Handel

City-Center zieht wieder Mieter an

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Das City-Center hat wieder an Attraktivität gewonnen. So wurden in den vergangenen Wochen Arztpraxen und ein Sanitätsgeschäft eröffnet. Für Schlagzeilen sorgte der Einzug der Polizeiwache. 

WUPPERTAL Investor plant bis 2020 Belegung aller Ladenlokale in Elberfeld. Polizei und Ärzte sind eingezogen.

Von Katharina Rüth

Das City-Center an der Schloßbleiche war lange ein Sorgenkind in der Elberfelder Fußgängerzone. Jetzt scheint eine Trendwende eingesetzt zu haben: Ein Investor will bis 2020 erreichen, dass alle Ladenlokale wieder genutzt sind. Stolz ist der Mediziner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, dass die Polizei jetzt ebenfalls zu den Mietern gehört: „Wir haben lange mit dem Land verhandelt.“ Die Umbauten seien aufwendig gewesen, unter anderem wegen der Schleuse am Eingang. Einen großen Rückschlag habe der Anschlag im März 2018 bedeutet – kurz vor der geplanten Eröffnung. Damals war in den Räumen randaliert und übelriechende Buttersäure verteilt worden.

Die Polizeiwache, die die frühere Wache im Köbo-Haus am Döppersberg ersetzt, hat Ende Januar ihren Betrieb aufgenommen, die nächste Eröffnung steht bereits an: Ein Dental-Labor soll in ein Lokal einziehen, das den Busfahrern der Stadtwerke als Aufenthaltsraum diente, als der Busbahnhof an die Ohligsmühle verlegt war. Das Dentallabor ist ein weiterer Mieter aus dem Bereich Gesundheit. Zuletzt waren zwei Orthopäden und ein Gefäßchirurg in das City-Center gezogen, auch ein Sanitätshaus. Die Räume seien zuvor jeweils „sehr aufwendig saniert“ worden, sagt der Investor. Aber die Nutzung „soll bewusst ein Mix bleiben“.

Passage im City-Center galt einmal als das Nonplusultra

Beweis dafür sind der „Tafelladen“, in dem die Wuppertaler Tafel gebrauchte Kleidung und Hausrat preisgünstig anbietet, und das Freizeitangebot „Final Escape“, in dem Besucher aufwendig inszenierte Rätsel lösen können. Daran ist der Investor persönlich beteiligt und freut sich über den Erfolg. Eine wichtige Anlaufstelle für viele Wuppertaler ist auch die Ticketzentrale in unmittelbarer Nachbarschaft gelegen.

Recht gibt ihm sein Geschäftspartner Christian Kohlhaas, der mit ihm den Escape-Room betreibt und sich ebenfalls für die Wiederbelebung des City-Centers engagiert. Ihn treiben Kindheitserinnerungen an die besseren Zeiten der Passage an: „Das war doch mal das Nonplusultra“, sagt er. Damals habe es dort viele gehobene Geschäfte wie einen Pelzhändler und einen Juwelier gegeben, „das war extrem edel“, sind seine Erinnerungen. Wer in die Stadt ging, habe immer auch das City-Center besucht. Doch mit den Jahren hätten erst die Rathausgalerie, dann die City-Arcaden die Kunden mehr angezogen.

Sie glaubten dennoch an den Standort, betont Christian Kohlhaas. Es sei klar, dass das City-Center nicht mehr geeignet sei für Geschäfte, die auf Laufkundschaft angewiesen sind. Aber für Geschäfte und Einrichtungen, die auf eine zentrale Lage und gute Erreichbarkeit Wert legen.

Das betont auch Stephan A. Vollmer, Inhaber der Immobiliengruppe Vollmer Möbius, die ihre Büro-Räume in dem Gebäude hat. „Ich glaube, dass immer mehr Dienstleister den Standort Innenstadt suchen“, sagt er. Die Lage am Rande der City sei preiswerter als die direkte Innenstadtlage, zudem seien die Räume im City-Center alle barrierefrei – ideal für ein Sanitätshaus und Ärzte.

HISTORIE

GRUNDSTÜCK An der Straßenecke Mäuerchen/Schlossbleiche wurde 1898 ein Bismarck-Denkmal errichtet. Dahinter baute im Jahr 1900 die Sparkasse ein repräsentatives Gebäude. Nachdem diese in den 1970er Jahren auf das andere Wupperufer zog, entstand auf dem Grundstück an der Schloßbleiche das City-Center.

Das City-Center sei „auf einem absolut guten Weg“, sagt der Fachmann. „Es tut sich eine ganze Menge. Verglichen mit dem Zeitpunkt vor anderthalb Jahren hat es sich extrem verbessert.“ Der Investor habe gute Kontakte und sei sehr engagiert dabei, die Verbesserungen voranzutreiben.

Zudem seien auch die Eigentümer der rund 30 Wohnungen oberhalb der Geschäftszeile derzeit dabei, Geld für Sanierungen in die Hand zu nehmen, unter anderem für das Parkdeck. Die vermieteten Parkplätze sind – und dies gehört zu den Besonderheiten des Gebäudekomplexes – mit Autos nur über einen befahrbaren Lasten-Aufzug zu erreichen. Auch eine Sanierung der Fassade sei ins Auge gefasst. Anders als bei den Ladenlokalen habe es in der Vergangenheit bei der Vermietung der Wohnungen keine Probleme gegeben: „Die Wohnungen sind unheimlich gut gefragt.“

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