Corona: Karnevalisten sagen Solinger Rosenmontagszug ab

Meinungsumfrage unter den Mitgliedern des Festausschusses – Weitere Veranstaltungen stehen noch auf der Kippe

Von Kristin Dowe

Die unpopuläre Entscheidung ist den Mitgliedsvereinen im Festausschuss Solinger Karneval (FSK) alles andere als leicht gefallen: Mit Blick auf die rasante Verbreitung der Corona-Variante Omikron entschieden sich die Jecken laut dem FSK-Vorsitzenden Axel Hawranke „nahezu einstimmig“, den für den 28. Februar geplanten Rosenmontagszug abzusagen. „Wir haben eine Meinungsumfrage unter den Vereinen gemacht, bei der sich ein klares Bild gezeigt hat“, so Hawranke. „Wir fanden es alle sinnvoller, besser jetzt Nägel mit Köpfen zu machen, anstatt den Zug 14 Tage vorher abzusagen.“

Zwar hätte man die im Verein organisierten Karnevalisten noch halbwegs mit Tests kontrollieren können, für das Publikum auf den Straßen wäre dies aber kaum möglich gewesen. Somit sei der Entschluss im Einvernehmen mit der Stadt gefallen, die dem FSK beratend zur Seite gestanden habe. „So traurig wir die Situation auch alle finden – die Gesundheit geht nun einmal vor.“ Durch die rechtzeitige Absage könne der FSK den finanziellen Schaden einigermaßen abfedern. „Einige Vereine mieten auch Wagen, die jetzt gar nicht erst gebaut werden“, so Hawranke. Mit den beteiligten Künstlern und Dienstleistern seien schon im Vorfeld bei der Planung Rücktrittsmöglichkeiten vereinbart worden.

„Für die Kapelle ist das natürlich hart, die nun schon im zweiten Jahr auf den Zug verzichten muss“, bedauert der FSK-Vorsitzende, der sich von der Politik „schon früher ein Machtwort gewünscht“ hätte. Denn die Vereine könnten planerisch besser damit umgehen, wenn die Züge flächendeckend untersagt worden wären, da sie dann schneller und unbürokratischer Hilfen in Anspruch nehmen könnten. Nicht gerade förderlich für die Vereine in ganz Nordrhein-Westfalen sei die Absprache, die hochrangige Karnevalsvertreter, darunter auch der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, mit dem Land NRW ausgehandelt hatte.

Kritik: Verantwortung werde an Vereine abgewälzt

Demnach können Vereine eine Ausfallzahlung aus einem Sonderfonds des Bundes bis maximal 5000 Euro bei der zuständigen Bezirksregierung beantragen, wenn sie pandemiebedingt freiwillig eine Veranstaltung absagen. Die Hilfe kann für Veranstaltungen bis zum 28. Februar als pandemiebedingt beansprucht werden. „Das wälzt die komplette Verantwortung auf die Vereine ab“, kritisiert Axel Hawranke. Denn diese müssten rund 90 Prozent ihrer Verluste mit Mitteln aus dem Sonderfonds decken und sich zudem steuerlich zertifizieren lassen. „Daran hängt ein langer Rattenschwanz der Bürokratie.“ Ein sinnvollerer Ansatz wäre aus seiner Sicht gewesen, dass betroffene Künstler ihre Ausfälle in dem Fonds selbst geltend machen können.

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