Düsseldorf wird zur Fahrradstadt

Auch in Düsseldorf sollen mehr Fahrradstellplätze in der Nähe von Bus- und Bahnhaltestellen entstehen, wie hier in Lennep. Archivfoto: Thomas Wintgen
+
Auch in Düsseldorf sollen mehr Fahrradstellplätze in der Nähe von Bus- und Bahnhaltestellen entstehen, wie hier in Lennep. Archivfoto: Thomas Wintgen

Der Radverkehr hat in der Innenstadt einen Anteil von 19 Prozent – Tendenz steigend

Von Stephan Eppinger

Düsseldorf Immer mehr Düsseldorfer steigen aufs Rad. Die 13 Dauerzählstellen im Stadtgebiet registrierten 2020 mehr als 7,1 Millionen Radfahrer. Das sind rund 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil beim Radverkehr ist in der Innenstadt mit 19 um fünf Prozent stärker geworden und liegt somit fast auf gleichem Niveau mit Bussen und Bahnen (21 Prozent). Düsseldorf sieht sich als Stadt, die aufs Radfahren setzt. Daher ist ein schneller Ausbau der Radwege einer der wichtigsten Bestandteile der Verkehrswende in der Stadt.

„Das Fahrrad ist eines der wichtigen Verkehrsmittel für eine aktive Verkehrswende in Düsseldorf.“

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller

OB Stephan Keller: „Das Fahrrad ist eines der wichtigen Verkehrsmittel für eine aktive Verkehrswende in Düsseldorf. Und nur mit gut ausgebauten Radwegen, einem starken ÖPNV, mehr Park & Ride-Plätzen und der Förderung von klimafreundlichen Antriebstechnologien werden wir Düsseldorf auch hier wieder ganz nach vorne bringen.“ Aktuell bekommt Düsseldorf im ADFC Fahrradklima-Test 2020 die Schulnote 4,12 und landet damit im unteren Drittel unter den 14 Großstädten ab 500 000 Einwohnern. Auf der Positivseite stehen laut ADFC jedoch die gute Verfügbarkeit von Leihrädern, in Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnete Einbahnstraßen und die Einschätzung „Bei uns fahren alle Fahrrad – egal ob alt oder jung“.

„Das Ergebnis des Fahrradklima-Tests 2020 für Düsseldorf zeigt ehrlich auf, wo wir aktuell stehen und in welchen Bereichen wir in den nächsten fünf Jahren besser werden müssen, um bis 2025 die fahrradfreundlichste Großstadt in Deutschland zu werden“, erklärt der Oberbürgermeister. „Wir wollen und müssen beim Ausbau der Radinfrastruktur schneller werden und so mehr Menschen von den Vorteilen des Fahrrades als alltagstaugliches Verkehrsmittel überzeugen“, betont Keller. Er bekräftigt: „Klares Ziel ist es, die Umsetzung der Radverkehrsprojekte erheblich zu beschleunigen, die Radrouten als durchgängige Achsen schnell zu realisieren und das Radhauptnetz innerhalb der Wahlperiode weitestgehend fertigzustellen – auch mit Hilfe von Zuwendungen des Landes. Bis 2025 soll Düsseldorf die fahrradfreundlichste Großstadt in Deutschland werden.“

Radschnellwege ermöglichen bessere Erreichbarkeit

„Wir arbeiten an der schnellen Umsetzung von mehr und zusammenhängenden Radwegen für innerstädtischen Radverkehr: Dazu gehört das Radhauptnetz, aber auch die vier Radrouten, beginnend mit der Nord-Süd-Radroute, die ebenfalls dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss vorgestellt wurden“, erklärt die zuständige Dezernentin Cornelia Zuschke. Mit der Schaffung eines Radschnellweges wird das Düsseldorfer Fahrradnetz auch regional angebunden und ermöglicht es Aus- und Einpendlern Düsseldorf mit dem Fahrrad besser zu erreichen.

2021 wird mit der konkreten Planung der einzelnen Abschnitte des Radschnellweges Neuss, Düsseldorf, Langenfeld begonnen. „Neben dem Ausbau des Radhauptnetzes ist die Schaffung ausreichender Fahrradabstellmöglichkeiten elementarer Bestandteil der Fahrradförderung in Düsseldorf“, sagt Zuschke. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden und den begrenzten öffentlichen Raum effizient zu nutzen, erarbeitet das Amt für Verkehrsmanagement aktuell, ein Konzept zum „Fahrrad-Parken“. Parallel zur konzeptionellen Planung wird die Initiative „Fahrradstellplätze für Düsseldorf“ fortgesetzt und Fahrradbügel im Straßenraum aufgestellt. So entstehen jährlich rund 1000 Abstellplätze.

Um das Angebot für Pendler zu verbessern, arbeitet die Rheinbahn mit der Stadt an der Umsetzung eines umfangreichen Konzeptes, das das Bike & Ride Angebot an Haltestellen weiter ausbauen soll. Ebenfalls wird am Bilker Bahnhof mit dem Bau eines vollautomatischen Fahrradparkhauses begonnen. Auch am Hauptbahnhof und am Bahnhof Benrath wird bei den Planungen die Einrichtung weiterer Radstationen mitgeplant.

Mobilstationen

Das Konzept sieht auch sogenannte Mobilstationen vor, an denen das Bike-Sharing eine wichtige Rolle spielt. Es soll mit weiteren Mobilangeboten wie dem ÖPNV verknüpft werden. Dort sollen auch attraktive Fahrradabstellmöglichkeiten entstehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Steinbeck: Trödelmarkt belebt Bahnhofsgelände
Steinbeck: Trödelmarkt belebt Bahnhofsgelände
Steinbeck: Trödelmarkt belebt Bahnhofsgelände
Fünffache Kindstötung in der Hasseldelle: Staatsanwalt hält an Mutter als Täterin fest
Fünffache Kindstötung in der Hasseldelle: Staatsanwalt hält an Mutter als Täterin fest
Fünffache Kindstötung in der Hasseldelle: Staatsanwalt hält an Mutter als Täterin fest
„Dienstlama“ für den Gräfrather Bezirkspolizisten
„Dienstlama“ für den Gräfrather Bezirkspolizisten
„Dienstlama“ für den Gräfrather Bezirkspolizisten
Justiz räumt im Umfeld des „Königs“ auf
Justiz räumt im Umfeld des „Königs“ auf
Justiz räumt im Umfeld des „Königs“ auf

Kommentare