Finale

Solar Decathlon Europe: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Seit Freitag arbeiten die Teams an ihren Häusern.
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Seit Freitag arbeiten die Teams an ihren Häusern.

Auf dem Gelände des Solar Decathlons in Wuppertal sind die Teams mit dem Aufbau ihrer Häuser beschäftigt.

Von Marvin Rosenhoff

Wuppertal. In zwei Wochen startet das Finale des Solar Decathlons Europe an der Alten Glaserei in der Wuppertaler Nordstadt. Für die 18 Teilnehmerteams des internationalen Architekturwettbewerbs bedeutet das volle Konzentration und viel Arbeit. Bis zum 10. Juni müssen ihre klimafreundlichen und voll funktionsfähigen Häuser fertig sein. Kein Wunder, dass auf der Großbaustelle entlang der Nordbahntrasse aktuell eine Menge los ist. Am vergangenen Freitag fiel der offizielle Startschuss für den Aufbau der Häuser. Seitdem wird an allen Ecken gebohrt, gesägt und gehämmert.

Doch von Panik fehlt bei den Teams jede Spur. Nur das Wetter könnte besser sein. „Bis Montagnachmittag haben wir gute Fortschritte gemacht“, sagt Max Brockerhoff vom Team Mimo der Hochschule Düsseldorf. „Dann haben Regen und Sturm uns allerdings einen leichten Dämpfer verpasst.“ Ein wirkliches Problem sei das aber nicht gewesen. Schließlich habe man zuvor alles gut mit Planen abgedichtet, so Brockerhoff. „Andere Teams wurden da sicher härter getroffen.“

Der städtische Gebäudebestand soll weiterentwickelt werden

Brockerhoff ist zum ersten Mal beim Solar Decathlon dabei. Für den Architekturstudenten ein echter Fulltime-Job. „In diesem Semester studiere ich überhaupt nicht“, erzählt er. „Das wäre gar nicht möglich.“ Zusammen mit seinen Teamkollegen hat Brockerhoff eine Aufstockung des Cafés Ada in der Wuppertaler Wiesenstraße entworfen. Fast ganz aus Holz. Damit trägt sein Team der Grundidee des Solar Decathlons optimal Rechnung. Denn in diesem Jahr besteht die Aufgabe für die Teilnehmer nicht nur darin, nachhaltige Wohnlösungen zu konstruieren. Obendrein sollen sich die klimafreundlichen Solarhäuser auch möglichst unauffällig in den bereits vorhandenen Baubestand des Quartiers einfügen. 70 Leute waren an der Planung des 112 Quadratmeter großen Hauses beteiligt. Die einzelnen Module wurden bereits im März zusammengebaut. Das Besondere: Für die Holzkonstruktion wurde komplett auf Leim verzichtet. Damit hofft das Team, bei der Bewertung ihres Beitrags punkten zu können. „Wir haben für die Verbindung der einzelnen Elemente eine besondere Keiltechnik verwendet“, erklärt Brockerhoff. „Wenn zwischendurch die Luftwerte in den Häusern gemessen werden, haben wir deshalb keine Ausdünstungen durch Leim zu befürchten.“ Für das Abschneiden beim Wettbewerb ist Brockerhoff deshalb guter Dinge.

Auch das Team der Technischen Universität Prag kann mit breiter Brust in den diesjährigen Architektur-Zehnkampf gehen. Immerhin wurde der Beitrag  der Uni beim Solar Decathlon 2013 Dritter. Diesmal setzt das tschechische Team auf Wände aus recycelten Plastikflaschen. „Außerdem steht bei uns der soziale Aspekt des Wohnens im Vordergrund“, erklärt Teammitglied Eliška. Mit ihren Kollegen hat die 25-jährige Architekturstudentin ein Haus für mehrere Generationen entworfen. „Hier sollen Menschen verschiedenen Alters unter einem Dach zusammenleben können“, sagt sie.

Trotz aller Konkurrenz ist der Umgang der verschiedenen Teams miteinander ausgesprochen kooperativ. „Die Stimmung ist insgesamt sehr freundlich hier“, sagt Eliška. „Wenn mal etwas an Werkzeug fehlt oder man Hilfe braucht, ist immer jemand zur Stelle.“ Dass das trotzdem nicht zu oft passiert und die Teams bekommen, was sie brauchen, darum kümmert sich Edwin Rodriguez. Rodriguez ist Competition-Manager des diesjährigen Solar Decathlons und unterstützt die Teilnehmer bei allen Fragen rund um die Organisation ihrer Baustellen. Darin hat der Architekt aus Spanien Erfahrung. Schon sechsmal war er in der Vergangenheit beim Solar Decathlon mit von der Partie. „Es ist toll für die Studenten, dass sie hier die Chance haben, ihr theoretisches Wissen direkt anzuwenden“, findet Rodriguez. Einen besseren Austragungsort als das 50 000 Quadratmeter große Areal gegenüber dem Mirker Bahnhof kann er sich für das Finale des urbanen Zehnkampfs nicht vorstellen. „Das Gelände ist im Wandel“, sagt er. „Es spiegelt damit die Idee der Veränderung, die hinter dem Solar Decathlon steckt.“

Am Solar Decathlon nehmen in diesem Jahr 18 Teams aus elf Ländern teil. Für den Aufbau ihrer umweltfreundlichen Häuser haben sie noch bis zum 10. Juni Zeit. Dann sollen die kreativen Städtebaulösungen der Studenten auch für Besucher offen stehen. An elf Tagen können die Häuser besichtigt werden. Zwischendurch werden die Beiträge von einer Fachjury in zehn verschiedenen Kategorien bewertet. Dazu zählen Innovation, Energieeffizienz und die technische Umsetzung. An den Tagen, an denen das Gelände für Besucher geschlossen ist, finden deshalb immer wieder Messungen statt. Der Solar Decathlon Europe dauert in diesem Jahr bis zum 26. Juni.

Rundgänge

Für alle, die sich vor Ort von den nachhaltigen Wohnideen der studentischen Teams ein Bild machen wollen, bietet Wuppertal Marketing an sieben Terminen im Juni Rundgänge über das Wettbewerbsgelände des Solar Decathlon an.

www.wuppertalshop.de

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