Für jeden Geschmack

Tonhalle: So viele Uraufführungen wie noch nie

Besucher der Tonhalle dürfen sich auf hochkarätige Ensembles und teils ungewöhnliche Besetzungen freuen. Foto: Susanne Diesner
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Besucher der Tonhalle dürfen sich auf hochkarätige Ensembles und teils ungewöhnliche Besetzungen freuen.

Düsseldorfer Symphoniker stellen das Programm für die neue Spielzeit vor.

Von Stephan Eppinger

Düsseldorf. Die Tonhalle und die Düsseldorfer Symphoniker haben das Programm für die neue Spielzeit 2021/22 vorgestellt. Dazu gehören die Sternzeichen – die Symphonie-Konzerte des Orchesters. Chefdirigent Adam Fischer setzt mit den Düsseldorfer Symphonikern seinen Beethoven-Schubert-Zyklus fort und macht seinen zweiten Dvorák.

Alpesh Chauhan, ab dieser Saison Gastdirigent und Fischers neuer Partner an der Spitze des Orchesters, dirigiert Beethoven 6 und Schostakowitschs „Leningrader“. Um sie herum leuchtet es aber diesmal besonders prächtig. Das Publikum darf sich auf Ausnahmemusiker wie Igor Levit, Bertrand Chamayou, Johannes Moser oder Augustin Hadelich freuen und auf Dirigenten wie Alexandre Bloch, Adrien Perruchon, Axel Kober, Marc Albrecht, David Reiland und Hugh Wolff.

Die Riege der Solisten, mit denen das Orchester musiziert, erschöpft sich aber keineswegs in den üblichen Verdächtigen Klavier, Geige und Cello. Mit Harfe, Saxofon, Flöte und Schlagzeug wird es farbiger denn je: Alexej Gerassimez spielt John Psathas’ Uraufführung „Leviathan“ für Schlagzeug und Orchester, das Signum-Quartet Philip Glass’ Konzert für Saxofonquartett und Orchester, Ruth Legelli Debussys Syrinx für Flöte solo, Sophie Schwödiauer und Fabiana Trani sind Solistinnen von Elias Parish Alvars’ Concertino für zwei Harfen.

Gesang spielt ebenfalls eine große Rolle in dieser Tonhallen-Saison: Auf dem Programm stehen Haydns Oper „Orfeo ed Euridice“ in einer halbszenischen Aufführung, zwei Oratorien, eine dramatische Kantate und Beethovens Neunte – endlich wieder das, was so lang nicht sein durfte. Vier Sternstunden der Kammermusik sind 2021/22 in der Raumstation-Reihe der Tonhalle zu erleben, mit hochkarätigen Ensembles in teils ungewöhnlichen Besetzungen.

Spitzen-Ensembles für „Ehring geht ins Konzert“

Die Pianisten Igor Levit und Markus Becker spielen mit den beiden Schlagzeugern Andreas Boettger und Klaus Reda Werke von Reger, Brahms und Bartók, das fulminante Klaviertrio aus Vadim Gluzman, Johannes Moser und Yevgeny Sudbin ist mit Werken von Schubert und Schostakowitsch zu Gast. Geiger Ray Chen tut sich mit drei Solisten der Berliner Philharmoniker zusammen, um einen feurigen Mozart und Dvorák zu geben. Und auch das Trio aus Alina Ibragimova, Steven Isserlis und Dénes Várjon lässt aufhorchen. Schon jeder für sich genommen ist ein Ausnahme-Solist, im Verbund werden sie Werke von Schumann, Mendelssohn und Brahms wohl umso inniger darbieten.

Klassik und Politik, Mozart und Bundestag – im Alltag wohlgetrennte Sachgebiete der menschlichen Existenz – verrührt der Kabarettist Christian Ehring auch in der Saison 2021/22 gewohnt souverän zu hochexplosivem Material. Die Comedy-Konzerte gehen stets schmerzhaft-komisch oder schmerzhaft-schön über die Bühne.

