Projekt

Der größte Kanal Wuppertals wird verlängert

Der Hauptkanal des Wuppersammlers wurde ab 1990 gebaut. Anschlüsse folgten bis 2010. Jetzt wird er verlängert.
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Der Hauptkanal des Wuppersammlers wurde ab 1990 gebaut. Anschlüsse folgten bis 2010. Jetzt wird er verlängert.

Wuppertal. Barmen und Wichlinghausen werden an den Wuppersammler angeschlossen.

Von Anna Palka

Der Wuppersammler, der größte Kanal der Stadt, wird ab Februar um mehrere hundert Meter verlängert. In dieser Woche beginnen die vorbereitenden Arbeiten. Unter der Hauptverkehrsstraße B7 soll er vom Alten Markt weiter in Richtung Osten reichen, bis zur Wichlinghauser Straße. Der erste Bauabschnitt wird voraussichtlich drei Jahre dauern, teilen die Wuppertaler Stadtwerke mit. Am Samstag, 7. Januar, kann es zu Beeinträchtigungen des Verkehrs kommen. Zeitweise steht nur eine Fahrspur zur Verfügung statt zwei, denn am Freitag und Samstag werden 14 Bäume im Bereich der Parkplätze St.-Etienne-Ufer und Bredde gefällt. Insgesamt werden 25 Bäume für die Arbeiten an der Kanalverlängerung weichen. Später wird im Stadtgebiet Ersatz gepflanzt.

Nur ein kleiner Teil der Arbeiten ist oberirdisch zu sehen

Als der Wuppersammler vom Alten Markt in Richtung Westen gebaut wurde, gab es jahrelang immer wieder große Staus auf der B7, zum Beispiel 2009, als ein Anschluss in Unterbarmen hinzukam. Das werde diesmal anders sein, sagt WSW-Baustellenkommunikator Sascha Burghoff: „Da die Bauarbeiten nicht direkt im Fahrbahnbereich sind, wird nicht mit größeren verkehrlichen Beeinträchtigungen gerechnet.“ Der Großteil der Arbeiten werde unterirdisch im Rohrvortrieb erledigt. Oberirdisch werden zwei Gruben zu sehen sein, eine auf dem Parkplatz St.-Etienne-Ufer und eine auf dem Parkplatz Berliner Straße in Höhe des Pfälzer Steges. An der Rudolf-Herzog-Straße wird ein Schacht benötigt und an der Berliner Straße in Höhe der Hausnummer 1 ein Anschlussbauwerk errichtet. Zunächst seien Kampfmittelbohrungen erforderlich, erklärt Sascha Burghoff, dann werden die Baugruben für den unterirdischen Rohrvortrieb ausgehoben. Beim Rohrvortrieb wird eine Maschine von Grube zu Grube in den Boden getrieben. „Der Baufortschritt wird natürlich mit Sensoren entsprechend überwacht, um Lage und maximale Kräfte auf den Rohrstrang zu dokumentieren.“

Der erste Bauabschnitt der Ost-Verlängerung reicht vom Alten Markt bis zum Pfälzer Steg. Dabei wird ein etwa ein Kilometer langer Kanal mit einem Durchmesser von zwei Metern verlegt. Das wird voraussichtlich drei Jahre dauern und 14 Millionen Euro kosten. Danach folgt ein zweiter Bauabschnitt bis zur Wichlinghauser Straße, Dauer und Kosten stehen noch nicht fest.

Reifenabrieb und Öle sollen nicht in die Wupper gelangen

„Die Verlängerung des Entlastungssammlers ermöglicht es, auch aus den Bereichen Barmen und Wichlinghausen das klärpflichtige Regenwasser zu speichern und der Kläranlage Buchenhofen zuzuführen“, teilen die WSW mit. „Damit tragen die Wuppertaler Stadtwerke nicht nur zu einer besseren Wasserqualität in Wuppertal bei, sondern auch zu einem weiteren wichtigen Teil des Hochwasserschutzes.“ Derzeit fließt das Regenwasser ungeklärt in die Wupper – und nimmt dabei zum Beispiel den Abrieb von Autoreifen, Öle und Schwermetalle mit, die dem Leben im Fluss schaden. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass das Wasser gereinigt wird.

Der 170 Millionen Euro teure Kanal, der 9,7 Kilometer lang unterirdisch vom Alten Markt bis zum Klärwerk Buchenhofen führt, fasst 42 Millionen Liter Wasser. Das ist ungefähr der Inhalt von 17 olympischen Schwimmbecken. Mit diesem Volumen und verschiedenen Möglichkeiten zur Steuerung trägt der Wuppersammler dazu bei, dass Wasser bei Starkregen schnell von den Straßen abfließen kann und wenig Schäden anrichtet.

Über Gullydeckel und Bäche fließt das Regenwasser in den Wuppersammler. Etwa zwei Drittel der Fläche Wuppertals sind über ein verzweigtes Kanalnetz an den Wuppersammler angeschlossen. An mehreren Stellen, zum Beispiel am Ende des Mirker Bachs, gibt es eine Steuerung mit Sensoren. Ist das Wasser sauber genug, gelangt es in die Wupper; ist es zu trüb, wird es in den Kanal geleitet. Er liegt etwa 10 bis 15 Meter unterhalb der Straße neben der Wupper und hat einen Durchmesser von 2 bis 2,6 Metern. Im Kanal gibt es an fünf Stellen die Möglichkeit, das Wasser zu stauen. Bei Regen werden die Kammern gefüllt, um Zeit zu gewinnen, bevor das Becken am Ende des Rohrs überläuft. Das Regenüberlaufbecken sammelt das Wasser aus dem Kanal. Aus ihm wird eine gleichmäßige Menge in das höher liegende Klärwerk gepumpt. Wenn deutlich mehr Regen fällt und die Speicherkapazität überschritten wird, wird das Wasser im Ausnahmefall direkt in die Wupper geleitet, denn die Kläranlage kann nur eine bestimmte Menge reinigen. Dann bauen Kleinstlebewesen und Organismen im Fluss die Restverschmutzung ab.

In der Kläranlage Buchenhofen wird das Wasser in mehreren Schritten behandelt, um Schadstoffe zu entfernen: Es durchläuft Rechen, Sandfang, Vorklärbecken, Denitrifikation, Belebungsbecken, Nachklärbecken und Flockungsfiltration. Danach wird das gereinigte Wasser in die Wupper geleitet.

Wuppersammler

Der Neubau wurde damals aus zwei Gründen nötig: Der historische Kanal zwischen Barmen und Elberfeld hatte zu viel Gefälle, so dass das Wasser zu schnell floss, und Reparaturen waren kaum möglich.

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