Start-up-Unternehmen

Diese Projekte sollen die Region stärken

Ministerin Mona Neubaur und Carsten Gerhardt (vorne) mit Gründern aus aller Welt.
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Ministerin Mona Neubaur und Carsten Gerhardt (vorne) mit Gründern aus aller Welt.

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) besucht Circular Valley in Wuppertal.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Mit einem Besuch des Projekts Circular Valley in Wuppertal begann NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) ihre Sommertour zu Initiativen und Unternehmen der Kreislaufwirtschaft durch Nordrhein-Westfalen. Im sogenannten „Accelerator“ von Circular Valley in einem Gebäude des Unternehmens Vorwerk in Laaken ließ sie sich die Start-up-Unternehmen aus aller Welt vorstellen, deren Gründer derzeit die Chance zur Vernetzung nutzen, die ihnen das Projekt bietet.

Zu Gast war auch Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, der sich über den Besuch der Parteifreundin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie in Wuppertal freute: „Das ist ein starkes Signal, dass die Ministerin ihre Tour in Wuppertal beginnt.“ Dabei sei Wuppertal nur der Initialort für eine Entwicklung, die in die ganze Region und darüber hinaus ausstrahlen soll. Das wiederum werde den Unternehmen der Region nutzen: „Man merkt, dass hier etwas passiert.“

Es ist bereits die dritte Gruppe von Gründern, die die Hilfe von Circular Valley bei der Suche nach Partnern, Kapital und Kontakten nutzen. Die erste Gruppe begann ihre Arbeit im Juni 2021 noch virtuell, die zweite Gruppe war im vergangenen Winter in Wuppertal. 31 Start-ups sind es diesmal: „Eigentlich sind nur 15 geplant“, erklärte Carsten Gerhard, Vorsitzender der Wuppertalbewegung, die das Projekt auf den Weg gebracht hat. „Aber wir hatten so viele gute Bewerbungen, dass wir mehr aufgenommen haben.“ Insgesamt 477 Jungunternehmen hatten sich beworben.

Carsten Gerhard betonte, wie gut sich Wuppertal mit seiner Lage für eine solche Initiative eigne, und verwies auf die gewachsene Zahl der Unterstützer aus der Wirtschaft. Die Ministerin hörte interessiert zehn der aktuell 31 Jungunternehmern zu, die in Kurzform ihre Konzepte und Pläne vorstellten – von der Methode, Plastik in wiederverwendbares Öl zu verwandeln über einen Mietservice für Matratzen bis zur Software, die Daten zur Wiederverwertung zusammenträgt und damit für Transparenz sorgt.

Die Ideen zeigen, wie man aus Krisen lernen kann.

Mona Neubaur (Grüne)

Mona Neubaur zeigte sich beeindruckt von den zahlreichen Ideen. Bemerkenswert fand sie etwa das Konzept des indischen Unternehmens „Strawcture Eco“, aus Stroh Bauplatten herzustellen, die als Boden, Wandverkleidung, Akustikdecke oder Regal verwendet werden können. Das löst gleich zwei Probleme: Bislang werden in Indien 40 Prozent des Strohs verbrannt, was zur dortigen Luftverschmutzung beiträgt. Gleichzeitig stellen die Platten eine umweltfreundliche Alternative zu anderen Baumaterialien dar und speichern sogar CO2, berichtete Gründerin Shriti Pandey. Aktuell seien sie dabei, ihre Produkte auch für Europa zertifizieren zu lassen.

Im Gedächtnis blieb Mona Neubaur auch das Unternehmen Nyungu Afrika aus Kenia, das Menstruationsprodukte wie Binden aus Grünabfall bei der Ananasproduktion herstellt. Das würde vielen Frauen in Afrika helfen, betonte Gründerin Mary Nyaruai Muriithi. Auch bei diesem Unternehmen geht es unter anderem um Zertifikate. Carsten Gerhard erläuterte: „Die Maschinen können hier gebaut und dann nach Kenia exportiert werden.“

„Die Ideen zeigen, wie man aus Krisensituationen lernen, neue Arbeitsplätze schaffen und neuen Wohlstand generieren kann“, lobte Ministerin Mona Neubaur.

Sie zeigte sich insgesamt angetan von dem Projekt Circular Valley und dessen Entwicklung. „Wir in NRW holen die Vielfalt der Welt hierher und machen daraus ein Geschäftsmodell, das aus NRW in die Welt getragen wird.“ Sie freute sich über die Einladung zu einem geplanten „Circular Valley Forum“ am 18. November in Wuppertal mit 500 Teilnehmern aus aller Welt: „Wenn es terminlich möglich ist, komme ich sehr gern.“

Ihre Tour führte sie anschließend noch zu dem Wuppertaler Hersteller von Vakuumpumpen Gebrüder Becker, der daran arbeitet, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Anschließend besuchte sie Unternehmen in Gelsenkirchen und Essen.

Projekte

Zu den vorgestellten Ideen aus aller Welt – unter anderem Indien, USA, Bangladesch oder Uganda – gehört auch eine aus Remscheid: Die Carboliq GmbH macht aus mechanisch nicht verwertbarem Kunststoff weiter verwertbares Öl.

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