Reise

Couchsurfer-Abenteuer in Saudi-Arabien

Stephan Ort ist ein großer Fan der Kamele, denen er überall im Land begegnet ist. Foto: Christoph Jorda
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Stephan Ort ist ein großer Fan der Kamele, denen er überall im Land begegnet ist.

Wuppertaler Autor Stephan Orth erzählt.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Urlaub in Saudi-Arabien, das war auch vor der Pandemie lange nicht möglich. Als der Wüstenstaat 2019 Touristen zuließ, war die Neugier des Profi-Reisenden Stephan Orth sofort geweckt. Er ging auf Entdeckungsreise, wie schon zuvor als „Couchsurfer“, also jemand, der über das Internet private Unterkünfte sucht und auf diese Weise Menschen auch privat kennenlernt.

Saudi-Arabien ist ein Land voller Widersprüche: Gleich zu Beginn lernt Stephan Orth junge Leute kennen, mit denen er Party feiert. Dabei ist die ausgelassene Stimmung gleichzeitig gebremst, denn für die arabischen Teilnehmer sind solche Veranstaltung noch ungewohnt, bis kurz zuvor war Musik in der Öffentlichkeit verboten. Viele tragen Masken, wollen auf Videos in sozialen Medien nicht erkannt werden – aus Angst vor Repressalien aus der Familie.

Die Reise führt den Journalisten und Autor quer durchs Land. Seine Unterkünfte befinden sich in Stadthäusern und Villen, aber auch in die Wüste wird er eingeladen, schläft im Zelt. Seine Gastgeber sind stets sehr gastfreundlich, zeigen ihm, was es in der Umgebung zu sehen gibt.

Das ist die Wüste, eine Felsenmalerei, eine moderne Stadt, ein Grabmal, eine Rallyepiste oder ein Vergnügungspark, zu dem auch ein Altstadtviertel gehört, das mit Multimediatechnik die Geschichte des Landes erzählt, von der auch Stephan Orth erzählt.

Er trifft selbstbewusste und machohafte Männer, auch selbstbewusste Frauen, die gleichzeitig noch sehr gefangen sind in den strengen Regeln. Erlebnisse des Autors mit Besonderheiten des Landes führen immer wieder zu landeskundlichen Infos etwa zur Begrüßung auf Arabisch, zu arabischen Namen, Verkehrsregeln oder arabischer Esskultur. Meist verbunden mit selbstironischer Beschreibung, wie der Autor mit den Besonderheiten zu kämpfen hat. Nicht zu übersehen ist Stephan Orths Begeisterung für die landestypischen Kamele. Im Buch hat er eine „Kleine Kamelkunde“ verfasst.

Am Ende seiner Reise erreicht auch ihn die Corona-Pandemie. Mit dem letzten Flieger verlässt Stefan Orth Saudi-Arabien und macht sich Gedanken darüber, wie diese Pandemie auch den Westeuropäern vieles von dem aufzwingt, was für die Menschen in Saudi-Arabien dazu gehört – vom Tragen der Gesichtsmaske bis zum Verschanzen der Wohlhabenden im sicheren Zuhause, während andere draußen die notwendige Arbeit machen müssen. Stephan Ort: Couchsurfing in Saudi-Arabien, 255 Seiten

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