Belebung der Elberfelder City

Döppersberg bleibt noch bis 2025 eine Baustelle

Die Anmietung der Bahndirektion soll die Zahl der Passanten erhöhen. Die Stadt Wuppertal plant, unter anderem das Straßenverkehrsamt dort unterzubringen. Archivfoto: Andreas Fischer
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Die Anmietung der Bahndirektion soll die Zahl der Passanten erhöhen. Die Stadt Wuppertal plant, unter anderem das Straßenverkehrsamt dort unterzubringen.

Wuppertal. Die Stadt Wuppertal hofft auf einen Schub durch den Umbau der Bahndirektion. Beim Streit um die Mauer geht es um 12,7 Millionen Euro.

Von Andreas Boller

2018 sollte der Umbau des Döppersbergs abgeschlossen sein, aber noch immer sind große Bauvorhaben am Eingangstor zur Stadt in Arbeit, oder sie werden gerade erst geplant. Stimmt der Rat der Stadt am 10. Februar dem Verwaltungsvorschlag zur Anmietung der ehemaligen Bahndirektion zu, wird das weitere Entwicklungen anstoßen.

Der Plan der Verwaltung sieht vor, ab Ende 2024 Straßenverkehrsamt und Einwohnermeldeamt in einen großen Publikumsbereich im Erdgeschoss der Bahndirektion zu verlegen. Als Untermieter sollen das Jobcenter und die Bildungsforschung der Bergischen Universität etwa die Hälfte der 24 000 Quadratmeter Nutzfläche in dem historischen Gebäude belegen.

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind sieht in der Belebung der Bahndirektion durch Kunden und Beschäftigte die Chance auf eine wesentliche Belebung der Elberfelder City. Mit einer Steigerung der Passantenfrequenz sei vor allem auf dem oberen Platz am Döppersberg zu rechnen, wo das Empfangsgebäude der Bahn ebenfalls im Dornröschenschlaf liegt.

Die Ratsmehrheit für die Anmietung der Bahndirektion zeichnet sich ab. Der Beschluss könnte die Verhandlungen zwischen einem potenziellen Investor für das Bahnhofsgebäude und der Bahn beschleunigen. Die Belebung des oberen Platzes lässt zum Beispiel Pläne für eine Gastronomie direkt am Gleis 1 und in unmittelbarer Nähe zum Busbahnhof attraktiver erscheinen.

Die Bahn hält sich weiterhin bedeckt, was den Stand der Verhandlungen angeht. „Die Deutsche Bahn freut sich über die Belebung der Bahndirektion und begrüßt die Entwicklungen rund um den Wuppertaler Hauptbahnhof“, heißt es in der Stellungnahme eines Bahnsprechers.

„Das ist auch unser aktueller Informationsstand“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. „Die Stadt Wuppertal saß bei der Auswahl des Investors zwar mit am Tisch, aber die Verhandlungen führt die Bahn nun als Besitzer der Immobilie alleine.“ Die Baustellenzufahrt für den Umbau der Bahndirektion würde über die Bahnhofstraße und die Elisabeth-Schniewind-Straße erfolgen.

Als Dauerbaustelle erweist sich im Übergang zwischen dem oberen und unteren Platz die Natursteinmauer, die wegen herabfallender Steinbrocken mit Netzen abgesichert werden muss. Die Stadt macht gegen die bauausführende Arge Werklohnforderungen in Höhe von 12,7 Millionen Euro geltend.

Vor Gericht steht am 16. März ein Gütetermin an. Die Arge (das ist die Gemeinschaft der am Döppersberg beteiligten Hochbau-Firmen) hat noch bis Ende Februar 2022 Zeit, um zu der Klageerwiderung der Stadt Stellung zu nehmen.

Planung für den Taxi-Stellplatz zurückgestellt

Vandalismus ist der Grund für die Schäden an den Verkleidungsplatten der Brüstung oberhalb der B 7. Dieser Bereich wurde durch einen Schutzzaun abgesichert, die Konstruktion muss verändert werden, um weiteren Beschädigungen vorzubeugen.

Zurückgestellt wurde die Planung für den Platz Ost, der als Taxi-Stellplatz genutzt werden soll. Diese Planung muss noch ausgeschrieben werden. Sichtbare Fortschritte hat es in den vergangenen Monaten rund um den Wupperpark gegeben. Das Infozentrum und das Café Cosa sind in Betrieb.

Die Gestaltung der Asphaltbeschichtung soll ab März erfolgen. Dann muss der Wupperpark noch einmal für eine Woche gesperrt werden. Die Arbeiten im Bunker, der zukünftig als Club genutzt werden soll, laufen weiter. Als Ziel wird auch mit Blick auf die weitere Entwicklung der Pandemie eine Eröffnung im Herbst angepeilt.

Im Sommer will die Stadtsparkasse ihre City-Filiale im Köbo-Haus beziehen. Der Umbau hatte sich um Jahre verzögert, weil die Statik des Gebäudes neu berechnet werden musste. Mit der Schwebebahnstation ist das Köbo-Haus baulich verbunden. Der Umbau der Station im laufenden Betrieb musste ebenfalls von Grund auf neu geplant werden. „Die Arbeiten auf der Bahnsteigebene und die Treppenzugänge sind im Wesentlichen fertig“, sagt Stadtwerke-Sprecher Rainer Friedrich.

Es fehlten noch die Erneuerung von Beschilderung, taktilem Leitsystem, Sitzgelegenheiten und Ticketautomaten. „Die Glasscheiben des Geländers in der mittleren Gleiswanne erhalten historische Schwebebahnbilder auf transparenter Folie“, kündigt er an.

Verzögerung gibt es bei den Aufzügen: „Aufgrund von Materiallieferschwierigkeiten und einer Neuausschreibung werden wir leider die Erneuerung der Aufzugsanlagen frühestens Ende des Jahres abschließen können“, so Friedrich.

Sämtliche Fenster seien unter Beachtung des Denkmalschutzes ausgetauscht worden. Außen seien nur noch Ausbesserungsarbeiten an der Natursteinfassade erforderlich. Unter der Station hätten einige Arbeiten hochwasserbedingt noch nicht erledigt werden können.

Dies gelte auch für Leitungsarbeiten an der Untersicht, die Ertüchtigung eines Stahl-Fachwerkknotens sowie die Taubennetzabhängungen. „Die Dacharbeiten haben sich witterungsbedingt ebenfalls verzögert“, so der WSW-Sprecher.

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