Corona-Lage in den Kliniken spitzt sich zu

Wuppertaler Krisenstab schlägt Alarm

Von Anne Palka und Andreas Boller

Wuppertal Ein Ende der vierten Welle ist nicht abzusehen, denn in Wuppertal wurden zuletzt die sieben höchsten Tageswerte an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie registriert. „Die Lage ist sehr, sehr ernst. Und wir sollten nicht glauben, dass die Zahlen nicht noch viel höher werden könnten“, sagt Gesundheitsdezernent Stefan Kühn mit Verweis auf den Landkreis Meißen, der einen Inzidenzwert von knapp unter 3000 aufweist. „62 Prozent der Infizierten in Wuppertal wissen nicht, wo sie sich angesteckt haben, 28 Prozent geben an, dass es im Kontakt mit Haushaltsangehörigen geschehen ist“, so Kühn.

Krisenstabsleiter Johannes Slawig spricht sich angesichts dieser weiterhin diffusen Infektionslage für eine Impfpflicht aus. „Und mit der Entscheidung für die Impfpflicht sollte die Politik nicht bis zum März warten“, so Johannes Slawig. „Die Impfpflicht muss schon ab Januar gelten“, fordert auch Dr. Andre Altermann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Wuppertal. „Allein mit Zureden werden wir die Gruppe der Ungeimpften nicht erreichen.“

Kontaktnachverfolgung ist nicht mehr zu schaffen

„Ohne die Impfungen würde es aktuell deutlich öfter schwere Verläufe geben“, erklärt Stefan Kühn. „Aktuell werden 77 Patienten in Krankenhäusern behandelt. In der großen Mehrzahl sind Ungeimpfte betroffen, auch wenn es in Einzelfällen Todesfälle bei Geimpften gibt“, so Kühn. Bisher verzeichnet die Stadt 520 Personen, die mit oder an einer Coronaerkrankung gestorben sind. Johannes Slawig sagt: „Ich mache mir im Hinblick auf die kommenden Wochen die allergrößten Sorgen um die Lage in den Krankenhäusern. Die Krankenhäuser sind jetzt schon an der Belastungsgrenze, und bei den hohen Inzidenzen ist für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes die Kontaktnachverfolgung nicht mehr zu schaffen.“ Kühn und Slawig befürchten, dass kurz vor Weihnachten die Zahl der schweren Erkrankungen noch ansteigt.

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