Auch für „Ehring geht ins Konzert“ konnten wieder Spitzen-Ensembles und -Solisten gewonnen werden, etwa das traditionsreiche Mahler Chamber Orchestra oder das virtuose Georgische Kammerorchester Ingolstadt, das schon Menuhin und Masur dirigiert haben. Darüber hinaus haben sich mit Holland Baroque Spezialisten fürs 17. und 18. Jahrhundert angekündigt. Und mit den Düsseldorfer Symphonikern tritt Ehring gleich zweimal zum Heimspiel an.

Igudesman & Joo kuratieren eigene Konzertreihe

Igudesman & Joo sind Stars in der klassischen Musik. Das Duo kuratiert mit „Stars ‘n’ Freek“ eine eigene Konzertreihe in der Tonhalle. Die beiden Comedy-Heroes Aleksey Igudesman und Hyung-ki Joo laden dazu Gastkünstler ein – Menschen, die mit irrwitzigen Talenten das Netz begeistern, aber damit selten auf die Bühne eines Konzerthauses eingeladen werden. Der Reihentitel „Freeks“ ist eine Wortkombination aus dem Verrückten, Abgefahrenen und der absoluten Freiheit ihrer Kunst Igudesman & Joo freuen sich auf Gäste wie die junge Balalaika-Virtuosin Anastasia Tyurina, den Multi-Instrumentalisten Marius Preda, den israelischen Kontrabassisten Adam Ben Ezra, den tschechischen Musiker Petr Spatina an der Glasharfe oder den Straßenmusiker und Schlagzeuger Oded Kafri. Das Reihenfinale beschließt das Duo mit ihrem neuen Programm „Mambo Jambo“.

In keiner Tonhallen-Konzertreihe sind so viele Uraufführungen zu erleben wie in dieser: Unablässig geht die Supernova auf Entdeckungsreise und präsentiert Kompositionen, die schiere Klanglust mit dem Impuls verbinden, mehr als nur Musik zu sein. In einem gemeinsamen Konzert mit dem Spectra Ensemble Gent spielt das Notabu-Ensemble Neue Musik Georg Friedrich Haas’ „In Vain“. Das Trio Mainz/Dargent/Eraslan geht in einem Konzert den klanglichen Möglichkeiten seiner „hybriden“, elektro-akustischen Besetzung auf den Grund. Und natürlich hat „Na hör’n Sie mal“, die Kammermusikreihe mit dem Notabu-Ensemble, ihren festen Platz im Spielplan. Das Schumannfest und das „Schöne Wochenende“ vom 8. bis 27. Juni 2022 drehen sich um das Thema „Schumann und die Künste“.

Die Konzerte verfolgen das Ziel, in der Komposition oder in der Interpretation Musikalisches und Visuelles gemeinsam zu denken. Sopranistin Olga Peretyatko und Pianist Semjon Skigin sind mit Wiegenliedern von Mozart bis Puccini zu hören, Mezzosopranistin Valerie Eickhoff und Pianist Benjamin Mead mit Schubert und Schumann, Pianistin Mariam Batsashvili präsentiert zusammen mit Cellist Maximilian Hornung Kammermusik von Strauss bis Schumann.

Fanny Hensels Cantate für die Toten der Cholera-Epidemie kommt auf die Bühne

Die Düsseldorfer Symphoniker, der Chor des Städtischen Musikvereins und Solisten bringen Fanny Hensels „Cantate für die Toten der Cholera-Epidemie“ auf die Bühne, begleitet von einer visuellen Interpretation der japanischen Malerin Leiko Ikemura.

Die Installationskünstlerin Chiharu Shiota entwickelt mit dem Ensemble Avantage „Nuqta – the beginning“, einen hybriden Wahrnehmungsraum zwischen Ausstellung und Konzert, und Klarinettist Martin Albrecht lässt in seinem Projekt „The Scriabin Code“ Klassisches und Aktuelles, Jazz und Improvisation, Elektronik und Live Visuals ineinanderfließen.

Mirker Freibad verwandelt sich in eine Kulturlandschaft.

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