Die Schwebebahn kehrt zurück

Das Wuppertaler Wahrzeichen – ab Samstag ist die Schwebebahn wieder täglich im Einsatz. Foto: dpa-Bildfunk
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Das Wuppertaler Wahrzeichen – ab Samstag ist die Schwebebahn wieder täglich im Einsatz.

Normalbetrieb nach Pannen und Hochwasser

Von Anne Palka

Wuppertal Ab Samstag soll die Schwebebahn wieder ganz normal fahren: nicht nur am Wochenende, sondern täglich. Ein Jahr lang war das anders, denn die Räder nutzten sich zu schnell ab und beschädigten das Gerüst. Die Menschen, die in dieser Zeit die Ersatzbusse genutzt haben, freuen sich auf den Neustart. „Man hat sich daran gewöhnt“, sagt Ulrike Hennig. „Aber für das Wuppertal-Gefühl ist die Schwebebahn nicht zu ersetzen.“ Sie hat auch ganz praktische Vorteile.

„Das ist hin und zurück je eine Viertelstunde“, die Ilona Fuchs wieder schneller auf ihrem Arbeitsweg zwischen Cronenberg und Oberbarmen sein wird. „Die Schwebebahnen fahren auch einen kürzeren Takt“, nennt Wioletta Berger einen weiteren Vorteil der Schwebebahn im Vergleich zum Ersatzverkehr.

Für Suzanne Djiro ist sie „das einzige Transportmittel, das wirklich schnell ist.“ Mit einer Wohnung ganz am Ende in Vohwinkel nutzt sie es regelmäßig, um zur Arbeit oder zum Einkaufen nach Elberfeld zu fahren. Sie freut sich auch darauf, ihrer Familie das Wahrzeichen zu zeigen, wenn sie aus Frankreich zu einem Besuch nach Wuppertal kommt.

„Es wird die Touristen freuen, wenn es wieder losgeht“, bestätigt Martin Bang, Geschäftsführer von Wuppertal Marketing. Es habe im vergangenen Jahr enttäuschte Gäste gegeben, die vor verschlossenen Stationen standen. Manche informieren sich vorher nicht unbedingt, ob die Sehenswürdigkeit offen ist, man gehe davon aus, sagt Bang.

„Wir wissen, dass die Schwebebahn wirklich das Highlight ist.“ Besonders für Touristen gibt es schon länger einen Audio-Guide, eine Stadtführung als Hörspiel, von Station zu Station. Die Vorbereitungen für den normalen Betrieb sind fast abgeschlossen, es seien nur noch Kleinigkeiten wie Grünschnitt zu erledigen, sagt Holger Stephan, Sprecher der WSW. „Der Samstag kann kommen.“ Das Unwetter vor zwei Wochen hat den Termin nicht gefährdet. Die Stadtwerke haben das Gerüst überprüft, die Befürchtung war, dass es unterspült worden sein könnte. Doch die Standfestigkeit ist gesichert.

„Für das Wuppertal-Gefühl ist die Schwebebahn nicht zu ersetzen.“

Ulrike Hennig, Fahrgast

Eine Einschränkung durch das Hochwasser gibt es dennoch: „Die Station Kluse wird nicht in den Betrieb gehen können“, sagt Stephan. Der Technikraum wurde geflutet. Die Dauer der Reparaturen schätzt Stephan auf einige Wochen.

Damit nicht nur die restlichen Stationen und das Gerüst, sondern auch die Fahrer bereit für den normalen Betrieb der Schwebebahn sind, wurden alle im vergangenen Jahr während des reduzierten Betriebs an Wochenenden eingesetzt. In den letzten Tagen vor Samstag sind schon wieder mehr hellblaue Bahnen am Gerüst zu sehen. „Die Ausbildung neuer Kolleginnen und Kollegen im Schwebebahn-Fahrdienst startet erst wieder nach Beginn des Vollbetriebs.“ Mindestens bis Ende 2022 sei dieser gesichert, heißt es von den WSW. Dazu wurden alle Fahrzeuge mit neuen Rädern bestückt, 18 davon werden auf der Strecke sein, weitere in Reserve. Ein Schmiersystem minimiert den Verschleiß, und 320 Räder sind als Ersatzteile im Lager.

Hintergrund

Seit Einführung der neuen Schwebebahnwagen 2016 zeigten sich erhebliche Mängel: neben dem Rad-Verschleiß auch fehlerhafte Dachverklebungen und störungsanfällige Verkabelungen. Die Mängelbehebung ist nicht abgeschlossen, sondern soll im laufenden Betrieb fortgesetzt werden.

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