für die erste Kohorte, die coronabedingt virtuell stattfinden wird, liegen Bewerbungen aus Wuppertal und der Region sowie bundesweit und aus Mexiko und dem Libanon vor“, sagt Carsten Gerhardt.

„Das ist ein idealer Standort, direkt gegenüber der Produktion von Kobold und Thermomix“, sagt Andreas Mucke. Dass die ehrenamtliche Arbeit angelaufen sei, erleichtere später einen reibungslosen Start. Jeweils vier Monate Zeit wird den ausgewählten Bewerbern gewährt. Schon die zweite Kohorte im Herbst soll dann möglichst nicht nur virtuell, sondern ganz real im „Labor“ in Laaken einziehen.

„Denn die besten Ressourcen sind die, die gar nicht erst verbraucht werden.“

Der Ansatz von Circular Valley

Andreas Mucke begrüßt das Interesse, das diese Idee bei vielen Unternehmen ausgelöst hat. „Man merkt, dass das Thema Kreislaufwirtschaft nicht nur angekommen ist, sondern daraus Handlungen in den Firmen resultieren. Nachhaltigkeit heißt nicht Verzicht“, sagt Mucke. Er wirbt für das Projekt. Schließlich stehe viel auf dem Spiel: „Es geht um den Erhalt unseres Planeten, aber auch um zukunftsfähige Arbeitsplätze in Wuppertal.“ Impulse in die Region sollen nicht zuletzt auch die Teilnehmer des Circular Economy Accelerators geben. Die Intention ist, dass einige in Wuppertal sesshaft werden könnten, oder sich mit den hiesigen Netzwerken verbinden.

Die Kreislaufwirtschaft sehen Carsten Gerhardt und Andreas Mucke neben dem Klimaschutz als wichtigstes Zukunftsthema überhaupt: „Das Silicon Valley ist zum Sinnbild der Digitalisierung geworden. Von daher wurde der Name Circular Valley ganz bewusst gewählt. Warum sollte das Tal der Wupper nicht einmal sinnbildlich für die Errungenschaften einer weltweiten Kreislaufwirtschaft stehen, in der die besten Ressourcen die sind, die gar nicht erst verbraucht werden?“

Circular Valley

50 Unternehmen haben sich bereits im Projekt Circular Valley vernetzt. Bis zum 15. April läuft die Anmeldefrist für die erste Kohorte des Circular Economy Accelerator. Ausgewählt werden 15 Start-ups, die sich mit dem Maßnahmepaket des Green Deal beschäftigen sollen, der bis 2050 zu einer nachhaltigen EU-Wirtschaft beitragen soll.

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