Standort

Drogenszene bleibt weiter am Döppersberg

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Seit das Café Cosa nicht mehr im Köbo-Haus ist, wird vor der Schwebebahnhaltestelle Döppersberg meist härteres konsumiert als Cola. 

WUPPERTAL Vielen Suchtkranken in Wuppertal ist der Übergangsstandort des Café Cosa zu weit weg. Sie treffen sich vor dem Köbo-Haus.

Von Claudia Kasemann

Das Ausweichquartier für das Café Cosa an der Friedrich-Engels-Allee funktioniert nicht. „Wir haben immer gesagt, dass dies kein Standort ist, der von der Szene angenommen wird“, sagt Wuppertals Sozialdezernent Stefan Kühn, „das bestätigt sich jetzt – die Menschen gehen nicht zur Friedrich-Engels-Allee“. Sondern sie sind und bleiben im Elberfelder Zentrum.

Das Entree zum neuen Bahnhofsgelände in der City ist Treff einer bekannten Szene, die unter anderem aus Suchtkranken besteht. Ihnen fehlt momentan eine Anlaufstelle im Elberfelder Zentrum, denn das Café Cosa, lange Zeit ein zentrales Betreuungsangebot, ist nach Standortschwierigkeiten vom Kirchplatz übergangsweise an die Friedrich-Engels-Allee umgezogen, ehe es im Wupperpark-Ost einen Neubau bezieht. Doch das ist für viele Betroffene zu weit entfernt, weshalb das Ausweichquartier als Dauerlösung weder taugt noch vorgesehen ist. Das ursprüngliche Café Cosa war näher an der „Platte“. Doch er hoffe, sagt Kühn, dass „die Sogwirkung“ des Neubaus zwischen B 7 und Wupper Betroffene zum neuen Standort ziehen werde.

Auch das neue Café Cosa wird das Problem nur reduzieren

Das wünscht man sich auch in der Nachbarschaft des jetzigen Sammelpunkts: „Wir warten händeringend darauf, dass die Einrichtung eröffnet wird“, ist im Vorwerk-Geschäft neben der Schwebebahnhaltestelle Döppersberg zum Szenetreff zu hören. Ein zusätzliches Problem sei die fehlende Toilette: Zu oft werde auf den Bereich zwischen Geschäftsbrücke und Schwebebahnhaltestelle ausgewichen – mit der Folge von Dauergestank. Die Menschengruppe vor der Haustür gehöre vor allem für Kunden, die beispielsweise mit der Schwebebahn anreisten, zum ersten Eindruck vom neuen Döppersberg, bedauert die Shop-Leiterin.

Ganz werde das allerdings auch mit Betreuung nicht gelingen, sagt der Sozialdezernent. „Das innerstädtische Angebot kann nur zu einer Reduzierung des Aufenthalts dieser Personengruppe im öffentlichen Raum führen – die Menschen werden sich auch im neuen Café Cosa nicht den ganzen Tag aufhalten.“ Doch eine Wirkung werde vom Neubau im Wupperpark-Ost sicher ausgehen, hofft Kühn.

Bis es so weit ist, soll Unterstützung zu den Betroffenen am Döppersberg kommen –zwei Stellen bei der Diakonie und beim Förderkreis Suchtkrankenhilfe böten dazu die Chance, so Kühn. „Die Helfer haben Anfang April Kontakt zur Szene aufgenommen und können sich in den nächsten gut anderthalb Jahren intensiv um die Menschen kümmern.“

Für eine erste Einschätzung zu diesem aufsuchenden Hilfsangebot sei es gegenwärtig aber noch deutlich zu früh, sagt Garry Kasper, Vorstand des Freundes- und Förderkreises Suchtkrankenhilfe e. V. „Die Kolleginnen, die die Streetworkarbeit im Innenstadtbereich leisten werden, haben gerade erst ihre Arbeit begonnen, weshalb wir noch keine Aussagen zur Resonanz treffen können.“

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