Ausstellung

Digitaler Rundgang durchs Neanderthal-Museum

Rick Springer führt durch die Ausstellung, das Publikum schaut im Internet zu. Foto: Stephan Köhlen
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Rick Springer führt durch die Ausstellung, das Publikum schaut im Internet zu.

Die Ausstellung kann online auch im Lockdown besichtigt werden.

Von Valeska von Dolega

Mettmann. Nachts im Neanderthal-Museum ist es momentan wie tagsüber: Es ist still, denn im Lockdown ist es geschlossen. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Ausstellungen nicht zugänglich wären. Hinter verschlossenen Türen arbeiten die Mitarbeiter um Museumschefin Bärbel Auffermann eifrig. „Wir haben verschiedene Online-Live-Führungen entwickelt.“ So bleibt die Schatzkammer zugänglich, bequem vom heimischen Sofa aus. Eine dieser neuen Formate thematisiert die Sonderausstellung von Playmobil-Sammler und Diorama-Künstler Oliver Schaffer.

Rick Springer, wissenschaftlicher Volontär im Ausstellungsmanagement des Museums, führt durch die Schau, eine „archäologische Weltreise, die nicht ein-zu-eins historisch verbrieft, sondern auch der Fantasie entsprungen ist“.

Griechische Götter, Wikinger und Ägypter

Was gut klingt, sieht in der Online-Führung noch besser aus. Wer die Digital-Schau bucht, erlebt etwa in der griechischen Mythologie Göttervater Zeus Blitze schleudernd oder Lichtgott Apollon mit Pfeil und Köcher. In der familienfreundlichen Version per Zoom-Link geht es so von Museumsvitrine zu Vitrine. „Es gibt viele spielerische Elemente“, erklärt Rick Springer. Dazu gehören eingebaute Fehler, die die Zuschauer entdecken sollen.

Das Konzept, als Abenteurer ins alte Ägypten, zu den Maya und Wikingern zu ziehen, ist spannend. „Ich beantworte Fragen, berichte über die Entstehung der Ausstellung und die besondere Zusammenarbeit mit Oliver Schaffer“, sagt Springer.

Die Resonanz auf das Konzept ist „super“, wie Bärbel Auffermann sagt. „Die Angebote waren sofort ausgebucht, das Konzept wird fortgesetzt.“ Die Schattenseite: „Es fehlen Hunderttausende Euro“, bilanziert die Archäologin und Museumsdirektorin den Schaden, der durch entgangene Veranstaltungen wie Kindergeburtstage, Feste oder Einnahmen zu Ausstellungen im Lockdown entstanden ist.

Digitalisierung lockt internationale Besucher an

Die Digitalisierung ist ein Aspekt, die Pandemie als Chance zu nutzen. Im Moment ist es die „Möglichkeit, trotz Lockdowns präsent zu sein und am Ball zu bleiben“, wie die Museumschefin sagt. „Die Online-Führungen erweitern den Raum“, kommen die Besucher sonst aus der Region, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Hessen, kann jetzt virtuell ein internationales Publikum erschlossen werden. Und zwar rund um die Uhr. Zur Internationalisierung gehört, Museumsangebote entsprechend mehrsprachig zu machen. Die gibt es bereits auf Englisch, Französisch und Holländisch und demnächst auf Spanisch.

Parallel zu den Digitalisierungsmaßnahmen wird das Museumskonzept fortgeschrieben. Für mehr Barrierefreiheit werden an 14 Stationen mit neuen Inhalten „weitere Zugänge zu einzelnen Objekten möglich gemacht“, sprich akustisch erläutert oder taktil erlebbar gemacht. Dazu gibt es Knochen des Neanderthaler-Skeletts als Tastobjekte aus dem 3-D-Drucker – abwisch- und desinfizierbar.

Ein Bodenleitsystem komplettiert die Dauerausstellung. Die wird anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Museums ums Thema „Mensch und Klima“ erweitert.

Geburtstag

Datum: Im Oktober 2021 feiert das Museum sein 25-jähriges Bestehen. Pünktlich bis dahin soll die Dauerausstellung um den Themenkomplex „Klimawandel“ erweitert werden.

Zukunft: Das Museum setzt neben der Präsenzausstellung auf Digitalität und Vielsprachigkeit.

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