Bürgerinitiative will Waldstück erhalten

Diskussionen um genehmigte Osterholz-Rodung

Für die Kalkwerke Oetelshofen ist die geplante Halde von großer Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens. Foto: Stefan Fries
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Für die Kalkwerke Oetelshofen ist die geplante Halde von großer Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens.

Wuppertal. Wuppertals Oberbürgermeister Schneidewind möchte vermitteln.

Von Andreas Boller und Eike Birkmeier

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und die Betreiber der Kalkwerke Oetelshofen haben sich in einer Videokonferenz über die Zukunft eines Waldstücks im Osterholz ausgetauscht. Ab dem 1. Oktober wollen die Kalkwerke nördlich von Vohwinkel rund 1000 Bäume fällen, um so Platz für eine Halde zu schaffen, auf der Abraum deponiert werden soll. Die Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf dafür liegt den Betreibern vor.

Über die Pläne, mögliche Alternativen und deren Finanzierbarkeit soll weiter diskutiert werden. Schneidewind und Ulrich-Timmo Christenn, Vorsitzender des Wuppertaler Umweltausschusses, haben sich als Moderatoren für Gespräche zwischen den Betreibern und der Bürgerinitiative Osterholz angeboten.

„Es stehen eine ganze Reihe von Vorschlägen im Raum.“

Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind

In den vergangenen Monaten hatte es eine Reihe von Vorschlägen gegeben, um Abholzungen zu verhindern. Zuletzt regten die Grünen an, das beim Kalkabbau anfallende Material für ein Wohnungsbauprojekt in Vohwinkel zu verwenden, um ein Gelände mit einer Höhendifferenz von acht Metern auszugleichen. Vorschläge wie diesen haben die Kalkwerke als nicht umsetzbar bezeichnet, da sich der Abraum nicht als Untergrund für den Wohnungsbau eigne. Zudem habe das Unternehmen selbst Alternativen geprüft. Doch keine habe einer Prüfung standgehalten.

Wuppertals Politik zeigt sich uneins

Schneidewind hatte am Wochenende mit den Betreibern der Kalkwerke vereinbart, noch einmal Alternativen zu diskutieren und so zu transparenten Entscheidungen zu kommen. „Es stehen eine ganze Reihe von Vorschlägen im Raum. Die Frage ist, welche sind es wert, angepackt zu werden. Gibt es überhaupt Optionen, und wenn ja, zu welchen Kosten wären sie umsetzbar“, beschreibt Schneidewind die Aufgabenstellung für anstehende Gespräche. Dass am Ende der Diskussionen kein neues Ergebnis stehen könnte, schließt Schneidewind nicht aus. „Ich bin kein Experte für den Abbau von Kalksandstein“, sagt der Oberbürgermeister.

Die Kalkwerke Oetelshofen kommentieren die kommenden Gespräche zurückhaltend. „Wir überlegen, zeitnah eine Kommunikationsoffensive zu starten“, sagt Jörg Iseke, Mitgeschäftsführer der Kalkwerke Oetelshofen. Dabei gehe es aber weniger darum, das Gesamtprojekt auf den Prüfstand zu stellen, sondern um eine bessere Kommunikation der Position des Unternehmens. „Wir haben nach wie vor einen rechtsgültigen Bescheid“, stellt Iseke klar.

Das Thema wird den Rat der Stadt Wuppertal nach der Sommerpause beschäftigen. Die Fraktion Die Linke will zur nächsten Ratssitzung eine Resolution einbringen, in der sie die Forderungen der Bürgerinitiative „Osterholz Bleibt“ nach einem Runden Tisch unterstützt. „Es ist an der Zeit, dass sich der Rat der Stadt für die Erhaltung des Waldgebietes ausspricht“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Linken, Gerd-Peter Zielezinski. Ziel müsse es sein, eine Teilrodung des Osterholz zu verhindern. Die FDP-Fraktion begrüßt derweil den von der Bezirksregierung erteilten Planfeststellungsbeschluss als ein positives Signal. Die Kalkwerke Oetelshofen förderten seit vielen Jahren aktiv den Umweltschutz und ließen auf dem Firmengelände neue Biotope entstehen, in denen sich selten gewordene Tiere und Pflanzen ansiedelten, so die FDP. „Zu jeder Rodung kommt eine Aufforstung und gleichzeitig können die über 100 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Wuppertal erhalten bleiben“, so Schunck.

Die Freien Demokraten kritisieren in diesem Zusammenhang Äußerungen von Oberbürgermeister Schneidewind. Schunck: „Kalk ist ein wichtiges Wirtschaftsgut, das in vielen Bereichen benötigt wird. Zudem gehen mit Abbau und Verwendung von Kalk nur wenig Umweltrisiken einher. Hier würden wir uns vom grünen Oberbürgermeister etwas mehr Neutralität und Sachlichkeit wünschen“, so die FDP.

Planfeststellung

Der Planfeststellungsbeschluss für die Erweiterung der Halde Oetelshofen sieht eine Flächenhafte Erweiterung der Abraumhalde vor: Sie soll um 6,98 Hektar wachsen, also 69 800 Quadratmeter. Das Haldenvolumen beträgt 2,2 Millionen Kubikmeter. Die Halde darf montags bis samstags von 6 bis 22 Uhr betrieben werden. Der Betrieb an Sonn- und Feiertagen ist untersagt.

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