Auswirkungen des Hochwassers

Der Damm am Solinger Wasserwerk ist beschädigt

Rund 20 Meter des Damms des Obergrabens am Turbinenhaus des Wasserwerks Glüder sind gebrochen und in der Flutnacht verschwunden. Die Eschbachstraße Richtung Wermelskirchen (kleines Foto) ist unterspült, an den Seiten liegen die Trümmer des Hochwassers. Fotos: Michael Schütz
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Rund 20 Meter des Damms des Obergrabens am Turbinenhaus des Wasserwerks Glüder sind gebrochen und in der Flutnacht verschwunden.

Solingen. An immer mehr Stellen zeigt sich, welche Kraft die Wupperflut entwickelt hat.

Von Philipp Müller

Die Eschbachstraße Richtung Wermelskirchen ist unterspült, an den Seiten liegen die Trümmer des Hochwassers.

Solingen Zehn Meter breit und mehrere Meter hoch war der Damm des Obergrabens am Wasserwerk im Solinger Ortsteil Glüder. War, weil in der Flutnacht das zum Turbinenhaus abgeleitete Wasser der Wupper kurz vor dem Gebäude durch den gebrochenen Damm zurück zur eigentlichen Wupper floss. Die Stadtwerke Solingen sind derweil immer noch dabei, die Höhe der Schäden zu ermitteln.

Die dürften auch an der Eschbachstraße immens sein. Denn ausgangs von Unterburg im Bereich der Fabrikgebäude rechts und links der Straße bis zum Abzweig Kellerstraße nach Wermelskirchen ist die Straße unterspült, eine Baufirma hat 300 Meter Gasleitungen freigelegt. Die werden heute von den Stadtwerken untersucht.

„Die Versorgung mit Trinkwasser war immer gesichert.“

Michael Esser, Stadtwerke Solingen

In Glüder am Wasserwerk ist eine Situation entstanden, wie man sie von den großen Hochwassern der Oder kennt. Auf ungefähr 20 Metern fehlt der Damm. Die Turbinen, die sonst Ökostrom produzieren, stehen still. Marc Nothen vom Facility Management der Stadtwerke will nun einen Plan aufstellen, wie alles repariert werden kann. Dazu gehört auch das Wehr im Bereich der Kläranlage Unterburg, wo der Obergraben beginnt.

Trotz der Flut müssten sich die Solinger keine Sorgen machen, sagt Michael Esser vom Wasserlabor der Stadtwerke: „Die Versorgung mit Trinkwasser war immer gesichert.“ Aktuell werden die Solinger Haushalte nach seinen Angaben und der von Stadtwerkesprecherin Lisa Nohl mit Trinkwasser aus den Tiefbrunnen in Baumberg und aus der Großen Dhünntalsperre bedient.

Experten beobachten die Sedimente in der Talsperre

Das Wasser der Sengbachtalsperre wird zugemischt. Auf der ist im Moment viel hellbraunes Wasser zu sehen. Das bedeute aber keine Gefahr, erklärt Esser. Der Regen und das in die Talsperre gelaufene, verschmutzte Wasser sei wärmer und damit leichter als das kalte der unteren Schichten. Aber aus denen werde das Trinkwasser gewonnen.

Wie sich die Sedimente jetzt verhalten, beobachteten die Experten der Stadtwerke. „Die Trübung des Trinkwassers wird die ganze Zeit online gemessen“, erklärt Esser. Zugleich würden Proben aus der Talsperre entnommen und untersucht.

Das Turbinenhaus und der dort gewonnene Ökostrom werden für das Wasserwerk selbst nicht gebraucht, sagt Marc Nothen. Die Aufbereitungs- und Pumpanlagen werden anders mit Strom versorgt.

Eschbachstraße: Sanierung kann Monate dauern

An der Eschbachstraße hinter der Alten Schlossfabrik meldet ein Mitarbeiter der Technischen Betriebe Solingen, was er gesehen hat. Und das war erschreckend. Der Eschbach war am Mittwoch bis zum Abend komplett aus dem Bett und nutzte die ganze Talbreite, um Richtung Unterburg zu strömen. Überall liegen umgeknickte Bäume, Leitplanken, Zäune und Straßenbelag im Wasser. Ein Parkplatz eines Gewerbegebäudes ist einen Meter tief ausgespült, die Fahrbahndecke dort ebenfalls.

Straßen NRW ging bereits am Montag davon aus, dass es Monate dauern werde, die Straße zu sanieren. Es ist auch völlig offen, ob in Kürze wenigstens eine Fahrspur freigegeben werden kann. Auch die Straße war überflutet worden. Ein knapp drei Meter hoher Tunnel, der durch ein Fabrikgebäude führte, reichte nicht aus. Der Bach schoss so auch über die Straße um das Gebäude herum.

Noch haben nicht alle Einwohner des Solinger Stadtteils Burg ihre Häuser und Wohnungen in Augenschein genommen. Deshalb weist die Stadt darauf hin, „dass der Ortsteil für seine Bewohnerinnen und Bewohner wieder zugänglich ist“.

Derweil kontrollieren weiterhin Mitarbeiter des Ordnungsdienstes vor dem ehemaligen Burger Rathaus, ob es tatsächlich Anwohner sind, die kommen. Noch sind schwere Fahrzeuge der Technischen Betriebe im Einsatz. Heute können Anwohner wieder bis zu ihren Wohnhäusern vorfahren, mit den Aufräumarbeiten beginnen und Sperrgut an den Straßenrand stellen.

Am Freitag wird die Stadt die Zufahrt nach Unterburg noch einmal vorübergehend für einen Tag sperren, damit die Entsorgungsfahrzeuge ungehindert anrücken können. Individualverkehr, etwa von Handwerksfirmen, wird dann in Abhängigkeit von der Verkehrssituation durchgelassen. Die Verlängerung der Eschbachstraße in Richtung Remscheid (L 407) ist noch wegen Straßenschäden gesperrt. Der Ortsteil Oberburg ist über die Burgtalstraße erreichbar.

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